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Jung und erfahren: Philipp Schwarz (SPD).

Kommunalwahl 2020

Wie der Vater so der Sohn: Philipp Schwarz kandidiert für die SPD als Bürgermeister

  • vonAndreas Sachse
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Sein Vater war zwölf Jahre lang Bürgermeister von Unterföhring, nun will Philipp Schwarz für die SPD das Rathaus zurückerobern. Hier gibt‘s einen Überblick über sein Wahlprogramm.

Unterföhring – Auf dem Rednerpult sein rotes Parteibuch aufgebaut, gestikuliert Philipp Schwarz (37) mit beiden Händen. Soeben hat die SPD den Sohn des 2014 aus dem Rathaus ausgeschiedenen Franz Schwarz (66) einstimmig als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Mit Philipp Schwarz setzt die SPD auf Jugend und Erfahrung. In der Politik darf man mit 37 durchaus noch den Anspruch erheben, der Jugend zuzugehören. In den Wahlkämpfen des Vaters erlangte Schwarz seine Reifeprüfung. „1996 war besonders hart.“ Franz Schwarz unterlag knapp dem Amtsinhaber. Sein Sohn war damals 16.

Bürgermeisterwahl Unterföhring: Schwarz hat keine Lust auf parteipolitische Grabenkämpfe

Jung und erfahren? Mit dem einstimmigen Ergebnis signalisieren die SPD-Mitglieder, den idealen Kandidaten aufgestellt zu haben, sich das Rathaus nach sechs Jahren zurückzuholen. Der 37-Jährige bewirbt sich als kompletter Kandidat. Der als Marketingmanager tätige Diplom-Betriebswirt hat neben gewerblichen Themen auch Soziales und Umwelt im Portfolio. Überlastung scheint ihm nichts anhaben zu können. Parallel zu Job und Gemeinderat schloss er ein weiteres Master-Studium ab, ebenfalls im Bereich der Wirtschaftswissenschaften.

Philipp Schwarz will ein pragmatischer Bürgermeister sein, der sich nicht scheut, mit anderen Fraktionen Mehrheiten zu schmieden, wenn es der Sache dient. Ob Verkehr, Umwelt oder Wohnen; Ergebnisse hofft Schwarz, mit starken Bündnissen im Rücken zu erzielen. In Sachen Föhringer Ring, für eine U-Bahn ins Gewerbegebiet, ein funktionierendes Radkonzept und für mehr Grün im Ort würde Schwarz fernab parteipolitischer Grabenkämpfe mit den Genossen in Ismaning genauso paktieren wie mit den Grünen, der CSU.

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Bürgermeisterwahl Unterföhring: „Unsere Rücklagen schmelzen dahin.“

 Als Bürgermeister einer der wohlhabendsten Kommunen im Landkreis will Philipp Schwarz mehr Verantwortung in der Vorreiterrolle übernehmen, „Leuchtturmprojekte“ initiieren. Nachhaltig und ideologisch denken: „Wo können wir uns etwas leisten, was sich andere nicht leisten können.“

Schwarz tritt für mehr Bürgerbeteiligung an, will für die Unterföhringer möglichst oft ansprechbar sein. Die Verwaltung will er entlasten – auch durch mehr Digitalisierung –, Fachkräfte am Ort halten oder in die Gemeinde locken. Bei all den Wohltaten darf ein Rathauschef die Finanzen nicht aus den Augen verlieren. Schwarz ist das bewusst. „Unsere Rücklagen schmelzen dahin.“ Er tritt für eine dritte Gewerbezone ein, hofft auf ein „attraktives IT-Unternehmen“ als Steuer-Zahler.

Schwarz untermalt markante Sätze mit ausladenden Gesten. Sein Parteibuch nennt er seinen Talisman. Und Vater Franz ist anzusehen, wie sehr ihn der Auftritt des Sohnes mit Stolz erfüllt (siehe Interview unten). Im Kleinen Saal des Bürgerhauses hat er sich einen Platz in der ersten Reihe gesichert. An diesem großen Abend für den Sohn – und vielleicht ja auch die Unterföhringer SPD.

Vor der SPD hat bereits die PWU Amtsinhaber Andreas Kemmelmeyer aufgestellt, die Grünen gehen mit ihrem Ortsvorsitzenden ins Rennen, und die CSU setzt auf Manfred Axenbeck. 

Interview: „Ich will in meinen eigenen Fußstapfen wandeln“

Manchmal fällt der Apfel eben doch weit vom Stamm. Als Sohn eines in Unterföhring wohlgelittenen SPD-Bürgermeisters – verspürten Sie nicht den drang,sich politisch anderweitig zu orientieren?

Ich stamme aus einer sozialdemokratischen Familie. Auf meinem Gymnasium im Lehel, mit all den versnobten Leuten, da spürte ich, wie stolz ich bin der SPD anzugehören. Meinem Vater nahezu sein in seiner politischen Arbeit, war großartig. 

Wie ist das mit den Fußstapfen, die bisweilen zu groß scheinen?

Ich will schon in eigenen Fußstapfen wandeln. Das hat aber nichts so viel mit meinem Vater zu tun. An seiner Seite bin ich groß geworden in der Kommunalpolitik. 

Was qualifiziert Sie zum Nachfolger des Nachfolgers Ihres Vaters?

Mit Unterföhring bin ich eng verwurzelt. Seit sechs Jahren gehöre ich dem Gemeinderat an, bin Fraktionsvorsitzender. Seit 22 Jahren mache ich aktiv Politik. Mit einem Wort: Ich kenne mich aus.

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