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Im Geldspeicher: So sieht unser Karikaturist Horst Muscheid die Rücklagenentwicklung in  Unterföhring und Grünwald, wo der  Negativzins die Bürgermeister kalt lässt...

Haushaltsplanung in Unterföhring

Kontostand wächst auf halbe Milliarde

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Rücklagen von knapp einer halben Milliarde und ein Haushalt in dreistelliger Millionenhöhe: Unterföhring kann aus dem Vollen schöpfen – und darf auch weiterhin investitionsfreudig in die Zukunft gehen.

Unterföhring – Einstimmig hat der Unterföhringer Gemeinderat den Entwurf für den Haushaltsplan 2017 genehmigt. „Unterföhring steht sehr gut da, in einer Zeit, in der andere Kommunen in Bayern, Gebühren erhöhen müssen“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in seiner Haushaltsrede. Die kinderreiche Gemeinde unterstützt ihre Bürger mit vielen freiwilligen Leistungen. So sind Kindergärten, Krippen, Horte und Tagesmütterplätze weiterhin für Eltern kostenlos. Das jährliche Defizit von rund sieben Millionen Euro entgangener Elternbeiträge übernimmt die Gemeinde. Und für Straßenausbau und Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr müssen die Unterföhringer weiterhin nicht zahlen – dank der satten Gewerbesteuereinnahmen, die aus dem großen Gewerbegebiet in die Gemeindekasse sprudeln: Wie schon im Vorjahr rechnet die Gemeinde mit vorsichtig kalkulierten 150 Millionen Euro.

Gewerbesteuern als wichtigste Einnahmequelle

Den Dank an die Steuern zahlenden Betriebe verband Kemmelmeyer mit dem Hinweis, dass sich Unterföhring in der Verantwortung sieht, gute Standortfaktoren für die 22 000 Mitarbeiter in den örtlichen Betrieben zu bieten. Stolz ist er darauf, dass sich die beiden Dax-Konzerne klar zu Unterföhring bekennen: 2015 baute die Allianz für 110 Millionen Euro ihren Campus aus. „Jetzt folgt der Neubau von ProSiebenSat1 in Kombination mit unserer Ortsmitte Ufo“, Kemmelmeyer fügte hinzu, „es waren noch andere Standorte im Gespräch“. Für die Betriebe will die schuldenfreie Gemeinde „ein verlässlicher Partner“ sein: Der Gewerbesteuersatz bleibt bei 330 von Hundert.

Viele Investitionen stehen an: Baumaßnahmen von 64,1 Millionen und Grunderwerb von 25,2 Millionen Euro. Kemmelmeyer zählte einige Projekte auf: das Gymnasium und die Grundschule, das VHS-Musikschul-Haus, den Rathausneubau, die Leitungsverlegung der Geovol, Parkhaus und Tiefgarage im Gewerbegebiet und die Erweiterung der Kläranlage. Einstimmig beschloss der Gemeinderat auch den Stellenplan, der sich von 129 auf 135 Mitarbeitern erhöht.

Einstimmig für den Haushaltsplan

Die beachtlichen Rücklagen sind 2016 weiter gewachsen und bilden mit 490,2 Millionen Euro ein sicheres Polster, das trotz niedriger Zinssätze und in Zeiten von Strafzinsen 4,1 Millionen Zinsen abwarf.

Auch dem Finanzplan für die Jahre 2016 bis 2020 billigte der Gemeinderat einstimmig. Die Fraktionen dankten Kämmerer Andreas Kleebauer für die „konstruktive Arbeit“ im Finanzausschuss. „Der Haushalt ist beachtlich und für dieses und nächstes Jahr stimmig“, sagte Jutta Schödl. Allerdings forderte sie für die SPD, dass für die Jahre 2019 und 2020 die Nachfolgekosten für die Projekte, die dann schon fertig sein werden, eingearbeitet werden, was der Bürgermeister für den Sommer zusagte.  Josef Ebert (CSU) forderte, dass der Finanzausschuss angesichts großer Investitionen öfter tagen müsse. Manuel Prieler (PWU) lobte das Zahlenwerk: „Wir sind für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“

Hohe Abgaben an den Landkreis:

Zwar sticht im Landkreis München die vermögende Gemeinde Unterföhring neben Grünwald hervor, dennoch liegt sie – auf sehr hohem Niveau – im Trend der Umlandgemeinden, den Andreas Kemmelmeyer so beschreibt: „Stagnation der Einnahmen, Zunahme der Ausgaben.“ Der Gesamthaushalt umfasst inzwischen 238,8 Millionen (Verwaltungshaushalt: 137,42 Mio., Vermögenshaushalt: 101,36 Mio.) und liegt damit ein Stück über dem des Vorjahres (234,9 Mio.).

Ein gewichtiger Aspekt im Haushalt ist die Kreisumlage: 2017 überweist Unterföhring 67 Millionen ans Landratsamt, was dem sehr guten Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2015 (179 Mio.) geschuldet sei, erklärte Kemmelmeyer (2015 betrug die Kreisumlage 25,4 Mio; 2016: 51,1 Mio.).

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