60 Zuhörer besuchen die Bürgerversammlung 2020 im Bürgerhaus, es gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. 30 Plätze bleiben leer, weil die Pandemie viele abhält.
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Die Bürgerversammlung 2020 findet in Unterföhring unter Abstandsregeln und mit Mundschutz im Bürgerhaus statt, 90 Leute haben Platz. Es kommen nur 60.

BÜRGERVERSAMMLUNG - Gefahren für Kinder erregen Gemüter – Pandemie schreckt Zuhörer ab

Der Verkehr bewegt die Unterföhringer

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Corona-Pandemie hat viele Unterföhringer davon abgehalten, die Bürgerversammlung zu besuchen. 60 Personen kamen am Mittwochabend ins Bürgerhaus, 30 Plätze blieben frei.

Landrat Göbel: Pandemie ist eine „Prüfung für die Gesellschaft“

Unterföhring – Die Vorsicht, die die Gemeinde an den Tag legt, sah man an den professionellen Vorbereitungen, die die Bürgerhaus-Techniker getroffen hatten. Landrat Christoph Göbel (CSU) bezeichnete die Corona-Pandemie als eine „Prüfung für die Gesellschaft, wie wir damit zurechtkommen und wie wir zusammenhalten“, bis die Wissenschaft die Mittel habe, um genügend Menschen zu impfen.

Peter Lorenz: Aschheimer Straße sperren

Der Verkehr in vielen Facetten, die damit verbundenen Gefahren für Kinder und die schlechte Ausstattung der Kita an der Straßäckerallee 15 waren Themen, mit denen die Unterföhringer nach dem dichten Bericht des Bürgermeisters selbst Akzente setzten. Die Anwohner der Aschheimer Straße leiden unter dem „stetig wachsenden Durchgangsverkehr“. Über die 30er Zone würden aktuell „der Wertstoffhof, die Kläranlage, die Klärschlammtrocknung, die Kompostieranlage, der Feuerwehrübungsplatz und die Kleingartenanlage erschlossen“, zählte Peter Lorenz auf. Künftig soll noch der neue Bauhof an der Birkenhofstraße überwiegend über die Aschheimer Straße angefahren werden. Und das, obwohl täglich viele Kinder die Straße nutzen, wenn sie zum Spielplatz, zum Kindergarten oder zur Jugendfarm unterwegs sind. Es fahre alle sechs Minuten ein Schwerlastfahrzeug durch die Straße, beklagte Lorenz. Er beantragte, dass die östliche Aschheimer Straße zwischen Römerweg und Birkenhofstraße für den Schwerverkehr ab 3,5 Tonnen gesperrt wird. Dafür soll der Etzweg für Lkw geöffnet werden.

„Sie haben absolut recht“, antwortete Kemmelmeyer, „das ist ein wichtiger Antrag.“ Er könne sich vorstellen, dass man eine Testphase von einem Jahr durchführe. Aber landwirtschaftlicher Verkehr, der Lieferverkehr zur Kompostieranlage und Fahrzeuge zur Gevol sollten nicht betroffen sein. Er schlug vor, den Antrag nicht in der Bürgerversammlung abstimmen zu lassen, sondern ihn direkt zur Bearbeitung in die Rathausverwaltung mitzunehmen. „Die Ergebnisse werden dann in die Gremien gebracht.“ Er sicherte Lorenz zu: „Sie können davon ausgehen, dass der Antrag innerhalb von vier Wochen bearbeitet ist.“

Sahra Kraus: Durchgehenden Gehweg längs der Kanalstraße

Heikel erleben Sahra und Florian Kraus auch den Schulweg längs der Kanalstraße. Weil es im Südteil nur einseitig einen Gehweg gibt und viele Autos parken, wird es dort schnell eng und unübersichtlich. Der Eichenweg sei keine Ausweichstrecke, weil die Kinder ihren Roller über die Treppen tragen müssten. Sahra Kraus regte einen durchgehenden Gehweg an. Auch dieses „wichtige Thema“ nahm Kemmelmeyer ohne Abstimmung direkt zur Bearbeitung mit ins Rathaus.

Auf Verbesserungen an der Mitterfeldallee drängte Elternbeiratsvorsitzender Michael Gernet: Die Linkskurve an der Unterführung hält er für höchstgefährlich, „wenn Autofahrer abgelenkt sind, fahren sie direkt auf den Gehweg“, auf dem demnächst Grundschulkinder unterwegs sein werden. Kemmelmeyer regte die Verlängerung des Geländers als Lösung an.

Walter Donaubauer: „Warum rührt sich nichts am Föhringer Ring?“

„Warum rührt sich nichts am Föhringer Ring?“, fragte Walter Donaubauer, „wann geht der vierspurige Ausbau weiter?“ Hierzu informierte Kemmelmeyer, dass die Planungen, die seit 2004 in der Schublade lagen, modifiziert werden müssten. Als Datum für die Fertigstellung gelte aber noch das Jahr 2025.

Ärgerlich ist Martina Hösch, weil der 2018 gegründete Kindergarten an der Straßäckerallee seit zwei Jahren auf ein Klettergerüst wartet. Es habe auch viel zu lang gedauert, bis endlich warmes Wasser installiert und ein Sonnensegel über dem Sandkasten angebracht war. „Die Gemeinde hat so viel Geld, ich verstehe das nicht“, schimpfte sie. Der Bürgermeister versprach, „die relevanten Stellen abzuklappern“ und zu ergründen, „wo es hängt“. Er bat alle Zuhörer: „Bitte warten Sie nicht so lange. Rufen Sie im Zweifel den Bürgermeister direkt an.“

Andreas Axenbeck: Rettungsringe am Isarkanal

Geprüft wird auch der Antrag des Ehepaars Siebenbürgen: Die Verwaltung untersucht, wo in Unterföhring eine Boulebahn platziert werden könnte. Andreas Axenbeck regte an, eine Rettungsschlinge oder Rettungsringe am Isarkanal zu installieren, „es kommt immer wieder vor, dass Hunde reinfallen und dann auch Menschen hinterherspringen“. Die Treppe zum Kanal, die das Unternehmen Uniper weggerissen habe, sollte nach Möglichkeit ersetzt werden, bat Axenbeck. Auch hier will Kemmelmeyer Gespräche führen.

Sahra Kraus empfiehlt einen durchgehenden Gehweg an der Kanalstraße.
Peter Lenz moniert den Schwerlastverkehr auf der Aschheimer Straße und fordert eine Sperrung für Lkw ab 3,5 Tonnen.

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