„Einer gibt sich Mühe und alle beschweren sich nur“: Roland Keil hat wegen seiner Blumen Ärger mit den Nachbarn.
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„Einer gibt sich Mühe und alle beschweren sich nur“: Roland Keil hat wegen seiner Blumen Ärger mit den Nachbarn.

Tropfender Balkon im Landkreis München

Die „Haus Mafia“ von Unterföhring

  • Laura May
    VonLaura May
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Die Blumen von Roland Keil sind schön anzuschauen und sogar prämiert. Doch einigen Nachbarn scheinen sie ein Dorn im Auge zu sein.

Unterföhring – Mühsam und liebevoll hegt und pflegt Roland Keil seine Blumenpracht auf dem Balkon an der Föhringer Allee 61. Doch jetzt soll bei der Eigentümerversammlung der Wohneinheit Nummer 109 darüber beratschlagt werden, ob die Pflanzen wieder weg müssen. Und das alles, weil sich einige Nachbarn beschwerten.

„Einer gibt sich Mühe und alle beschweren sich nur“, sagt der 69-Jährige. Er habe sich mit seinen Blumen sehr viel Mühe gegeben und sogar den zweiten Platz beim örtlichen Blumenschmuckwettbewerb gewonnen. Unterföhring kürt hierbei „besonders wirkungsvollen und vorbildlichen Blumenschmuck, der vor allem der Ortsbildverschönerung dient“. Teilnehmen können bei dem Wettbewerb Menschen mit besonders schönem Fenster- oder Balkonblumenschmuck.

Es seien zwei oder drei Anwohner der Anlage, die sich an seinem prächtigen Blumenbalkon störten, erzählt Roland Keil. So verbissen hätten sich einige Anwohner auf seine Blumenkästen eingefahren, dass „einer sogar die Eigentumsversammlungen bis 1994 zurückverfolgt hat, um einen etwaigen Beschluss gegen Blumenkästen zu finden“. Einen solchen Beschluss gibt es bisher nicht.

Unterföhringer hat Stress mit der „Haus-Mafia“: „Ich bin einfach ein Blumenfreund“

Die Hausbewohner, die Keil auch „Haus Mafia“ nennt, haben sich anonym bei der Hausverwaltung Ries Immobilien beschwert und wollen anonym bleiben, wie aus einem Schreiben des Immobilienverwalters Bernd Müller hervorgeht – Roland Keil wisse aber schon wer hinter den Beschwerden steckt. Die Motivation verstehe er jedoch nicht, denn die angegebenen Gründe, seine Blumen würden tropfen und es bestehe Gefahr, dass etwas herunterfällt, sind für ihn nur Vorwände. „Ich weiß nicht, was die Leute dagegen haben. Es kann nichts herunterfallen und es tropft auch nicht dauernd“, sagt Keil. Die Abflusslöcher der Kästen seien verstopft und alles mit Gurten gesichert. Er gieße sogar inzwischen immer nach 22 Uhr, um nicht zu stören.

Schwer nachzuvollziehen also, dass sich tatsächlich jemand an der bunten Blumenpracht stört, die ja für alle die Sicht verschönern. Die meisten Anwohner würden sein pflanzliches Engagement jedoch schon würdigen. „Die Leute gegenüber freuen sich und sagen mir: das hast du toll gemacht.“ Roland Keil will sich von der Kritik nicht entmutigen lassen und die Gemeinde auch in Zukunft verschönern: „Ich bin einfach ein Blumenfreund. Ich habe auch schon ein anderes Wiesenstück in Unterföhring bepflanzt.

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