Lichtorgie in Unterföhring: Weil ein Elektronik-Bauteil fehlt, ist das ehemalige Marktkauf-Parkhaus in der Feringastraße, wo am 11. März Bayerns größter Edeka-Markt eröffnete, rund um die Uhr hell erleuchtet.
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Lichtorgie in Unterföhring: Weil ein Elektronik-Bauteil fehlt, ist das ehemalige Marktkauf-Parkhaus in der Feringastraße, wo am 11. März Bayerns größter Edeka-Markt eröffnete, rund um die Uhr hell erleuchtet.

Edeka-Chef betont: „Sind selbst die Leidtragenden“

In neuem Supermarkt: Nächtliche Fehlalarme gehen Anwohner auf die Nerven - „Nicht unser Verschulden“

  • Martin Becker
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Immer wieder sind die Anwohner des neuen Edeka in Unterföhring zuletzt aus dem Schlaf gerissen worden. Der Grund: Fehlalarme im Supermarkt nebenan. Damit soll aber bald Schluss sein.

Unterföhring – Aller Anfang ist schwer: Diese Lebensweisheit trifft auf Bayerns größten Edeka-Markt „Stadler & Honner“ in Unterföhring zu, der nach 14 Monaten Umbau des ehemaligen Marktkauf-Gebäudes am 11. März eröffnet worden war (wir berichteten). Seitdem schrillen immer wieder die Alarmsirenen in dem Gebäudekomplex an der Feringastraße 16, oft auch mitten in der Nacht, zum Leidwesen der Anwohner. Vor allem aber: Fast immer handelt es sich um Fehlalarme wie den am Montag um 4.51 Uhr, versehentlich ausgelöst von einem Hausmeister.

Immer wieder Fehlalarm bei neuem Edeka: Geschäftsführer betont - „Ist nicht unser Verschulden“

„Es ist nicht unser Verschulden“, betont Hans-Jürgen Honner, einer der Geschäftsführer, auf Anfrage. Die technischen Pannen lägen an dem Geflecht der vielen Baufirmen und Subunternehmer, die weiterhin permanent werkeln, da demnächst im Untergeschoss zusätzlich eine Filiale des Sportartikelausstatters Decathlon eröffnen soll.

„Wir sind selbst die Leidtragenden“, seufzt Hans-Jürgen Honner angesichts der Serie von Fehlalarmen. Allein vier Mal rückte, weil die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte, die Freiwillige Feuerwehr Unterföhring in den ersten Wochen nach der Edeka-Eröffnung an – und jedes Mal mussten die 7500 Quadratmeter Verkaufsfläche komplett geräumt werden.

Fehlalarm in neuem Supermarkt: Edeka-Chef - „Wir sind selbst die Leidtragenden“

Das ging jeweils zu Lasten des Umsatzes, besonders ärgerlich war der Fehlalarm am Karsamstag um 9.58 Uhr: Eine Dreiviertelstunde lang dauerte der Feuerwehreinsatz mitten im so wichtigen Ostergeschäft. „Die Ursache für diesen Fehlalarm kennen wir bis heute nicht“, sagt Honner. In zumindest einem anderen Fall indes war der Alarm nachvollziehbar: Ein Bauarbeiter kam mit seinem Schweißgerät zu nah an einen Temperaturfühler, der plötzlich 52 Grad Celsius anzeigte.

„Bei einem Gebäudekomplex dieser Größenordnung ist es fast normal, dass es eine Weile dauert, bis die Brandmeldeanlage richtig eingespielt ist“, sagt Andreas Schwinghammer, Vize-Kommandant der Feuerwehr Unterföhring. „Diese Phase, in der die Schwächen der Brandmeldeanlage bis zu deren Abnahme durchs Landratsamt aufgezeigt werden, kann sich schon mal bis zu einem halben Jahr hinziehen.“ Kein Trost für die Anwohner, die nachts aus dem Schlaf gerissen werden. „Aber auch für uns ist das kein Spaß, wir sind ja lauter Freiwillige“, sagt Andreas Schwinghammer über die überflüssigen Einsätze: „Gebrannt hat es noch nie.“

Neuer Edeka in Unterföhring: Parkhaus rund um die Uhr erleuchtet - „Diese Lichtorgie soll natürlich nicht sein“

Außer dem Alarm für Feuer gibt es weitere: für Kühlanlagen, für Türen, gegen Einbrecher. Die laufen nicht bei der Feuerwehr auf, sondern zunächst bei einer Sicherheitsfirma und, nach Rücksprache mit den Edeka-Chefs, eventuell bei der Polizei.

Am Ostermontag um 18.03 Uhr beispielsweise heulte die Sirene, obwohl weder Bauarbeiter noch Einkäufer vor Ort waren. Wie sich herausstellte, trieben sich drei junge Männer im Parkhaus herum und versuchten, über einen Notschacht in den Markt einzudringen. Die Alarmsirene schreckte sie auf, der Hausmeister sah das Trio nur noch aus der Ferne mit einem Auto unerkannt davonrasen.

Wochenlang haben „Stadler und Honner“, die in dem Gebäude nur Mieter sind, bei Hausverwaltung und Eigentümer darauf gedrängt, den lauten auf stillen Alarm umzustellen, um die Nachtruhe im Wohngebiet nebenan nicht zu stören. Es klappte schier nicht, weil ein Relais fehlte – erst diese Woche ist das Elektronikbauteil geliefert worden.

Ebenfalls ein technisches und nebenbei nicht gerade umweltfreundliches Problem, vom Landratsamt schon angemahnt: dass das Parkhaus seit Anfang März rund um die Uhr hell erleuchtet ist und weithin strahlt wie ein Ufo. „Diese Lichtorgie soll natürlich nicht sein“, sagt Honner, „auch hier warten wir auf ein banales Relais.“

Neuer Edeka in Unterföhring: Weiterhin Geduld gefragt - Baufirmen arbeiten an Lösungen

Um nachts das Licht ausschalten und Strom sparen zu können. Noch ein Punkt steht seit sechs Wochen auf der Wunschliste der neuen Mieter: dass endlich ein Gasanschluss gelegt wird, damit die integrierte Gastronomie beispielsweise „Hendl zum Mitnehmen“ grillen kann.

Ein bisschen wird es in den nächsten Wochen wohl noch ruckeln, die Baufirmen arbeiten mit Hochdruck an Lösungen. Für die Edeka-Betreiber, Kunden und Anwohner gilt gleichermaßen: Es wenig Geduld ist weiterhin gefragt.

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