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„Die Bank an ihrer Seite“ hat zu: Gernot Westhäuser vor der geschlossenen Commerzbank in Unterföhring. Die nächste Filiale ist in Schwabing, Leopoldstraße. 

Kunden beklagen sich

Bankensterben in der Mediengemeinde Unterföhring

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Unterföhring – Als vor anderthalb Jahren die Hypovereinsbank an der Bahnhofstraße ihre Filiale schloss, verkündete die Commerzbank gegenüber auf einem Schild sinngemäß: „Während andere zumachen, bleiben wir an ihrer Seite.“ Darin sehen die Kunden mittlerweile einen schlechten Scherz.

Denn auch die Commerzbank hat inzwischen an der Bahnhofstraße dichtgemacht.

Schnell mal Geld holen, das ist für Bankkunden in der Mediengemeinde schwierig geworden: Seit der Schließung der Commerzbank gibt es kein Bankinstitut mehr, das der sogenannten Cash Group angehört.

Kunden von Commerzbank, Hypovereinsbank, Deutscher Bank oder Postbank, die in Unterföhring leben oder arbeiten, haben es jetzt weit, wenn sie Bargeld brauchen. Es sei denn, sie nehmen saftige Gebühren für Fremdabhebungen in Kauf, etwa bei der Sparkasse und der VR-Bank, denn die gibt es noch in Unterföhring, ebenso die Münchner Bank.

Nächste Filiale: Schwabing, Leopoldstraße

Ein Zettel am Eingang der ehemaligen Commerzbank-Filiale verweist die Kunden nach Schwabing: „Sie finden uns ab sofort in der Filiale München-Leopoldstraße 230“, steht da. „Für so einen weiten Weg habe ich keine Zeit“, sagt Gernot Westhäuser. „Es kann doch nicht sein, dass am Medienstandort Unterföhring die großen Banken reihenweise sagen: Auf Wiedersehen wir gehen. Wenn es wenigstens noch einen Geldautomaten geben würde.“ Gernot Westhäuser (72) war 25 Jahre Chef-Tonmeister bei Unitel, einer Firma der Kirchgruppe: „In Unterföhring arbeiten Tausende Menschen, die brauchen doch auch mal Bargeld.“ Er schrieb dem Bürgermeister: „Wie können Sie das zulassen?“

Doch die Gemeinde hat keinen Einfluss auf die Unternehmenspolitik der Commerzbank. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) stellte in der Januar-Sitzung des Gemeinderates klar, dass der Vermieter dem Bankinstitut sehr wohl Räume angeboten habe, doch „die oberste Heeresleitung“ der Commerzbank habe kein Interesse gehabt und auch kein Automaten-Terminal einrichten wollen, weil er sich nicht rechne.

Nicht mehr wirtschaftlich

Auf Nachfrage des Münchner Merkur nennt Hans-Peter Rudolf, Sprecher der Commerzbank, „normale geschäftspolitische Gründe“ für die Schließung. Die Unterföhringer Filiale sei eine der kleineren, die Frequenz sei gering, „und nicht mehr ökonomisch vertretbar“. Die Geldautomaten im Vorraum hätten überwiegend Nicht-Hausbankkunden genutzt. „Die Mitarbeiter haben wir alle übernommen“, betont Hans-Peter Rudolf. Kunden könnten die ihnen vertrauten Berater in München-Schwabing kontaktieren.

Die Bargeldversorgung in Unterföhring moniert auch Matthias Endriß: „Wenn ich bei der Sparkasse oder bei der VR-Bank Geld abhebe, kostet das jedes Mal drei bis fünf Euro. Das läppert sich“, sagt der 42-Jährige, der auf dem Agrob-Gelände zwischen Unterföhring und Ismaning arbeitet und nun bis nach Ismaning hineinfahren muss, um bei der Hypovereinsbank Geld zu ziehen. Wo es möglich ist, zahlt er seine Einkäufe mit der EC-Karte. Und neuerdings holt er an der Supermarktkasse Geld: „Bei Aldi, beim Hagebaumarkt und bei der DM-Drogerie geht das.“ Die Sparkasse hat ein Bankterminal am S-Bahnhof eröffnet, das würde sich Endriß auch von den Banken der Cash Group wünschen.

Übrigens: Einen Geldautomaten der Cash-Group gibt es noch im Baumarkt an der Feringastraße 5 in Unterföhring. Er ist zu den Öffnungszeiten des Baumarkts zwischen 8 und 20 Uhr zugänglich.

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