„Ich find’ schon noch was!“ Ria Litwin bereichert ihre Krippe seit 30 Jahren immer wieder mit neuen Figuren oder Gewändern. 
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„Ich find’ schon noch was!“ Ria Litwin bereichert ihre Krippe seit 30 Jahren immer wieder mit neuen Figuren oder Gewändern. 
Das Jesuskind in der Krippe mit Maria und Josef. Die heilige Familie bei den Litwins.
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Das Jesuskind in der Krippe mit Maria und Josef. Die heilige Familie bei den Litwins.
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„Ich find’ schon noch was!“ Ria Litwin bereichert ihre Krippe seit 30 Jahren immer wieder mit neuen Figuren oder Gewändern. Fotos: Andreas Sachse

Bei Familie Litwin

Ein Kindheitstraum von einer Krippe

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Seit annähernd 30 Jahren bastelt Ria Litwin (74) an ihrer Weihnachtskrippe. Jedes Jahr fällt der passionierten Handwerkerin etwas Neues ein.

Unterföhring – : Hier eine kleine Figur dazu, dort ein weiteres Bäumchen. Ein frisches Gewand vielleicht für einen der Heiligen drei Könige, und im Hintergrund hockt doch tatsächlich ein Bub auf einem Plumpsklo.

Mit der inzwischen an die drei Meter langen und einen halben Meter breiten Krippenlandschaft erfüllt sich die Unterföhringerin Jahr um Jahr aufs Neue einen nie vergessenen Kinderwunsch. Nicht viele Weihnachtskrippen haben die chaotischen Wirrnisse des ausklingenden Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit überstanden. Ihre Mutter vermochte der kleinen Ria seinerzeit bloß einen Ersatz aus Papier zu bieten. „Zum Ausschneiden“, erinnert sich Ria Litwin. Dem Betrachter der überdimensionalen, mit unzähligen Details geschmückten Krippe gefällt die Vorstellung, das hier jemand seit annähernd drei Jahrzehnten seinen nicht enden wollenden Traum lebt.

Ehemann Rainer als Ratgeber willkommen

Ria Litwin zur Seite steht ihr Ehemann Reiner (76). Auch wenn ihm das feine Arrangieren von winzigen Hühnchen, von Lämmchen und anderen Miniaturen nicht so sehr liegt. Als wohlmeinender Ratgeber ist Reiner Litwin höchst willkommen. In ihrem Haus in Unterföhring haben sich die Litwins ihre eigene, kleine Welt geschaffen. Wo immer das Auge hinfällt, die Handschrift des Paares ist allerorten zu erkennen. Das fängt mit dem gehörnten Schädel neben der Haustür an, den Ria dereinst vom Schrottplatz mitbrachte und endet bei weitem nicht im Wintergarten, den Litwins in der ihnen eigenen Art gestalteten.

Da sind zunächst die Mitbringsel von ihren vielen Reisen. Peru, die Osterinseln, Bolivien. Sogar auf Pitcairn sind die beiden gewesen, eine Inselgruppe im Südpazifik, auf die sich einst die Meuterer der Bounty flüchteten. Angesichts der weithin dokumentierten Leidenschaft fürs Reisen wundert es auch nicht, dass Ria und Reiner Liwin sich in Ägypten kennengelernt haben.

Fundstücke aus dem Wald und vom Flohmarkt

Das Exponat schlechthin in dem gläsernen Pavillon ist aber die Krippe. Nachdem Ria Litwin sich vor vielen Jahren den Stall als Ausgangsort ihrer Phantasien besorgte, war für sie kein Halten mehr. Wann immer es ihre Zeit erlaubt, streift die Unterföhringerin über Wiesen und durch Wälder, klaubt mit Flechten bewachsene Hölzer und Moose auf, lässt kaum einen Flohmarkt aus, wo sich immer mal wieder ein brauchbares Stück findet. „So langsam ist es fertig“, lässt ihr Ehemann den Besucher wissen: „Da kommt nichts mehr dazu.“ Schon funkt seie Frau Ria dazwischen: „Ich find’ schon noch was!“ 

Motorradfahren als zweite Leidenschaft 

Robin jedenfalls fühlt sich pudelwohl im Pavillon der Litwins. Der Nachbarskater mit dem buschigen Fell schaut jeden Tag auf ein paar Streicheleinheiten vorbei. Weihnachten und Ostern, das ist Ria Litwins Zeit. Die Unterföhringerin bastelt für ihr Leben gern. Wichtig ist ihr der religiöse Hintergrund. Mitunter verfällt sie in einen tranceartigen Zustand. Allein die Kostüme der Heiligen drei Könige forderten ihre ganze Konzentration. „Mal schnell ein paar Gewänder schneidern; so funktioniert das nicht.“ Jeder Ärmel, jede Falte wird den Figuren angenäht. Die Kamele und der Esel übrigens stammen aus Dubai. „Echt Kamelfell“, verrät Reiner Litwin. Wenn die Krippe wieder in den Hintergrund tritt, pflegen die beiden Mitsiebziger ein anderes gemeinsames Hobby: Motorradfahren. Ria Litwin auf einer alten DKW, ihr Mann Reiner mit seiner Harley, Baujahr 1927.

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