+
Sitztreppe über der Tiefgaragenzufahrt: Diese Variante fällt günstiger aus als ein Gebäude über der Rampe. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer gefällt die Idee: „Man kann Veranstaltungen im Freien machen oder in der Sonne sitzen.“ 

Kostensteigerung bei VHS-Musikschul-Neubau

Neubau für VHS und Musikschule: Kosten steigen auf 26 Millionen

  • schließen

Unterföhring - 21 Millionen waren im Haushalt 2016 eingeplant, und das war schon eine stolze Summe. Jetzt wird der gemeinsame Bau für Volkshochschule (VHS) und Musikschule fünf Millionen teurer.

Die Kostensteigerung prangerte die SPD in der Sitzung des Gemeinderats vehement an, obwohl sie zuvor die Zusatzwünsche im Bauausschuss einstimmig mitgetragen hatte: Denn die Tiefgarage soll – zugunsten der autofreien Ortsmitte – vergrößert werden, und die Garderobe wird ins Untergeschoss verlegt. Der Neubau wird der erste Teil der neuen Ortsmitte sein. Er entsteht als lang gezogener, dreieckiger, zweistöckiger Klinkerbau mit ansteigendem Pultdach gegenüber vom S-Bahnhof. Die Architekten Hirner & Riehl hatten im Juni den Entwurf im Bauausschuss diskutiert, Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) lobte die „offene und aktive Planung“.

SPD-Bedenken kommen zu spät

Anschließend berechneten die Architekten die Kosten neu, woraufhin Jutta Schödl und Thomas Weingärtner (beide SPD) am Donnerstagabend die Reißleine ziehen wollten und Einsparungen, vor allem beim Veranstaltungssaal forderten. Schödl beantragte eine Neukalkulation, was das Bauwerk kosten würde, wenn man es nicht als Versammlungsstätte realisieren würde. Denn Versammlungsstätten, die mehr als 200 Besucher fassen, haben erhöhte Anforderungen an den Brandschutz und die Fluchtwege. Hier sieht Weingärtner „einen erheblichen Kostenfaktor“. Doch Schödls Antrag wurde mit 7:12 von PWU, CSU und Grünen abgelehnt. Johannes Mecke (Grüne) war als Musikschulleiter und Vorsitzender des Musikschulvereins nicht stimmberechtigt. 


Die Bedenken der SPD kamen zu spät: Die Mehrheit gab mit 17:2 grünes Licht für die weiterentwickelten Pläne. Der Bürgermeister wunderte sich über die SPD-Kehrtwende, „weil im Bauausschuss noch alle dafür waren“. Weingärtner meinte, im Bauausschuss sei nicht klar gewesen, „welche Kosten das nach sich zieht“. Dritter Bürgermeister Hans Zehetmair (PWU) warf der SPD vor, das Rad zurückzudrehen: „Das ist schlechte Kommunalpolitik. Wir wollen was voranbringen.“ CSU-Sprecher Manfred Axenbeck stellte klar: „Im Saal liegt der Hund nicht begraben.“ Teurer werde der Bau durch die größere Tiefgarage und den Empfangsbereich im Untergeschoss, darauf müsste man verzichten. „Aber das tun wir nicht!“ Sparen will der Gemeinderat bei Brunnenanlagen, Heizsystem und Tiefgaragenrampe, über der statt eines Gebäudes eine Sitzrampe entsteht.

Vereine und Kultur sollen auch Nutzer weden

Der Neubau soll auch anderen Nutzern und Vereinen zugänglich sein. Vor allem in den Schulferien sei er ja nicht ausgelastet, meinte der Bürgermeister. Das Kulturamt wird ein Nutzungskonzept erarbeiten und dabei Volkshochschule und Musikschule einbeziehen. Das hatte der Bauausschuss auf Anregung der Zweiten Bürgermeisterin Betina Mäusl (CSU) beschlossen. Gisela Fischer (Grüne), die in der Musikschule ihres Mannes mitarbeitet, sieht das kritisch und bat, im Beschlusstext festschreiben zu lassen, dass weitere Nutzer nur im Foyer und im Saal Zutritt haben sollen, nicht aber zu Büros und Unterrichtsräumen. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer blockte dies ab: „Das Konzept wird das Kulturamt erarbeiten.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kapellensteig-Posse: Stahlbauer wehrt sich
Oberhaching - Eine Brücke, jede Menge Ärger: Der Streit um den Kapellensteig in Oberhaching geht in die x-te Runde. Monatelang galt der Stahlbauer als der Sündenbock für …
Kapellensteig-Posse: Stahlbauer wehrt sich
Unterschleißheimer wollen sich gegen Zuzug wehren
Unterschleißheim - Die Interessensgemeinschaft „Für ein lebenswertes Unterschleißheim“ (IG) will sich gegen den neuen Flächennutzungsplan der Stadt wehren. Ziel ist es, …
Unterschleißheimer wollen sich gegen Zuzug wehren
Pläne für Moschee in Hochbrück platzen
Garching - Die Garchinger Ditib-Gemeinde wird in der ehemaligen Sparkasse in Hochbrück kein islamisches Kulturzentrum samt Gebetssaal errichten.
Pläne für Moschee in Hochbrück platzen
Frau verletzt sich bei Frontalzusammenstoß
Ottobrunn - Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge auf der Unterhachinger Straße ist eine 58 Jahre alte VW-Fahrerin leicht verletzt worden.
Frau verletzt sich bei Frontalzusammenstoß

Kommentare