"Unser Bürgermeister unterstützt nur noch Prestigeobjekte"

- Bund Naturschutz verärgert über "Bauwut" der Gemeinde

Unterhaching - Sie saugen Blut aus den Adern, übertragen Krankheiten und sind vom Teufel besessen - böse Vorurteile über Fledermäuse gibt es viele. "Alles Blödsinn, purer Quatsch", regte sich Margarete Kistler bei der Mitgliederversammlung des Bund Naturschutz in Unterhaching auf. "Meine Mäuschen tun keinem Menschen was", stellte die Expertin klar und zeigte zwei ihrer Schützlinge. Die waren davon jedoch nicht begeistert und zappelten hin und her - verständlich, ist doch der Mensch ihr größter Feind.

Doch zu Beginn des Abends gab es den Bericht des Vorsitzenden Stefan König. Der 240 Mitglieder starke Verein wird auch im kommenden Jahr wieder einige Aktionen starten. Dazu zählen laut König die Bachwanderungen und das Lerchenbrut-Projekt zwischen Aldi-Markt und Autobahn.

"Wozu brauchen wir so viele Supermärkte?"

Kritik gab es in Richtung Agenda 21 und Gemeinde. "Die Gemeinde baut hier alles zu, wofür brauchen wir so viele Supermärkte? Und die Agenda enttäuscht auch", sagte Michael Weishäupl. Damit meinte er den Widerspruch, dass einerseits neue Discountläden entstünden, gleichzeitig aber das Geschäftsleben in der Bahnhofsstraße angekurbelt werden solle. "Unser Bürgermeister unterstützt nur noch Prestigeobjekte, bevor er abtritt", kritisierte Weishäupl und erntete Zustimmung. Der Bund Naturschutz will deshalb 2004 seinen Arbeitsschwerpunkt beim Thema Flächennutzungsplan setzen.

Das Highlight der Versammlung war aber der Vortrag über Fledermäuse. Im Landkreis gibt es sogar einige Lager der "Flugpiraten". Im Kloster Schäftlarn leben beispielsweise 250 Fledermäuse. "Leider ist die Zahl sinkend", sagte Kistler, die sich ehrenamtlich mit den Tieren beschäftigt und sogar eine eigene Fledermauskrankenstation betreibt. "Auch wenn ich sie in der Nacht alle zwei Stunden füttern muss - ich liebe sie", sagte sie.Benedikt Garsky

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