Arbeitsmarktzulage wird weiterhin bezahlt 

200 Euro pro Monat als wichtiger Anreiz

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In Unterföhring zu wohnen und zu leben, ist teuer. Daher zahlt die Gemeinde eine Zulage von 200 Euro. Das wird auch 2017 und 2018 so bleiben.

Unterföhring– Die Gemeinde Unterföhring gewährt ihren Angestellten auch für die kommenden zwei Jahre, 2017 und 2018, die freiwillige Arbeitsmarktzulage von 200 Euro. Das gab Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats bekannt. Die Entscheidung war bereits im Oktober einstimmig gefallen, in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderats.

Die 117 Angestellten und sechs Beamte im Rathaus konnten rückwirkend zum 1. Januar 2016 die übertarifliche Zulage beantragen. Die Verwaltung entscheidet über jeden Antrag einzeln. „Die Änderungsverträge sind in Vorbereitung, beziehungsweise zum Großteil schon unterschrieben“, sagte Bürgermeister Kemmelmeyer. Die ersten Erfahrungen seien gut gewesen, so gut, dass der Gemeinderat nun beschlossen hat, den kräftigen Bonus von 200 Euro auch für die nächsten zwei Jahre zu gewähren. Im Haushalt werden dafür 250 000 Euro für das Jahr 2017 und ebenso viel für das Jahr 2018 eingestellt. Im Jahr 2018 ist erneut ein Erfahrungsbericht vorzulegen.

Möglich ist das Gehaltspuls aufgrund einer Ausnahmeregel des Kommunalen Arbeitgeberverbands, der über die Einhaltung des Tarifrechts wacht. Dieser erlaubt zusätzliche Leistungen, befristet und im Einzelfall, wenn es erforderlich ist, um den Personalbedarf zu decken und qualifiziertes Personal zu binden. Dass Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen aufgrund der teuren Lebenshaltungskosten auf dem Arbeitsmarkt in der Region rar sind, ist ja bekannt. Weniger aber, dass auch Verwaltungsfachleute schwer zu finden sind. Und der Kampf der Kommunen gegeneinander hier immer härter wird.

Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte Unterföhring im Dezember 2015 beschlossen, die Arbeitsmarktzulage einzuführen. Die Sozialdemokraten begründeten ihren Vorstoß damit, dass auch die Stadt München und das Landratsamt als öffentliche Arbeitgeber bereits mehr als den Tarif zahlen und so finanzielle Anreize zum Wechseln der Mitarbeiter gegeben.

Die Zulage hat sich in Unterföhring bei der Mitarbeitersuche bereits bewährt, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer: „Die Ballungsraumzulage ist für uns bei der Personalfindung ein sehr wichtiges Kriterium dafür, dass Bewerber nach Unterföhring kommen.“

Die Gemeinde Unterföhring will mit dieser Arbeitsmarktzulage nicht nur neues Personal finden, sondern auch Stammpersonal halten und reagiert damit auch auf die Konkurrenz: Die Landeshauptstadt zahlt Verwaltungsangestellten die München-Zulage von 125 Euro, zuzüglich 23 Euro pro Kind. Das Landratsamt gewährt seit diesem Jahr je nach Entgeltgruppe zwischen 75 Euro und 200 Euro, der Großteil der Zahlungen pendelt sich bei 100 Euro ein.

Charlotte Borst

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