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Ein breiter öffentlicher Boulevard auf der Südseite der Schule lädt zum Verweilen ein.

Architekten stellen Planung für Gymnasium Unterföhring vor

Inklusives Gymnasium wird gebaut

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Jetzt geht es los: Der Landkreis hat offiziell grünes Licht für das Gymnasium Unterföhring gegeben. Die Gemeinde darf den Planungsauftrag erteilen. Im Herbst 2020 soll dann der Schulbetrieb beginnen.

UnterföhringDie Zustimmung der Kreisräte war wegen der Zweckvereinbarung mit dem Landkreis notwendig – und sie fiel in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Wohnen einstimmig und bezieht sich auch auf die Räume, die die Gymnasiasten auf dem Schulcampus mit benutzen. Denn auf dem 50 000 Quadratmeter großen Grundstück der Gemeinde, das südlich der Allianz und östlich der S-Bahn an der Mitterfeldallee liegt, entsteht ein Schulcampus für 1000 Gymnasiasten und 400 Grundschüler. Zeitgleich baut die Gemeinde auf der gegenüberliegenden Seite der Mitterfeldallee ihren Sportcampus.

Bürgermeister macht noch keine Angaben zu Kosten

 Noch keine Angaben macht Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) zu den Kosten: „Wenn alle Schulräume konzipiert sind, legen wir eine seriöse Kostenschätzung vor.“

Ein Haus mit vielen Chancen: (v.l.) Heinz Durner, Andreas Kemmelmeyer, Manfred Felix.

Das Münchner Architekturbüro Felix und Jonas kann loslegen. Mit seinem Entwurf, der von oben wie ein Mäander-Band aussieht, ging es in einem anonymisierten Wettbewerb als Sieger hervor und wird jetzt auch mit der Umsetzung des Schulcampus beauftragt. „Wir freuen uns narrisch“, sagte Manfred Felix, als er den Entwurf im Rathaus öffentlich vorstellte.

Eine breite Magistrale als Hauptschlagader

Eine breite Magistrale bildet die „Hauptschlagader, an der alles liegt“, sagte Felix, an ihr sind alle Gebäudeabschnitte aufgereiht, „wie auf einer Perlenschnur“. Ganz im Westen entsteht der Hort, daneben die vierzügige Grundschule mit zwei Geschossen. Dann folgt eingeschossig das Zentrum des 340 Meter langen Baus: Hier befindet sich der Haupteingang, hier treffen sich Grundschüler und Gymnasiasten, weil ihre nierenförmigen Speisesäle nebeneinander liegen. Optisch wird dieses Zentrum durch ein rundes Glasdach betont, durch das Bäume wachsen. Auf drei Geschossen schließt sich das vierzügige Gymnasium an. Insgesamt gibt es sieben grüne Innenhöfe, mal links, mal rechts der Magistrale, in denen Theaterspielen, Werken oder Musizieren stattfinden könnte. Die Klassenzimmer sind in den Obergeschossen platziert, ebenso die „Lernlandschaften“ – Sitzecken, in denen Schüler selbstständig etwas erarbeiten. Ebenerdig liegen die Fachräume. Der Musiksaal etwa kann durch eine mobile Wand zum „Auditorium im Freien“ werden.

Erstes Inklusionsgymnasium dieser Art in Deutschland

Felix und Jonas haben bereits die Gymnasien in Unterhaching und Oberhaching gebaut. Aktuell planen sie in Ismaning, wo sie das ehemalige Tagungshotel für rund 32 Millionen in ein Gymnasium verwandeln. 2018 und 2019 werden dort die Vorläuferklassen für die Unterföhringer Oberschule aufgenommen.

Heinz Durner, ehemaliger Direktor des Gymnasiums Unterhaching und Beauftragter für Wissenschaft und weiterführende Schulen im Landkreis, hat das Konzept für die erste weiterführende Schule in Unterföhring entwickelt, die ja ein Inklusionsgymnasium werden soll. Sein Anspruch ist, dass die Schule ihre Nutzer noch in 60 Jahren überzeugt. Ganztagsschule? – Ja, aber das müsse mehr sein, als „eine Beaufsichtigung am Nachmittag“. Durch die digitalen Möglichkeiten werde sich der Unterricht „revolutionär verändern“, ist Durner überzeugt. Das eröffne auch den hörgeschädigten Schülern Chancen: Ein Online-Dolmetschdienst könnte – via Internet – den Unterricht synchron in Gebärdensprache übersetzten, so dass auch taube Kinder, dem Lehrer direkt Fragen stellen könnten.

„Alles, was für die Inklusion nötig ist, wird baulich vorgesehen“, sagte Kemmelmeyer. Die Fachlehrer aber müsse das Ministerium schicken. Er appellierte: „Wir haben ein tolles Konzept. Die große Unbekannte ist der Schulleiter oder die Schulleiterin“, der oder die vom Kultusministerium bestimmt werde. „Hier sind wir alle gefordert, unsere Beziehungen spielen zu lassen, damit wir jemanden bekommen, der das Konzept unterstützt.“

Kemmelmeyer: Lust auf zweite Amtszeit

Erstmals kündigte Kemmelmeyer an, für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen, sofern „Familie und Gesundheit“ weiter mitspielen: „Es freut mich, dass die Umsetzung des Gymnasiums in meine Amtszeit fällt“, sagte er: „Vielleicht fällt die Inbetriebnahme dann in meine zweite Amtszeit.“

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