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Die Schnelleinsatzgruppe beim Einsatz 2015.

Jahrhundert-Sommer 2015 fordert Wasserwacht Feringasee

Nichtschwimmer fordern Wasserretter

Unterföhring – Der Jahrhundertsommer 2015 hatte es in sich: 127 Einsätze für die Wasserwacht Feringasee, 26 für ihre Schnelleinsatzgruppe. Ein Tag war für sie besonders tragisch.

7585 Einsatz- und Dienststunden: Der „Jahrhundertsommer“ 2015 verlangte der Wasserwacht-Ortsgruppe Unterföhring-Feringasee viel ab. Doch die Bilanz, die Ortsgruppenleiter Michael Welzel nun bei der Jahreshauptversammlung zog, fiel dennoch bemerkenswert positiv aus. 

Denn die nötigen Hilfeleistungen sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Besonders erfreulich sei, dass es „trotz des heißen Sommers“ keinen Ertrunkenen gegeben habe, sagt Ingo Russnak, Öffentlichkeitsbeauftragter der Wasserwacht Unterföhring. Das Spektrum der Einsätze war dennoch breit gefächert. „Von allergischen Reaktionen auf Insektenstiche bis zu Kreislaufproblemen war alles dabei“, sagt Russnak. Auch chirurgische Notfälle wie eine ausgekugelte Schulter oder Platzwunden mussten versorgt werden. „Insgesamt verlief es aber doch relativ ruhig“, sagt Russnak trotz der 127 Einsätze erleichtert.„Die kuriosen oder tragischen Vorfälle blieben uns am Feringasee erspart.“ 

Nicht ganz so positiv verlief das Jahr dagegen für die Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Wasserwacht. Die Ortsgruppen Unterföhring, Feldkirchen, München-Nord und München-Ost bilden gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr die Sondereinheit für Ertrinkungsunfälle in Seen und Flüssen im Münchner Umland. 26 Mal mussten die speziell ausgebildeten Wasserretter ausrücken. 

Neben einigen Personensuchen wird ihnen vor allem ein Sonntag im Juli 2015 in Erinnerung bleiben: Gleich zwei ertrunkene Menschen mussten sie aus dem Riemer Badesee bergen. „Neben alkoholisierten und herzkranken Personen sind Nichtschwimmer am stärksten gefährdet“, erklärt Russnak. Auch die Flüchtlingswelle merkt die Wasserwacht. Viele der Asylbewerber könnten nicht schwimmen. „Das hat 2014 schon begonnen“, berichtet Russnak, „und die Zahlen steigen weiter.“ 

Ein Trend, der Personal erfordert. Die Akquise von neuen Rettern gestaltet sich jedoch schwierig. Zu den aktuell 249 Mitgliedern, davon aber nur 35 Aktive, gesellen sich immer weniger Ehrenamtliche. „Leider fehlen uns die Jungen im Alter von 20 bis 30 Jahren“, sagt der Sprecher. Der Faktor Zeit spiele dabei eine ganz entscheidende Rolle: „Das Leben wird immer kurzweiliger, die Freizeit immer weniger und die Ausbildung immer umfassender.“ Dabei braucht es nicht viel, um Mitglied bei der Wasserwacht zu werden. 

Neben Zeit, Spaß am Element Wasser und Freude an sozialem Engagement benötige man keine besonderen Voraussetzungen. „Die Aus- und Fortbildungen erhält man bei uns, kostenfrei selbstverständlich. Außerdem bringt eine Mitgliedschaft bei uns auch außerhalb der Wasserwacht Vorteile“, wirbt Russnak. So könne ein bei der Wasserwacht erworbener Führerschein für Motorboote ganz einfach in einen Sportboot-Führerschein umgewandelt werden. „Wir freuen uns über jedes engagiertes neues Gesicht“, betont Russnak. Wer „den Spaß am Sport und die Freude am Helfen“ mit der Wasserwacht Unterföhring- Feringasee teilen möchte, erhält per Mail an wasserwacht@feringasee.de weitere Informationen.

mh

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