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Junge Unterföhringer diskutieren im „Fezi“, für welche Altersgruppe sich der Jugendbeirat einsetzen soll. 

Auf dem Weg zum Jugendparlament

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In  vielen Kommunen gibt es einen Beirat von Jugendlichen für Jugendliche. Ein solches Gremium soll nun auch in Unterföhring entstehen.

Unterföhring – In einem offenen Workshop haben 15 Teilnehmer die Satzung für das erste Unterföhringer Jugendparlament skizziert. Der Jugendbeirat könnte schon im Frühjahr gewählt werden.

Mit Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU), der Jugendbeauftragten Simone Guist, Hauptamtsleiter Lothar Kipp, „Fezi“-Leiter Metti Schramm und Manfred Unterstein vom Förderverein „Kinder und Jugend“ haben zehn junge Unterföhringer im „Fezi“ diskutiert. Für wen soll sich der Jugendbeirat einsetzen und wer darf gewählt werden? Zunächst gingen die Meinungen weit auseinander. „Ein 15-Jähriger hat wenig Lust, mit einem Zehnjährigen ein Projekt zu machen“, sagte Lukas (15). – „Viele von uns haben das ,Fezi’ durchlaufen. Das Programm bis 16 Jahre ist super. Wer da kein Angebot findet, ist selber schuld. Aber für die 16- bis 25-Jährigen läuft nichts mehr“, stellte Lukas (23) fest. Die Teilnehmer erhoffen sich vom Jugendbeirat mehr Veranstaltungen für junge Erwachsene, aber auch politische Unterstützung, etwa bei der Wohnungssuche: „Wenn ein 25-Jähriger zu Hause ausziehen will und eine eigene Wohnung sucht, ist das hier sehr schwierig“, sagte Benedikt (23), die Gemeinderäte hätten die Wohnungsnot zu wenig im Blick, vielleicht weil sie selbst schon älter seien. Simone Guist gab den Hinweis: „Mit 18 hat man auch die Möglichkeit, sich selbst in den Gemeinderat wählen zu lassen.“ – „Wir können uns beim Jugendbeirat nicht festlegen zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, sagte Tobias (19): „Das größte Problem ist: Wer will sich überhaupt engagieren?“ Michael (23) betonte: „Der Vorsitzende muss die Mehrheitsmeinung rüberbringen, auch wenn es nicht seine Meinung ist.“

Unterföhring sei eine junge Gemeinde, ergänzte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, mit über 2700 Zwölf- bis 25-Jährigen.

Schließlich einigten sich die Teilnehmer auf folgende Eckpunkte: Das Gremium soll sich für die Interessen der 14- bis 25-Jährigen einsetzen und für zwei Jahre gewählt werden. Bis zu neun Mitglieder sollen dem Beirat angehören. Je zwei Sitze bekommen die Altersgruppen 14 bis 16 Jahre, 19 bis 21 Jahre und 22 bis 25 Jahre. Nur die 15- bis 18-Jährigen haben drei Sitze. Die Mitglieder wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden, der dann Jugendbeauftragter ist. Pro Jahr lädt er mindestens zu drei öffentliche Sitzungen ein.

Von einer eigenen Kasse riet Manfred Unterstein ab: „Das kann zu vielen Problemen führen.“ Einfacher sei es, Anträge an den Förderverein „Kinder und Jugend“ oder an den Unterföhringer Gemeinderat zu stellen. Schließlich plädierten die Teilnehmer für eine App. Denn: „Jugendliche erfahren nicht, wenn es etwas für sie gibt in Unterföhring“, stellte Laura (15) fest. Veranstaltungen sollten digital publik gemacht werden.

Hauptamtsleiter Lothar Kipp wird nun einen Satzungsentwurf erarbeiten, der im Jugend- und Kulturausschuss beraten und spätestens Anfang 2018 von den Gemeinderäten beschlossen werden soll.

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