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Zu eindeutig? Das Plakat am Hort erregt bei manchen Eltern Anstoß und wurde Thema in der  Gemeinderatssitzung.

Werbetafel an der Münchner Straße

Eltern finden Kondom-Werbung am Hort ein Unding

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Unterföhring - Die neue Werbetafel am Ortseingang von Unterföhring passt einigen Eltern nicht. Sie nehmen Anstoß an einem großflächigen Plakat, das direkt vor dem Kinderhort für die Benutzung von Kondomen wirbt.

Das Comic-Plakatmotiv zeigt ein Paar beim Sex in einem Aufzug und trägt die Botschaft „Ob rauf oder runter. Benutzt Kondome“. Seit einigen Wochen zieht es die Blicke der vorbeifahrenden Autofahrer auf sich – und eben auch der Grundschüler, die hier zweimal täglich vorbeilaufen. 

Schon vor Wochen hatten sich Eltern bei Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) beschwert, allerdings hing damals noch E-Zigaretten-Werbung auf der neu installierten Werbefläche. Der Bürgermeister schrieb einen Brief an die Firma Ströer Außenwerbung in Unterhaching, die die Werbefläche aufgestellt hat. Daraufhin hängte Ströer die missliebige E-Zigaretten-Werbung ab. 

Was folgte, gefällt den Eltern nun aber auch nicht, einige finden die aktuelle Werbung für Kondome am Hort ein Unding. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? 

In der Juli-Sitzung des Gemeinderats versprach der Bürgermeister, erneut einen Brief an Ströer zu schreiben. Aber viel erwartet Kemmelmeyer sich davon nicht. Denn die Werbewand ist von höherer Stelle genehmigt. Der Unterföhringer Bauausschuss hatte sie zwar an der prominenten Stelle am Ortseingang verhindern wollen, das Landratsamt hatte sie jedoch erlaubt: „Wir können nichts gegen die Plakatwand tun“, sagte Kemmelmeyer. 

Der Geschäftsführer der Ströer Außenwerbung in Unterhaching Stefan Gentschew muss über die Aufregung der Eltern ein wenig lachen, sagt dann aber bestimmt: „Wir werden dieses Plakat nicht abhängen. Die Werbung ist vom Bundesministerium für Gesundheit initiiert.“ Und er hält sie für sinnvoll: „Über die Machart kann man streiten“, meint Gentschew, „über den Inhalt aber nicht.“ Die gesundheitliche Aufklärung sei wichtig: „Aids und weitere Geschlechtskrankheiten dürfen kein Tabu sein. Dafür sind die Folgen für Betroffene, für die Angehörigen und die Gesellschaft viel zu groß.“ 

Die Kampagne „Gib Aids keine Chance“ wird vom Fachverband Außenwerbung e.V. unterstützt. Der frühere Slogan „Mach’s mit“ wurde das Markenzeichen der HIV-Prävention. Die neue Kampagne, die Cartoons und Sprüche zeigt, wie „Dein Ex juckt dich noch immer? Ab zum Arzt“ oder „Egal worauf ihr steht, benutzt Kondome“, zielt stärker auf die Prävention von Geschlechtskrankheiten an. Gentschew jedenfalls verdient an den Plakaten nichts: „Seit 1994 erhält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kostenlose Großplakatflächen in ganz Deutschland. Jährlich werden 100 000 Plakate kostenlos präsentiert.“

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