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Auch bei AirBnB hat der Bauherr die Apartments angeboten.

Unterföhringer muss Strafe zahlen

Bei AirBnB: Schwarzbau fliegt auf

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Dumm gelaufen: Ein Bauherr hat drei Apartments in Unterföhring im Internet angeboten. Nur waren die gar nicht genehmigt. Nicht nur das Landratsamt ist sauer.

Unterföhring – Drei Apartments haben zwei Bauherren aus Unterföhring in ihrem Kellergeschoss eingerichtet. Sie wollten die Räume an Touristen oder Geschäftsreisende vermieten. Eine ideale Einnahmequelle, dachten sie sich wohl. Das Landratsamt macht ihnen allerdings einen Strich durch die Rechnung: Es sieht in den Apartments einen Schwarzbau und untersagt die Nutzung.

Die Kellerräume an der Isaraustraße 16 waren schließlich nur als Hobby-, Fitness- und Aufwärmraum genehmigt. Eine Kammer unter der Treppe war in den Bauplänen als Abstellraum deklariert. Errichtet wurde aber eine Küche mit Kühlschrank, Wasserkocher, Kaffeemaschine und Mikrowelle. Auf Internetseiten bewirbt Bauherr Martin G. Apartments „mit integriertem Bad in ruhiger Lage nordöstlich von München“. Auch über das Portal „AirBnB“ wurden die Apartments separat vermietet.

Behörde verhängt Strafe

Doch davon bekamen auch die Behörden Wind. Im November erhielten die geschäftstüchtigen Bauherren Besuch vom Landratsamt. Es stellte fest: Die Räume sind zweckentfremdet. Die Nutzung wurde umgehend untersagt und eine Strafe verhängt. Sollten die Räume erneut bewohnt werden, droht wieder ein Ordnungsgeld.

Im Dezember versuchten die Bauherren, den Wohnraum im Keller zu legalisieren, ebenso die Lichtgräben vor den Fenstern. Sie beantragten bei der Gemeinde zwei Gästezimmer und ein Kinderzimmer mit je einem Bad und schlugen vor, die Lichtschächte zu verkleinern. Allerdings blitzten sie am Dienstag im Bauausschuss ab.

Gemeinderäte fühlen sich veräppelt

Fraktionsübergreifend waren sich die Mitglieder einig, dass die Wohnräume nicht genehmigungsfähig sind. „Ich habe große Zweifel“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU), „und ich lasse mich nicht gern am Nasenring vorführen“. Zudem würden sich andere sonst das gleiche Recht herausnehmen, was man verhindern wolle. Verärgert über den Antrag war auch Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU). Die illegale Nutzung sei „eine absolute Verwertung des Kellers“. Dreist sei, dass die Bauherren dem Antrag drei Beispiele beilegten, die beweisen sollten, dass auch in Nachbarhäusern Wohnräume im Keller genehmigt worden wären. „Ich war in einem der Häuser“, berichtete sie, „es gibt dort nur einen Hobbyraum mit einer Tischtennisplatte“. Sie fühle sich veräppelt.

Für die Bauherren kam erschwerend hinzu, dass den Behörden 2016 schon der Neubau auf dem angrenzenden Grundstück an der Isaraustraße 16a negativ aufgefallen war: Dort hatte der Nachbar einen Keller ausgehoben, der viel größer war als genehmigt, er überragte die Grundfläche des Wohnhauses. Das Landratsamt stoppte den Bau und verhängte ein Ordnungsgeld. Dann aber konnte mit Einverständniserklärung der Nachbarn ein Kompromiss gefunden werden. Diesmal allerdings drückte die Behörde kein Auge mehr zu.

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