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„Bildschriften“ heißt die Fritz-Koenig-Skultptur vor dem Unterföhringer Rathaus. Sie stammt aus dem Jahr 1974.

Kunstwerk vor dem Rathaus

Fritz-Koenig-Kugel reist nach Florenz

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Die Unterföhringer Skulptur „Bildschriften“ wird Teil einer umfassenden Retrospektive in den Uffizien

Unterföhring – Die Skulptur vor dem Unterföhringer Rathaus reist nach Florenz und wird ab Juni 2018 für drei Monate Teil einer großen Fritz-Koenig-Retrospektive in den Uffizien und den Boboligärtent. Das gab Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats bekannt. „Es ist für uns eine große Ehre“, sagte Kemmelmeyer. Die rechtlichen Bedingungen würden derzeit geprüft, einer generellen Leihzusage stehe aber nichts entgegen.

Fritz Koenig, der zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart zählt, wurde 1924 in Würzburg geboren und starb am 22. Februar 2017 im Alter von 92 Jahren in Altdorf bei Nürnberg. Das Unterföhringer Kunstwerk mit dem Titel „Bildschriften“ stammt aus dem Jahr 1974 und wurde zur Eröffnung des Rathauses aufgestellt. Die Skulptur ist eine von nur drei Bronzekugeln die Koenigs „Bildschriften“ zeigen. „Es gibt weltweit nur drei solcher Skulpturen, die anderen sind in Wuppertal und Los Angeles“, sagt Stefanie Weinmayr, sie leitet das Skulpturenmuseum der Stiftung Koenig in Landshut: „Unterföhring kann sich glücklich schätzen, diese Skulptur zu besitzen. Für eine repräsentative Werkschau wie die Retrospektive in Florenz ist sie unverzichtbar.“

Koenigs Kunst findet sich im Residenzgarten in München, im Park von Schloss Bellevue in Berlin oder vor der deutschen Botschaft in Madrid. Berühmt wurde der fränkisch-niederbayerische Künstler vor allem durch seine Skulptur „Sphäre“, die auf der Plaza des World Trade Centers in New York bis zum 11. September das Zentrum des Platzes markierte und aus dem Trümmerfeld von Ground Zero fast unbeschädigt geborgen werden konnte. Dieses Werk wurde nachträglich ein Anti-Gewalt-Denkmal.

Fritz Koenig fertigte die Skulptur an, die vor dem World-Trade-Center in New York an die Terroropfer vom 11. September erinnert. Das Foto stammt aus dem Jahr 2016. 

Die Werkschau in Florenz wird laut Weinmayr die erste Retrospektive in den Uffizien sein seit der Henry-Moore-Schau in den sechziger Jahren und einem internationalen Publikum Einblick in Koenigs Werk geben. Er selbst sei ein öffentlichkeitsscheuer Mensch gewesen und habe sich nie für den Kunstmarkt interessiert. In den Boboligärten werden Großskulpturen ausgestellt, während in den Galerien der Uffizien ein Überblick über Koenigs gesamtes grafische und plastische Werk gegeben wird. Auch das Unterföhringer Kunstwerk ist ab 20. Juni, dem Geburtstag Koenigs, im „Giordano di Boboli“ zu sehen. Seine „Bildschriften“ sind nicht zu entschlüsselnde Zeichenreihen, die er begleitend zur Entwicklung der Skulptur entwarf. „Es sind eine Art Hieroglyphen, in denen man Paare, Reiter, Pferde und Mischwesen erkennen kann“, Themen, die Koenig als Bildhauer interessierten, erklärt Weinmayr.

Noch vor Ostern wird die kostbare Skulptur abgeholt. Der Sockel bleibt zurück, allerdings wird die Kugel in der Ausstellung ähnlich „gesockelt“, erklärt Weinmayr, „die Sockelung wurde von Fritz Koenig mit Bedacht gewählt und drückt eine Verletzlichkeit aus“.

Wer das Skulpturenmuseum der Stiftung Koenig im Hofberg in Landshut besuchen will, muss sich beeilen. Es wird nach der Gedenkveranstaltung zum ersten Todestag vom 23. Februar an geschlossen.

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