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Rustikal: So etwa wird der Unterföhringer Feststadl aussehen. Diese Hütte der Dornacher Firma „Von der Alm das Beste“ steht an der Galopprennbahn Riem. 

Uriger Feststadl

Almhütte landet neben UFO in Unterföhring 

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Rustikal und urig soll der neue Feststadl der Gemeinde Unterföhring werden. Seine Nachbarschaft ist eher futuristisch und ähnelt einem Raumschiff aus einem Sciencefiction-Film.

von Charlotte Borst

Unterföhring – Rustikal und urig soll der neue Feststadl der Gemeinde Unterföhring werden. Mit 17:4 hat die Mehrheit des Gemeinderats das schon lange diskutierte Projekt einen wichtigen Schritt voran gebracht.

2,5 Millionen Euro sind im Haushalt schon einmal vorgesehen, und jetzt wissen die Gemeinderäte auch genau, was sie dafür wollen: Ein Holzbau mit Fensterläden und Satteldach, Holzbohlen und spärlichem Licht. Richtig gemütlich kann das werden.

Davon haben sich einige Gemeinderäte bei der Besichtigung der Almhütte in Riem überzeugt. An der Galopprennbahn stehen zwei Almhütten der Dornacher Firma „Von der Alm das Beste“. Sie verleiht mobile Hütten in Modulbauweise und findet große Nachfrage in ganz Europa.

Gemeinderat mag‘s urig

Die Gemeinderäte waren beeindruckt vom gemütlichen Flair: Fotos illustrierten in der Sitzung, dass die Hütten innen auch sehr urig dekoriert sind mit Geweihen an den Holzstützen, Fellen auf den Bänken und rot-weiß karierten Vorhängen vor den Fenstern. „Das war sehr ansprechend“, berichtete Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) vom Ortstermin. Allerdings wollen die Unterföhringer auf dem Bürgerfestplatz an der Jahnstraße einen Festbau realisieren, „der nicht nach fünf Jahren wieder abgebaut werden muss“, so Kemmelmeyer, und zwar in Holzbauweise, mit Lärmschutz und Wärmedämmung. 900 Quadratmeter groß soll die Gesamtfläche sein, mit Lagerräumen, Toiletten, Künstlergarderobe und Küchenanbau. 450 Quadratmeter sind für den Gastraum mit Bar und Bühne vorgesehen: 300 Personen finden so an Holztischen und -bänken Platz bei Hochzeiten, Weihnachtsfeiern, Vereinsfesten oder Firmenpartys.

Bürgermeister Kemmelmeyer plädierte dafür, eventuell einen Generalunternehmer direkt zu beauftragen: „Denn wir wissen genau, was wir wollen. Da brauchen wir keinen Architektenwettbewerb.“ Besonders genaue Vorstellungen hatte CSU-Sprecher Manfred Axenbeck: „Die Stützen müssen raus“, forderte er, „zwingend nötig ist eine Abtrennung, sodass auch 100 Leute gemütlich feiern können“. Bühne und Bar sollten nicht mobil sein.

Nicht reserviert für den Burschenverein

Jutta Schödl (SPD) ist die Auslegung für 300 Personen zu groß, „höchstens 200 Personen“, damit könnte sie sich anfreunden. Auch Manfred Unterstein (SPD) ist überzeugt, dass es große Veranstaltungsräume im Ort ja schon genügend gebe. „Bleiben wir bei der Modulbauweise“, riet er.

Eine feste Belegung durch die Burschen, die hier ihr Vereinslokal finden könnten, wie Philipp Schwarz (SPD) es anregte, sah PWU-Fraktionssprecher Manuel Prieler kritisch: Veranstaltungen von Bürgern sollten Vorrang haben. „Egal wie der Verein heißt – es kann nicht sein, dass wir uns da einen Klotz ans Bein binden“, sagte er und verwies auf das „Haus der Vereine“, das auf dem neuen Sportpark entstehen soll. So stimmte die Mehrheit für den Feststadl für 300 Personen, dagegen votierten Jutta Schödl, Thomas Weingärtner, Albert Kirnberger und Franz Klietsch (alle SPD).

Hüttenzauber innen, High-Tech-Architektur vor der Tür: Das Bergpanorama müssen sich die Unterföhringer dazudenken, denn ihr Feststadl wird nicht auf der grünen Wiese, sondern vor moderner Gewerbearchitektur gegenüber von Sky Deutschland stehen. Eine Terrasse und ein Garten sollen aber entstehen.

Futuristisch: Die Sky-Zentrale steht genau gegenüber vom zukünftigen Feststadl. Hightech und Lederhose. 

Eine eigene Tiefgarage ist nicht erforderlich, die notwendigen 60 Stellplätze können im Parkhaus nachgewiesen werden, das die Gemeinde derzeit am Bürgerfestplatz baut. Die Zufahrt kann allerdings nicht über den Etzweg erfolgen, hier hat das Landratsamt sein Veto eingelegt, das fünf Meter breite Sträßchen sei zu schmal. An- und Abfahrt sollen vielmehr über die Tiefgarage oder das Parkdeck nachgewiesen werden.

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