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Gemeinde streicht Weihnachtsbeleuchtung

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Von: Andreas Sachse

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Viktualienmarkt in München
Eine solche Beleuchtung wie dereinst am Viktualienmarkt wird es in Unterföhring dieses Jahr auch nicht ansatzweise geben. © Jens Hartmann

Wer sich in Unterföhring auf stimmungsvoll beleuchtete Straßen gefreut hat, der muss enttäuscht werden. Wegen der Energiekrise greifen hier Sparmaßnahmen.

Unterföhring – Auf Kufen durch die Weihnachtszeit schlittern, ist heuer nicht drin. Die jährlich im Winter auf dem Bürgerplatz installierte Eiskunstbahn hat der Kulturausschuss storniert. Auch die Weihnachtsbeleuchtung fällt der Energiekrise zum Opfer. Die Gemeinde präsentiert einen ganzen Katalog an Sparmaßnahmen.

Energiekrise: Gemeinde verzichtet auf Weihnachtsbeleuchtung und Eislaufbahn

Festlich wird es zu Weihnachten in Unterföhring nicht zugehen. Schon vor der Sitzung des Jugend- und Kulturausschusses stand fest, dass man auf die Beleuchtung mit Weihnachtssternen verzichten will. „Das wird es definitiv nicht geben“, teilte ein Rathaus-Sprecher mit.

Wem das nicht passt, der möge seinen Blick nach Osteuropa wenden. Dort tobe ein hässlicher Krieg, der auch Deutschland an den Rand des Energienotstands treibt.

Energiekrise: Weihnachtsbäume gehen gerade noch - Brunnen in Winterruhe geschickt

Dass Weihnachten bloß mit drei beleuchteten Weihnachtsbäumen dargestellt werden soll, ist man eher bereit hinzunehmen. Ein Baum soll vor dem Bahnhof stehen, ein zweiter vor dem Bürgerhaus. Der dritte nimmt seinen Platz am Rathaus ein. Weitere Sparpotenziale sind ausgelotet. Über die zum 1. September in Kraft getretene „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ verpflichtet sich die Gemeinde, Energie zu sparen, wo immer es ihr möglich ist.

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Das gilt für öffentliche Gebäude: Wie der Brunnen am Rathaus und der „Sprudler“ vor dem Bürgerhaus sind sämtliche Brunnen in Unterföhring in Winterruhe geschickt worden. Die Beleuchtung für die Pfarrvilla und die Baumstrahler vor dem Bürgerhaus wurden abgestellt.

Sparmaßnahmen wegen Energiekrise: Reaktion in anderen Gemeinden ähnlich

Lampen auf öffentlichen Wegen sind mit Bewegungsmeldern bestückt. Das Marktdach wird nicht mehr beleuchtet. Mitarbeiter der Gemeinde sind angehalten, auf Klimageräte zu verzichten. Nach Möglichkeit soll auch die Heizung im Rathaus optimiert werden. Wie das Gebäude selbst, ist die Anlage bereits 50 Jahre alt.

Aus allen Winkeln und Ecken des Landkreises München hört man von gleichlautenden Anstrengungen nahezu jeder Kommune. So sind die Mitglieder der Nordallianz übereingekommen, auf weihnachtliche Festbeleuchtung zu verzichten. Als Reaktion auf den Konflikt in der Ukraine hat Unterschleißheim schon im Juli die „AG Energie“ gegründet, die seither Einspartipps für Verwaltung, Privathaushalte und Firmen in Serie produziert (wir berichteten). Über die Bürgerbeteiligungsplattform Consul steuern Unterschleißheimer eigene Vorschläge bei. ANDREAS SACHSE

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