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Hat ihre Meinung geändert: Heute ist Doris Maimer (38)oft in der Gemeindebibliothek.

Fünf Jahre Bürgerhaus

Gesinnungswandel in der Bücherei

Unterföhring - Kommunikationsort, Medienpool, Kulturtreff – all das ist die Gemeindebibliothek in Unterföhring. Seit fünf Jahren entwickelt sie sich im Bürgerhaus zum Anziehungspunkt und Publikumsmagnet.

Blasses Maigrün, zartes Weiß und die große Stahltreppe, die sich wie eine Schnecke durch zwei Etagen schraubt – alles wirkt modern, offen – gar nicht verstaubt. Ein automatisches Zählsystem am Eingang ermittelte die Besucherzahl, 2014 suchten 53 297 Personen die großzügigen Räume auf. Darunter viele Stammgäste wie Doris Maimer. 

Sie greift zielsicher zu einer Bergsteiger-Zeitschrift und setzt sich auf einen Designer-Stuhl im zweiten Stock. Durch das raumhohe Fenster hinter ihr sieht man, wie der Wind die Baumkronen an der Münchner Straße schüttelt. Es ist still hier oben. Ein Herr lässt sich einen Cappuccino aus dem Kaffeeautomaten. Das Lesecafé mit seinen 60 Zeitschriftenabos erfreut sich großer Beliebtheit. 

Die 38-Jährige war lange der festen Überzeugung: "Bücher leiht man nicht aus, Bücher muss man besitzen." Erst als es ihr während einer Krankheit einmal richtig elend ging, und sie nicht wusste, wie sie den Tag überstehen sollte, suchte sie die Bücherei auf, um ein paar DVDs auszuleihen. Damals war sie von der Auswahl überrascht. „Das musst du dir genau anschauen“, dachte sie. 

Heute kommt sie zweimal pro Woche, meist abends nach der Arbeit. „Ich bin sehr glücklich über dieses Angebot“, sagt die junge Frau im Sommerrock und schwarzem T-Shirt. Das liegt auch an den Mitarbeitern und Leiterin Ines Werner, die mit aufmerksamer Zurückhaltung die Lese- und Informationslust der Nutzer bedient, Lesungen anbietet und – immer am Puls der Zeit – auch einen Facebook-Auftritt unterhält.

 „Ich habe schon immer viel gelesen“, sagt Doris Maimer, die als Personalentwicklerin in einem Unternehmen arbeitet. Ein Roman pro Woche, parallel dazu ein Sachbuch, ein Hörbuch im Monat. Da hat sie großen Bedarf. 26 118 Medien gibt es im Angebot. Immer mehr Unterföhringer haben einen Nutzerausweis, inzwischen sind es 2602. Alle Sparten hat Doris Maimer im Blick, nur die E-Books kommen nicht in Betracht: „Ich möchte blättern, mich vom Cover ansprechen lassen.“ Lesen ist für sie „ganz viel Kopfkino“. Abschalten, in eine fremde Welt eintauchen, „das ist wie ein Kurzurlaub“. Ihr aktuelles Lieblingsbuch? „Makarionissi“ von Vera Kaiser, eine griechische Familiengeschichte.  Zuhause führt sie eine Excel-Tabelle: Titel, die sie gelesen hat, listet sie auf und bewertet sie. Im Freundeskreis kursieren in einer Whatsapp-Gruppe Buchtipps. Und wenn es eine Neuerscheinung gibt, die Doris Maimer lesen will, „dann schaue ich zuerst im Online-Katalog, ob es den Titel schon in der Gemeindebibliothek gibt“: „In 90 Prozent ist das der Fall.“ Die Aktualität begeistere sie immer wieder.


Bürger-Kulturfestival in der Bibliothek

Am Samstag und Sonntag wird rund um das Bürgerhaus das zweite Bürgerkulturfestival gefeiert. Am Sonntag lädt die Gemeindebibliothek um 11 Uhr zu einer historischen Krimilesung mit Oliver Pötzsch ein. Er stellt den fünften Band seiner Krimireihe „Die Henkerstochter“ vor. Musikalisch begleitet wird er von Veronika Rüfer und Valentin Schmitt. Eintritt frei. Von 11 bis 16.30 Uhr läuft ein buntes Familienprogramm mit Ezähltheater, Bastelaktion und Bilderbuchkino.

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