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Hier sind Frauen stark vertreten: Bürgermeisterkandidat Johannes Mecke (6.v.r.) blickt zuversichtlich auf den Gemeinderats-Wahlkampf.

Johannes Mecke ist der Bürgermeisterkandidat der Grünen

Alle gegen den Kohleblock

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Politischen Elan erleben die Grünen in Unterföhring. 24 Namen stehen auf der Gemeinderatsliste, die die Mitglieder am Donnerstag einstimmig beschlossen haben.

Unterföhring – Einstimmig verlief auch die Wahl von Johannes Mecke zum Bürgermeisterkandidaten. Der 65-Jährige bringt jede Menge Erfahrung mit. Seit 29 Jahren ist der Musikschulleiter im Gemeinderat, 23 Jahre war er Einzelkämpfer. Erst 2014 erlangten die Grünen zwei Mandate. Seither sitzt Gisela Fischer (65) mit ihrem Mann am Ratstisch. „Wir haben zu zweit schon einiges bewirken können“, sagte sie, „diesmal sind aber fünf Sitze unser Ziel.“

„Uns stinken der Verkehr, das Heizkraftwerk und die schlechten Bedingungen für Radfahrer“

Mecke blickte auf erfolgreiche Anträge und die Gründung des Aktionsbündnisses „Raus aus der Steinkohle“ zurück. „Unterföhring hat sich prosperierend entwickelt, aber dafür zahlen wir auch viel. Uns stinken der Verkehr, das Heizkraftwerk und die schlechten Bedingungen für Radfahrer.“ Er fordert: „Der Kohleblock muss 2022 abgeschaltet werden.“ Mit dem ADFC will er einen Masterplan entwickeln, die Münchner Straße soll Gemeindestraße und dann zurückgebaut werden. 

Mit Ehefrau Gisela Fischer führt er die Liste an. Allerdings gilt bei den Grünen das Frauenstatut, wonach ungerade Plätze Kandidatinnen zur Verfügung stehen. Auf Platz eins kandidiert Gisela Fischer. Mecke rückt auf Platz zwei. Frauen und Männer wechseln sich ab. Das Durchschnittsalter ist 48 Jahre.

Die Grünen haben viele Nicht-Mitglieder auf die Liste eingeladen. Nur elf Kandidaten sind in die Partei eingetreten. Die Dringlichkeit des Klimaschutzes ist das große Thema: „Wenn mein Kind so alt ist, dass es wählen kann, ist es zu spät,“ begründet Thomas Holler sein Engagement.

Mecke denkt schon über seine erste Amtshandlung als Bürgermeister nach

Viele Kandidaten plädierten für ein CO2-neutrales Unterföhring. „Der Kampf gegen den Kohleblock geht weiter“, kündigte Wolfgang Stubenrauch an. Mehrmals wurden vernünftige Mieten, Toleranz und generationsübergreifende Wohnprojekte gefordert. So wie für Günter Maschewski ist für alle das Rad ein wichtiges Verkehrsmittel. Er wurde beim Stadtradeln mit 600 Kilometern auf dem Sattel Unterföhrings Radlkönig. Jüngste ist Saran Diané mit fast 18 Jahren. Sie ist Mitglied der Blaskapelle und des Pfarrgemeinderats. „Weißt Du, was eine Häufelkönigin ist?“, fragte Wahlleiter Markus Büchler die Abiturientin vielsagend.

Mecke macht sein vielseitiges Team zuversichtlich: „Ich traue mir durchaus zu, Bürgermeister zu sein. Meine erste Amtshandlung wird sein, dass ich alle Mitarbeiter persönlich kennen lerne.“  

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Die Kandidaten

1. Gisela Fischer (65), Architektin; 

2. Johannes Mecke (65), Musiklehrer; 

3. Dr. Stephanie Moser (36), Erziehungswissenschaftlerin; 

4. Peter Scholler (66), Dipl. Ing. Coach; 

5. Julia Priese (42), Buchhändlerin;

 6. Thomas Holler (34), Projektmanager; 

7. Verena Hargarten (25), Prozessingenieurin; 

8. Felix Fischer (26), Rettungssanitäter;

 9. Saran Diané (17), Abiturientin;

 10. Wolfgang Stubenrauch (74), Elektroingenieur; 

11. Inge Kempel (67), Kinderkrankenschwester; 

12. Philipp Storch (27), Student;

 13. Haleh Mohajerani (46), Eventmanagerin; 

14. Günter Maschewski (65), IT-Sepzialist;

 15. Silke Heinzl (51), Grafikerin; 

16. Peter Unger (22), Student; 

17. Elisabeth Törsiep (57), Kauffrau; 

18. Jonas Kempel (29), Veranstaltungstechniker; 

19. Anja Grothe (52), Literaturwissenschaftlerin, Kommunikationsmanagerin; 

20. Peter Törsiep (61), Komponist; 

21. Maria Bader (49), Betriebswirtin; 

22. Sharam Rhogani (47), Maschinenbau-Ing.;

 23. Corinna Wißmann (69), Fremdsprachenkauffrau i.R.; 

24. Reinhard Maschewksi (70), Betriebswirt i.R.; Ersatzkandidaten: 25. Gertraud Payne; 26 Matthias Lampert.

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