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Die Feuerwehr Unterföhring und die Polizei retten ein Reh aus dem Isarkanal. Der Einsatz am 4. August ist der bislang letzte einer langen Serie.

Zaun zur Sicherung?

Isar-Kanal wird Tieren zur Falle

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Ismaning – Immer wieder kommt es vor, dass Tiere, insbesondere Rehe, in den Isar-Kanal stürzen. Oft kommen die Vierbeiner nur mithilfe der Feuerwehr wieder aus dem Wasser. Aus der Öffentlichkeit kommt die Forderung, einen Zaun am Isar-Kanal zu errichten. Der Energiekonzern EON betreibt den Kanal. Pressesprecher Theodoros Reumschüssel erklärt im Interview, warum ein Zaun eigentlich keine befriedigende Lösung ist.

Herr Reumschüssel, immer wieder stürzen Tiere in den Isar-Kanal. Oft muss dann die Feuerwehr anrücken und die Tiere retten. Warum stellt man nicht einfach einen Zaun auf?

Theodoros Reumschüssel: Den Isar-Kanal gibt es seit mehr als 80 Jahren. Es ist ein Bauwerk, das im Freizeitverhalten der Menschen eine große Rolle spielt. Zum Beispiel drehen viele Jogger dort ihre Runden. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir daher immer Abstand davon genommen, einen Zaun aufzustellen. So eine Maßnahme würde die Landschaft zerschneiden. Ein Zaun wäre nur die Ultima Ratio.

Was kann man stattdessen tun?

Reumschüssel: Wir haben versucht, mit gezielten Maßnahmen dagegen anzugehen. Zum Beispiel haben wir zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband und den Feuerwehren einen speziellen Rettungsgurt für Tiere entwickelt. Außerdem gibt es am Kanal rund alle 200 Meter Ausstiegshilfen für Tiere. Das sind spezielle Gittersysteme mit einer Länge von 20 bis 30 Metern. Auch diese Maßnahme haben wir zusammen mit dem Jagdverband entwickelt. Da sich die Tiere naturgemäß an Büschen orientieren, haben wir die Gitter auch bepflanzt. Zudem haben wir Info-Tafeln für Fußgänger aufgestellt.

Was steht da drauf?

Reumschüssel: Verhaltensregeln für Erholungssuchende. Es ist so, dass Tiere in der Regel sehr scheu sind. Wenn nun aber Menschen direkt vor einer Ausstiegshilfe stehen, dann wird das Tier dort sicher nicht rausgehen. Man sollte sich also nicht zu nah beim Tier aufhalten und darauf vertrauen, dass sich ein gesundes Tier aus aus eigener Kraft aus dem Kanal befreien kann.


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