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Edith Michal , derzeitige Vorsitzende des Seniorenbeirats, tritt bei der Wahl nicht mehr an.

Neuanfang im Seniorenbeirat

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Vor drei Jahren ist der Seniorenbeirat in Unterföhring ins Leben gerufen worden, jetzt steht ein grundlegender Neuanfang bevor.

Unterföhring Im Juni werden erstmals die Bürger zur Urne gebeten: Unterföhringer ab dem 60. Lebensjahr können das siebenköpfige Gremium dann per Briefwahl bestimmen. Sieben Bürger werden dem Beirat angehören, gewählt sind die Mitglieder für drei Jahre.

Ab dem 1. August soll der gewählte Seniorenbeirat sein Amt antreten. Auch das passive Wahlrecht gilt erst ab 60 Jahren. Das sieht die neue Satzung vor, die der Gemeinderat in seiner März-Sitzung einstimmig gebilligt hat.

Dreimal pro Jahr werden künftig die Bürger zu öffentlichen Sitzungen eingeladen. In den nächsten Monaten wird die Gemeinde über die Möglichkeiten und Pflichten des Gremiums im Gemeindeblatt informieren. „Die Seniorenbeirats-Mitglieder haben seit drei Jahren sehr gute Arbeit geleistet“, lobte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Vorsitzende Edith Michal, die PWU-Gemeinderatsmitglied und Chefin des Fördervereins Soziale Dienste (FSD) ist, erklärt: „Im Seniorenbeirat kann man sehr viel bewirken.“

17 Mal hat sich das Gremium seit seiner Konstituierung im Juli 2014 getroffen. Unter anderem haben die Mitglieder den Treff-Uhu ins Leben gerufen. Das ehemalige Café Valentina hat 2015 unter der Leitung des AWO-Kreisverbands neu eröffnet, mit dem Ziel, ein Haus der Begegnung für Jung und Alt zu werden.

Weitere Themen im Seniorenbeirat waren die elektrischen Türen im Seniorenzentrum Feringahaus, die die Baugesellschaft München Land nach langen Verzögerungen nun endlich einbaut. Ein weiteres Ziel ist die Absenkung von Bordsteinkanten, damit Unterföhring barrierefrei wird.

Zukunftsmusik ist noch der Bau eines öffentlichen Kneipp-Beckens, das der Seniorenbeirat zwischen dem Rathaus und dem Feringahaus einrichten will. „An heißen Sommertagen ist es für die Bewohner teilweise nicht auszuhalten. Ein Kneipp-Becken wäre auch ein Treffpunkt, wo sich Senioren, Familien und Kinder begegnen könnten“, sagt Michal. Schließlich wünschen sich viele Senioren wärmere Stühle in der Aussegnungshalle, auch dafür setzt sich der Beirat ein, „denn die vorhandenen Plastikstühle sind im Winter zu kalt“, sagt Michal.

Die Wünsche der älteren Generation in Unterföhring erfüllen und den über 60-Jährigen eine Stimme geben: Darin sieht Michal die Aufgabe des Gremiums. Ein Netzwerk zwischen den sozialen Institutionen in Unterföhring sei nicht umsetzbar, stellt Michal fest, „das haben sich einige Kollegen im Gemeinderat zwar so vorgestellt, aber jede Institution hat ihre Schwerpunkte und ihr eigenes Klientel. Wo es notwendig ist, sich auszutauschen, wird das schon seit Jahren praktiziert.“

Die aktuelle Vorsitzende selbst will nicht noch einmal kandidieren. Sie möchte kürzertreten. Auch als langjährige Chefin des Förderverein Soziale Dienste (FSD) sucht die 68-Jährige seit Jahren einen Nachfolger. „Ich merke, dass ich meine Grenzen erreiche“, sagt Edith Michal. Auch für den Gemeinderat will die PWU-Gemeinderätin nicht mehr kandidieren.

Bisher haben die sozialen Vereine und Institutionen je einen Vertreter in den Seniorenbeirat entsendet: katholische und evangelische Kirchengemeinde, Nachbarschaftshilfe, Arbeiterwohlfahrt, VdK, FSD sowie Andrea Mahner vom Feringahaus für die Gemeinde und Franz Klietsch als Senioren- und Behindertenbeauftragter sind vertreten. Auch Bürgermeister Kemmelmeyer (PWU) wurde regelmäßig eingeladen. 

   

Charlotte Borst


Die Satzung

für den Seniorenbeirat der Gemeinde Unterföhring vom 9. März 2017 liegt während der allgemeinen Öffnungszeiten im Rathaus, Zimmer 101, zur Einsicht aus.

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