Thüringen plant riskante Corona-Wende: Weiteres Bundesland prescht vor - jetzt reagiert Merkel

Thüringen plant riskante Corona-Wende: Weiteres Bundesland prescht vor - jetzt reagiert Merkel
+
Stellung beziehen musste Bürgermeister Günter Heyland, was die Gemeinde für die Verkehrsentlastung der Unterbiberger tut.

Bürgerversammlung Unterbiberg

Die Last mit dem Straßenverkehr

Unterbiberg - „Wir können den Verkehr aus Unterbiberg nicht ganz rausnehmen, wir müssen mit ihm leben.“ Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) schien auf der Bürgerversammlung in Unterbiberg nach einer eineinhalbstündigen Diskussion mit den Bürgern über das Verkehrsaufkommen im Ort der Argumente müde.

Die 50 Bürger kamen zum Teil mit abenteuerlichen Vorschlägen zur Verkehrsentlastung daher. Einige forderten, Radlfahrer zu blitzen, rennenden Kindern in verkehrsberuhigten Bereichen Strafzettel auszustellen oder gar Straßen zu verengen, damit kein Bus mehr entlangfahren könne. Dass das so nicht möglich ist, versuchte Heyland seinen Bürgern klarzumachen. Im Zuge eines Rahmenplans hatte die Gemeinde untersuchen lassen, wie man den Verkehr entlasten kann. Heyland legte bei der Versammlung dar, wie schwierig es ist, eine Lösung zu finden. „Die SAP wäre die Lösung gewesen“, sagte der Bürgermeister. Diese Südanbindung Perlach wird es aber nicht geben; der Münchner Stadtrat hatte 2013 gegen eine Gesamtlösung der SAP gestimmt. Auch andere Alternativideen der Gemeinde, den Verkehr in Unterbiberg zu verringern, scheiterten bislang. So habe beispielsweise die Universität es abgelehnt, die Zufahrt zur Bundeswehr-Uni an eine andere Stelle zu verlegen, berichtete der Bürgermeister. Eine Möglichkeit steht noch offen: Die Stadt München plant, das Sondergebiet Löwenbrauerei umzuwandeln; sie möchte dort Wohnraum schaffen. Das Gebiet liegt allerdings nicht nur auf städtischem, sondern auch auf Neubiberger Grund, sodass die Gemeinde an der Stelle ein paar Takte mitzureden hat. Heyland sieht eine „reelle Chance“ darin, das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen, „wenn wir mit der Stadt konstruktiv zusammenarbeiten“. Der Unmut der Bürger über die Verkehrssituation im Ort war deutlich spürbar. Einige beklagten nicht nur die Verkehrsdichte, sondern auch, dass viel zu schnell gefahren werde. Vor allem Lkw donnerten durch die Straßen, beanstandete eine Bürgerin. Diese subjektive Wahrnehmung konnte Heyland nicht bestätigen. Verkehrszählungen hätten ergeben, dass Lkw nur einen geringen Anteil am Durchgangsverkehr ausmachten. Auch über das Fahrverhalten von Bussen und Radfahrern beschwerten sich einige beim Rathauschef. Sogar manche Kinder liefen unkoordiniert über die Straße. Heyland zeigte Verständnis für den Ärger der Bürger, konnte aber freilich kein Patentrezept auftischen, wie man mit tempobegeisterten Radfahrern umgehen kann. „Sprechen Sie die Leute freundlich an und bitten Sie sie, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten“, schlug Heyland vor. Er appellierte „an die Vernünftigen, sich im Verkehr durchzusetzen“. Unterdessen bestätigte Heyland, dass auf der Zwergerstraße rund um die Uhr zu schnell gefahren wird – verdeckte Messungen hätten dies ergeben. Die Gemeinde habe jetzt den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit beauftragt, den Verkehr in der Zwergerstraße intensiver zu überwachen.

Veronika Jordan

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

150 Euro fürs Lernen daheim: SPD will Laptop-Prämie
Gerade Kinder aus sozial schwachen Familien sind in der Coronakrise beim digitalen Unterricht abgehängt, kritisiert die SPD im Landkreis München. Eine Finanzspritze von …
150 Euro fürs Lernen daheim: SPD will Laptop-Prämie
Münchner Ring bis Herbst eine Baustelle
Wo normalerweise täglich huderte Autos entlang fahren, geht derzeit gar nichts. Der Münchner Ring in Unterschleißheim ist eine große Baustelle. Und das wohl noch bis …
Münchner Ring bis Herbst eine Baustelle
„Wir werden hängen gelassen“: Volkshochschulen wollen wieder aufmachen
Die Volkshochschulen im Landkreis München müssen weiter geschlossen bleiben. Für viele geht das an die Substanz.
„Wir werden hängen gelassen“: Volkshochschulen wollen wieder aufmachen
Mit 340 PS die Kurve nicht geschafft: Angetrunkener Fahranfänger rauscht ins Unterholz
Teuer und schmerzhaft endete eine Fahrt mit Restalkohol für einen Fahranfänger (19) aus München - im Unterholz kurz vor Schäftlarn.
Mit 340 PS die Kurve nicht geschafft: Angetrunkener Fahranfänger rauscht ins Unterholz

Kommentare