Nächster Schritt zum Anzapfen: Am Etzweg wird der Bohrplatz für die neue Dublette gebaut. 2000 Meter tief bohrt die Geovol auf der Suche nach heißem Wasser. Die Prognosen der Gutachter für das 20-Millionen-Projekt sind gut. Die Verantwortlichen feiern den Spatenstich (v.l.): David Lentsch (Erdwerk), Ulrich Huber (technischer Leiter von Geovol), Peter Lohr (Geovol), Bürgermeister Franz Schwarz, Manuel Prieler (stellv. Geovol-Aufsichtsrat) sowie Andreas Tönies und Daniel Mölk (Bohrfirma Daldrup). Foto: D. michalek

Spatenstich für den Bohrplatz

Unterföhring - Die Idee, mit heißem Wasser aus dem Erdinneren Wärme zu gewinnen, fiel in Unterföhring auf fruchtbaren Boden. Die Geothermie hat in der Gemeinde so hohe Anschlussquoten, dass eine zweite Bohrung nötig wird. Das Abenteuer der neuen Bohrung hat begonnen: Der Bohrplatz wurde feierlich eingerichtet.

Peter Lohr, der Geschäftsführer der Gemeindetochter Geovol, blickte beim Festakt zum ersten Spatenstich zurück auf die Geschichte der Geothermie in Unterföhring, die mit der ersten Bohrung 2008 begann. Lohr betonte, dass die Anschlussbereitschaft der Menschen deutlich höher als erwartet war.

Bürgermeister Franz Schwarz (SPD) zeigte auf, dass über das schon 40 Kilometer lange Rohrnetz fast 400 Gebäude angeschlossen wurden. Über 2000 Haushalte und damit rund 4000 Bürger bekommen umweltfreundlich ihre Wärme geliefert. „Aus dem damals spektakulären Geothermieprojekt ist ein zuverlässiger kommunaler Energieversorger geworden“, sagte und erklärte, dass die Verdoppelung der Geothermieleistung der sinnvolle Weg sei. Ab 2020 sollen die Wohngebiete im Unterföhringer Süden angeschlossen werden, weiteren Bedarf gibt es im bestehenden Gewerbegebiet und großes Anschlussinteresse im zukünftig geplanten Kleingewerbegebiet. Das und die Hochrechnung künftiger Anschlussquoten führte zu der Entscheidung, im bestehenden Claim eine weitere Förderbohrung zu setzen.

Eine zweite Dublette, 2000 Meter tief in der Nähe zur bestehenden Bohrung - diese Fragestellung war für die Experten neu. Das Ergebnis passte den Unterföhringern, weil sich beide Bohrungen in den nächsten 125 Jahren nicht beeinflussen werden.

Beide Energiezentralen, die bestehende sowie die geplante, sollen über Thermalwasser gewärmt und gekühlt und aus einem Blockheizkraftwerk mit eigenem, ökologischen Strom versorgt werden. Lohr sprach von einem „neuen vielversprechenden Geschäftsmodell“, bei dem die Geovol im Winter Wärme und im Sommer über denselben Anschluss mittels Kältemaschinen die benötigte Kälte liefert (wir berichteten).

„Auch wenn es nur um den Baubeginn eines im Erscheinungsbild eher unspektakulären Bohrplatzes geht, ist dies der Auftakt für etwas ganz Besonderes“, sagte Lohr. Die Gemeinde liefere „einen großen Beitrag für die Energievision des Landkreises“, erklärte Schwarz. Die zweite Bohrung stelle „die Innovationskraft Unterföhrings“ unter Beweis. Den nachfolgenden Generationen ermögliche das Projekt umweltfrundliches und günstiges Heizen. nb

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