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Vor dem Abriss gerettet: Das schmucke Häuschen am Bahnhof steht nun unter Denkmalschutz.  

Gemeinderat gibt Abrisspläne auf

Denkmalschutz: Das Zindlerhaus bleibt

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Das Zindlerhaus in Unterföhring bleibt: Es genießt Denkmalschutz, die Gemeinde gibt ihre Abrisspläne auf - und muss nun ein weiteres Problem lösen.

Unterföhring – Das Zindlerhaus am Bahnhof bleibt erhalten. Das Landesamt für Denkmalpflege hat das ehemalige Bahnbedienstetenhaus als Denkmal eingestuft. Infolgedessen gibt der Gemeinderat seine Abrisspläne auf. Für die integrative Krippe für 24 Kinder, die an der Stelle des Zindlerhauses neu gebaut werden sollte, sucht die Verwaltung nun ein anderes Grundstück.

Die Abrisspläne wurden Anfang Mai publik, beim festlichen Spatenstich für die Neue Ortsmitte. Sie lösten einen Aufschrei in der Bevölkerung aus: Bürger forderten den Erhalt des „Kleinods“. Mit großer Freude reagierte gestern der Heimat- und Museumsverein auf die Rettung des zweigeschossigen Gebäudes mit Walmdach und neuklassizistischen Formen aus dem Jahr 1920/25: „Wir finden das sehr positiv“, sagt Vorsitzender Peter Zimmermann. „Das Zindlerhaus gehört zu den wenigen historischen Gebäuden und ist ein wunderbarer Anblick.“

Bereits am 24. Juli hatten Vertreter von Landratsamt, Denkmalschutzbehörde und Gemeinde das Haus vom Keller bis zum Dach besichtigt. Daraufhin wurde es in der Liste der Baudenkmäler aufgeführt, zumindest „dem Benehmen nach“ ist es nun ein Denkmal. Das heißt: Die Gemeinde könnte noch Einspruch einlegen. Das aber hat der Gemeinderat nicht vor: „Wir werden mit den Konsequenzen leben und nicht gegen die Entscheidung vorgehen“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) am Donnerstag in der Sitzung des Gemeinderats. „Das Häusl bleibt stehen.“ Die Caritas-Beratungsstelle kann weiterhin das Erdgeschoss mieten, die beiden Künstler können in den Ateliers im ersten Stock bleiben. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, für den Neubau der Krippe einen anderen Platz zu suchen. Denn das Zindlerhaus in einen Krippen-Neubau zu integrieren, sei nicht möglich. „Eine integrative Kindereinrichtung kann nicht mit einem Aufzug bestückt werden“, erklärte Kemmelmeyer.

Die Verwaltung wird nun alle Grundstücke der Gemeinde, die 1000 Quadratmeter groß und gut erreichbar sind, auf ihre Eignung hin prüfen. Begeistert schien der Bürgermeister nicht von der Entwicklung: „Jetzt müssen wir das Gebäude auch erhalten.“ Da werde man noch einiges investieren müssen. „Der Keller ist feucht, das Dach marode.“ In seiner Ansprache verwahrte sich Kemmelmeyer gegen die Kritik, der Gemeinderat habe leichtfertig und hinter verschlossenen Türen den Abriss beschlossen. Den einstimmigen Beschluss für die Ortsmitte habe der Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung gefasst, „nach langer reiflicher Überlegung“. Das Ganze sei aber erst nach dem Spatenstich für die Ortsmitte „in der Öffentlichkeit hochgekocht, als der Bebauungsplan im Festzelt auslag“. Daraus ging hervor, dass der Krippen-Neubau an der Stelle des Zindlerhauses vorgesehen war. Mit dem Protest der Bevölkerung schaltete sich die Denkmalschutzbehörde ein.

Ihr Unverständnis darüber drückten Johannes Mecke (Grüne) und CSU-Fraktionssprecher Manfred Axenbeck aus. Axenbeck sagte: „Es ist verwunderlich, wenn der Denkmalschutz solche Gebäude schon annimmt. In München schauen denkmalgeschützte Häuser anders aus.“ Für die SPD, die im Mai von der Abrissentscheidung abgerückt war und dann den Erhalt des alten Häuschens forderte, betonte Philipp Schwarz: „So ist es in der Politik. Man überdenkt Entscheidungen.“ Wichtig sei nun der Erhalt der integrativen Krippe.

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