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Nirgendwohin führt diese Brücke bei Unterföhring. Aus ihr wird für eine Million Euro eine Tierquerung.

Schwarzbuch des Bund der Steuerzahler

Brücken ins Nichts: in Unterföhring und Grasbrunn werden Steuer-Millionen verschwendet

Der Bund der Steuerzahler (BdST) hat jetzt wieder sein „Schwarzbuch“ veröffentlicht, in dem Fälle von Steuerverschwendung aufgedeckt werden. Darunter sind auch zwei Beispiele aus dem Landkreis München.

Unterföhring/Grasbrunn –  Auf der schwarzen Liste steht zum Einen eine Brücke über die A 99 bei Unterföhring. Der BdST bezeichnet sie als „So-da“-Brücke – also ein ungenutztes Bauwerk, das einfach seit vielen Jahren nur so da steht. Die Autobahndirektion Südbayern habe auf Anfrage des Steuerzahlerbunds erklärt, dass es sich um die Verbindung eines öffentlichen Feld- und Waldwegs handelt, der im Zuge des Ausbaus der A 99 jetzt instand gesetzt und umgebaut wird – zu einer Tierquerung. Die „So-da-Brücke“ wird also begrünt.

Auf beiden Seiten des Bauwerks wurden zwei Meter hohe sogenannte Irritationsschutzwände errichtet. Der Umbau zu einer elf Meter breiten Grünbrücke, damit künftig Hasen, Füchse und Marder die A 99 queren können, war Auflage des Planfeststellungsbeschlusses und muss daher umgesetzt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund eine Million Euro – aus der Steuerkasse.

Keine Brücke, aber eine ungenutzte Unterführung gibt es in Grasbrunn am Autobahnkreuz München-Ost. Diese wurde 1974 als Kreuzungsbauwerk der A 99 mit der damals geplanten A 87 nach Rosenheim errichtet. Doch die Planung der A 87 hatte sich zerschlagen, die Unterführung blieb. Das seit rund 40 Jahren ungenutzte Bauwerk war in die Jahre gekommen und aufgrund seines schlechten Zustands aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr instandzusetzen.

Es gab Überlegungen, die Unterführung komplett zu beseitigen. Allerdings hat sich laut Bund der Steuerzahler bei einer Überprüfung gezeigt, dass viele Tiere, wie Fledermäuse oder Füchse und Rehe, die Unterführung als Querungshilfe nutzen. „Als einzige Tierquerungshilfe zwischen dem Autobahnkreuz München-Ost und dem Autobahnkreuz München-Süd dient es der Erhaltung der Vernetzung der an der A 99 vorhandenen Lebensräume“, heißt es im Pressebericht. Also wurde die Unterführung zurückgebaut und ein Ersatzbauwerk errichtet, das aus naturschutzfachlicher Sicht unverzichtbar sei.

Die Mehrkosten im Vergleich zu einem vollständigen Rückbau betrugen rund drei Millionen – so die Mitteilung der Autobahndirektion Südbayern an den Bund der Steuerzahler.  mm

Lesen Sie auch: Schwarzbuch des Bund der Steuerzahler veröffentlicht: Das sind die größten Steuersünden in Bayern

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