Inspiration ist alles: Die Künstlerin Brigitte Miers achtet nicht auf Trends, sondern auf ihre Eingebung. Foto: Förtsch

Die besondere Vielfalt der Brigitte Miers

Unterföhring - Außergewöhnlich ist die Vielfalt bei einer Einzelausstellung: Die Künstlerin Brigitte Miers taucht unter dem Titel „Variety" in die Welt der Farben ein und zeigt bis zum 21. März im Unterföhringer Rathaus Facetten ihrer Kunst.

Zu sehen sind Aktmotive, zarte Blumen-Aquarelle, einfache Zeichnungen und abstrakte Farbkompositionen. Ein Triptychon mit buntem Pünktchengewimmel in exakten senkrechten Farbsäulen mit dem mittigen Blick auf eine Familie hinter einem Fenster. Beim „Finale“ trifft ein wirbelndes Rot auf königliches Blau und das optimistische Weiß gebietet dem eindringenden Schwarz Einhalt. Ob ein großformatiges, helles Gemälde aus dem Zyklus „Leben“, gewaltige und farbkräftige Eindrücke aus der Oper „Carmen“ oder niedliche Zeichnungen von rot lachenden Links- und Rechtshändern an einem Tisch: 53 Exponate bieten Abwechslung.

„Ich habe immer das gemacht, was gerade nicht in war“, beschreibt die Würzburgerin ihr künstlerisches Schaffen. „Angefangen hat es mit einer weißen Phase, dann kamen Farben dazu und Aquarelle entstanden. Später habe ich mit der Pünktelung noch mehr Farbe reingebracht und mein Sohn meinte damals: Du hast den Kosmos gemalt.“ Später beschränkte sich Miers immer auf eine Farbe beim Malen und schuf ausdrucksstarke Gemälde. Im Künstlertreff entstanden Akte in nur drei Minuten und „das waren die besten“, findet Miers.

Für einen Kreuzweg kreierte sie mehrere Gemälde als Lebens-Zyklus. Ihre Selbstporträts sind mal exakt und klar, aber manchmal versteckt sich das Gesicht auch hinter winzigen Linien. Eine diffizile Arbeit und „nachts um vier Uhr war mir schwindlig.“

Ob daheim, auf der Straße, auf Reisen, in der Natur, im Theater - Brigitte Miers inspiriert alles. „Ich seh’s und dann kommt’s“, beschreibt sie dieses Gefühl. Das passierte auch beim Ballett, als zu Pink Floyds „The Wall“ getanzt wurde. Ergebnis: Ein imposantes Kunstwerk zum Jahrestag „50 Jahre Zerstörung von Würzburg“. Sie errichtete eine 20 Meter lange und zwei Meter hohe Mauer, ließ Sprayer ans Werk und am Jahrestag wurde die Mauer zerstört. Eine vielseitige und interessante Künstlerin, deren Werkefaszinieren und fesseln. Tipp: Unbedingt hingehen.

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