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Der alte Dorfkern entlang der Münchner Straße mit der Kirche St. Valentin im Hintergrund kommt auf den Prüfstand.   

Historisches Zentrum Unterföhring auf dem Prüfstand

Kein Stückwerk im alten Ortskern

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Kein Stückwerk für Unterföhrings altes Ortszentrum: Dort kommt nun einiges auf den Prüfstand.

Unterföhring – Während die neue Ortsmitte am Bahnhof in Unterföhring gerade neu gebaut wird, soll die alte Ortsmitte auf den Prüfstand: Eine Mehrheit des Gemeinderats hat mit 16:8 Stimmen für eine Rahmenplanung gestimmt. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum wird nun damit beauftragt.

Betroffen ist das Areal rund um Rathaus, Gockl und Pfarrvilla mit Teilbereichen von Münchner Straße, Bahnhofstraße, Kanalstraße, Kirchenweg, Schulstraße und St.-Florian-Straße. Gerne hätte die SPD auch den Gockl und den Hort in das neue Gesamtkonzept einbezogen. Allerdings werden diese schon beschlossenen Neubau-Projekte nicht gestoppt: Die Mehrheit forderte, dass hier die Planer weiterarbeiten sollten. Unberührt sind von einer solchen Rahmenplanung die Baumöglichkeiten und der Bestand der privaten Grundstückseigentümer in dem Gebiet.

Die SPD sieht vieles im Umbruch: Das Rathaus soll in die neue Ortsmitte verlegt werden, ebenso wird eventuell die Feuerwehr umziehen. Beide frei werdenden Bauräume möchte die SPD für Wohnungsbau nutzen. Die Gemeinde soll die Chance ergreifen, ein Gesamtkonzept für die alte Ortsmitte zu entwickeln. Die SPD sieht die Gefahr, dass „Stückwerks-Arbeit“ die urbane Ortsmitte unwiederbringlich zerstören könnte. Die Rahmenplanung solle den Bestand erfassen und Verbesserungen für den Verkehr in der Ortsmitte aufzeigen.

Ebenso wie CSU-Fraktionssprecher Manfred Axenbeck warnte Günther Ernstberger (PWU): „Man darf den Gockl und den Hort nicht in die weite Zukunft suspendieren.“ Wenn man dies berücksichtige, blieben nur zwei Grundstücke übrig: das Feuerwehr-Gelände und das Rathausgrundstück. „Dafür eine Rahmenplanung zu machen, halte ich für überzogen. Wir können selbst Ideen entwickeln, was wir da wollen“, sagte er. Thomas Weingärtner (SPD) entgegnete: „Wir können nur etwas entwickeln, wenn uns die Straße auch gehört.“

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) lehnte den Schritt ab: Eine Rahmenplanung sei nur eine Empfehlung, aber rechtlich nicht verbindlich, „damit können Sie keinen zu etwas zwingen. Es sei denn, Sie legen einen Bebauungsplan darüber“. Er selbst halte weder Rahmenplanung noch Bebauungsplan für notwendig, sagte er unmissverständlich. „Aber wenn die Mehrheit es will, machen wir es.“

Johannes Mecke (Grüne) erklärte: „Es ist ein zähes Ringen um das Gockl-Gebäude. Was beschlossen wurde, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir haben noch keine Toplösung.“ Die Rahmenplanung sei sinnvoll, „weil wir aus dem Gestopsel da drüben dann noch etwas Sinnvolles machen könnten“.

SPD-Fraktionssprecher Philipp Schwarz argumentierte: „Wir haben ganz viele Baustellen in diesem Jahr aufgerissen, deshalb sagt die SPD: Stopp. Schauen wir das Ganze erst in Ruhe an.“ Dem hielt Dritter Bürgermeister Johann Zehetmair (PWU) entgegen: „Die meisten Grundstücke in der alten Ortsmitte gehören der Gemeinde. Wir haben es selbst im Kreuz, dort etwas Sinnvolles umzusetzen.“ Der Planungsverband könne allenfalls einen Bestand erheben, „und Empfehlungen aussprechen, was erhaltenswert ist“. Am Ende der Debatte stimmten SPD, CSU und Grüne für die Rahmenplanung.

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