Neuer oder ter Stegen? Löw legt sich wohl auf Nummer 1 fest

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Praktisches Gefährt: Das Hühnermobil von Stefan Zehetmair steht auf einer Wiese am Etzweg.

Stall der besonderen Art

Hühner auf Reisen

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Heute hier, morgen dort: Die Hühner von zwei Landwirten aus dem Landkreis gehen auf Reisen - in einem besonderen Zuhause.

Unterföhring/Grasbrunn – Drei Hähne krähen auf einem Acker am Etzweg. Hahnenschreie in Unterföhring sind neu. Die Wiese am Etzweg ist seit kurzem die neue Heimat von 240 Hühnern – sie leben dort in und rund um ein Hühnermobil.

Der angehende Landwirtschaftsmeister Stefan Zehetmair hat auf einem Acker Gras eingesät. Nun ist eine Wiese gewachsen, auf der die Tiere von morgens bis abends auf Achse sind. Artgerechte Haltung für glückliche Hühner, weitab von der Wohnbebauung, wo das Federvieh niemanden stört. Das ist die Idee des Hühnermobils.

Immer frisches Grün unter den Krallen

Alle paar Tage steht ein Ortswechsel an. Dann spannt der 22-Jährige den fahrbaren Hühnerstall vor einen Traktor und zieht ihn ein paar Meter weiter. So haben die Tiere immer frisches Grün unter den Krallen, können scharren und picken und baden. Zwei Container hat Stefan Zehetmair mit Sand gefüllt, darin lassen sich die Hühner mit gespreizten Flügeln nieder, schubbern und wackeln mit dem Bauch. Das Sandbad bereitet ihnen nicht nur Vergnügen, „es beugt auch gegen Milben vor.“

Liebe, Luft und Auslauf genießen die Hühner von Thomas und Stefanie Unterbichler aus Grasbrunn.

Solarmodule auf dem Dach liefern die Energie für den vollautomatischen Betrieb des Hühnermobils: Bei Sonnenaufgang, wenn die Hühner aktiv werden, öffnen sich die Klappen, die Tiere verlassen den Scharrbereich und flitzen ins Freie. Abends, nach Sonnenuntergang, schließen die Türen sich, dann finden die Hennen Platz in der oberen Etage des Stallwagens auf einer Stange.

Noch sind die Eier der Junghennen zwar recht klein, aber in einigen Wochen könnten sie groß genug für die Vermarktung sein. Dann wird der Familie Zehetmair ein Gartenhäuschen aufstellen und einen Kühlschrank hineinsetzen. Dort können sich die Kunden dann selbst bedienen, ganz nach dem Prinzip der Blumenfelder, wo man Sonnenblumen selbst schneiden kann.

Auch Thomas Unterichler (30) und seine Frau Stefanie (24) machen gute Erfahrungen mit dem Hühnermobil und der Eiervermarktung mit Selbstbedienung: „Das basiert auf Vertrauen und funktioniert sehr gut“, sagt Landwirt Thomas Unterbichler aus Grasbrunn. „Die Leute sind sehr ehrlich.“ Die Kunden kommen auf ihren Spaziergängen zu den zwei Hühnermobilen der Unterbichlers am Neukeferloher Weg zwischen Grasbrunn und Keferloh. In einem kleinen Selbstbedienungsladen können sie außer Eiern auch Speisekartoffeln aus einem Schrank nehmen oder Honig. Auf einem großen Tisch ist die Geldkassette festgeschraubt, da werfen sie durch einen Schlitz das Geld hinein.

Körner-Futter aus eigenem Anbau

Zweimal am Tag schaut Landwirt Unterbichler nach den Hühnern, sammelt Eier ein und füttert sie mit Getreide aus eigenem Anbau. Weizen, Hafer, Körnermais oder Gerste sind also auch regional erzeugt. Das schätzt der Kunde: Im Selbstbedienungsladen kann er das Futter sehen, das auf einem Regal an der Wand in beschrifteten Gläsern präsentiert wird.

In den vergangenen Wochen war einiges los im Holzhäusl am Neukeferloher Weg. „Gerade vor Ostern sind die Eier gefragt“, sagt Unterbichler, „besonders die weißen“. Dabei legt nur ein kleiner Teil seiner Hennenschar weiße Eier, „nämlich die mit den weißen Ohrläppchen“, verrät der Hühnerspezialist. „Die Hennen mit den braunen Ohrläppchen legen nur braune Eier.“

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