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Umringt von ihren Kindern: Angelika Hillen mit ihrem Mann Günter. 

Unterföhringer Grundschule sagt ihrer Rektorin Angelika Hillen Pfütdi

„16 Jahre waren wie Sahnetorte-Essen“

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Es ist Freitag, 11 Uhr, gerade haben die Kinder ihre Zwischenzeugnisse bekommen. In der Aula der Unterföhringer Schule wimmelt es. Scharen von Kindern hopsen herein, um ihrer Rektorin Angelika Hillen Lebewohl zu sagen. „Ich glaube, dass sich Frau Hillen auf diesen Tag freut: Nie wieder Schule!“, sagt eines der Kinder, die das Abschiedsfest moderieren. Doch nach drei Stunden Programm kann Angelika Hillen die Tränen kaum zurückhalten.

Unterföhring–  Eine schmissige Mischung aus Musik, Gesang und Tanz zauberten die Kinder auf die Bühne und zeigten damit, wie gern sie ihre Schulleiterin haben, von der sie im Rektorat im ersten Stock jederzeit Hilfe erwarten konnten. „16 Jahre waren wie Sahnetorte-Essen!“, drückt sie ihren Dank aus, „und ihr wisst, wie sehr ich Sahnetorte mag.“

„Ich, du, wir zusammen“ wurde das Schulmotto

16 Jahre hat Angelika Hillen die Grundschule Unterföhring geleitet, die mit 496 Schülern die größte Grundschule im Landkreis München ist. Sie hat sie zu „ihrer Schule“ gemacht: Das Miteinander der Kleinen und Großen war ihr wichtig, jeder sollte sich als Teil einer Schule empfinden, die er selbst mitgestalten kann. „Ich, du, wir zusammen“, das machte sie zum Motto der Schule. „Schade“, sagt Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer in seiner Ansprache ganz offen: „Ich hätte Sie gerne noch ein paar Jahre bei uns gehabt.“ Die Grundschule sei ein wichtiger Teil der Gemeinde, und Angelika Hillen habe viele Verbindungen zu Menschen und Institutionen aufgebaut. „Sie haben uns vorgelebt, was es heißt, Respekt gegenüber dem Anderen und Verantwortung für den Schwächeren zu haben, und dass man zusammen etwas erreichen kann.“

Nach ihrem Studium in München und Stationen in Unterschleißheim, Kirchheim und Ismaning kam die gebürtige Nordrhein-Westfälin 2001 als Rektorin nach Unterföhring und wurde Nachfolgerin von Peter Settele. Der Erweiterungsbau, der sogenannte Graue Kasten, fiel in ihre Zeit, für dessen Gestaltung sie sich nicht immer begeistern konnte. Engagiert und streitbar setzte sie sich dafür ein, „dass das Haus besser und lebendiger gestaltet wurde“, sagte Kemmelmeyer. Schulamtsdirektorin Evelyn Sehling-Gebranzig betonte, dass Hillens „offene, ehrliche und manchmal auch sehr kritische Art“, hier und da Anlass gegeben habe, Dinge zu überdenken.

„Angelika ist ein klassischer Teamplayer“

Der Chor sang de 63-Jährigen ein wehmütiges „Time to say Goodbye“ und die Schüler wünschten: „Bleib gesund und werd um den Bauch ein wenig rund.“ Der Elternbeirat stellte Angelika Hillen ein Abschlusszeugnis aus, ausschließlich Einser und Zweier bekam sie. Im Fach Sport heißt es da: „Angelika kann gut zuhören, aber auch Minuten lang reden, ohne wirklich Luft zu holen.“ Und: „Angelika ist ein klassischer Teamplayer.“ Schüler, Lehrer und Eltern einbeziehen – das ist ohne Zweifel eine der großen Fähigkeiten von Angelika Hillen. Konrektorin Karena Schaffer wird die Schule nun kommissarisch leiten. Und ganz offen wünschte sich der Bürgermeister, dass sie auch die Schulleitung übertragen bekommen möge.

Berge von Büchern warten auf die Ruheständlerin, viele Reisen will die sportliche Münchnerin unternehmen, und vor allem Golf spielen, gemeinsam mit ihrem Mann Günter, der schon ein paar Jahre darauf wartet, dass seine Frau in den Ruhestand geht: „Er dürfte wohl der Fröhlichste in der Runde sein“, vermutete der Bürgermeister.

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