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Auch die rauchenden Schornsteine  im HKW München Nord nerven die Unterföhringer.

Bürger fordert Klage

Widerstand gegen Freimanner Kraftwerk 

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Den Unterföhringern reicht‘s: Soll noch mehr Dreck vom Heizkraftwerk Freimann die Unterföhringer Luft verpesten? Geht gar nicht. Ein Bürger fordert einen Filter - oder eine Klage.

Unterföhring – Noch mehr Schadstoffe in der Luft – das will die Gemeinde Unterföhring nicht hinnehmen. Wegen der geplanten Inbetriebnahme von zwei Gasturbinen im Heizkraftwerk Freimann attackierte der Unterföhringer Josef Trundt die Stadtwerke München (SWM) bei der Bürgerversammlung scharf. Denn die Schadstoffe werden ausgerechnet Unterföhring am stärksten treffen.

Josef Trundt drängt auf Linderung. Er fordert einen Filter, andernfalls müsse die Gemeinde vor dem Verwaltungsgericht klagen. Das Heizkraftwerk Freimann, direkt am Frankfurter Ring, ist neben den Heizkraftwerken Nord und Süd der dritte große Energieerzeuger in München. Bis Ende 2015 liefen hier zwei Gasturbinen. Die Stadtwerke wollen bis 2019 zwei neue Gasturbinen in Betrieb nehmen.

Was Trundt richtig wütend macht: „Das Kraftwerk Freimann wird ohne Filter betrieben.“ Der nur 100 Meter hohe Schornstein stößt Stickoxide, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid aus, Schadstoffe, die bei Westwind vor allem über Unterföhring niedergehen würden. Dies ergeben die Berechnungen in den Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens. „Über Unterföhring liegt das Immissionsmaximum. Wollen wir uns das gefallen lassen?“ fragte Josef Trundt. Die Grenzwerte würden die Stadtwerke zwar einhalten, ein Filter sei aber unerlässlich: „Es kann nicht sein, dass dort mehr Dreck rauskommt, als rauskommen müsste. Es gibt doch die technischen Möglichkeiten, um den Ausstoß zu minimieren.“

Trundt forderte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) auf, vor dem Verwaltungsgericht zu klagen und so das Genehmigungsverfahren aufzuhalten. Außerdem müssten die Stadtwerke alle Schadstoffwerte publik machen.

Kemmelmeyer beobachtet die Turbinen-Pläne schon länger mit großem Missfallen. Die Gemeinde wehrt sich im Rahmen des Genehmigungsverfahrens, das bei der Regierung von Oberbayern läuft. Der Umweltausschuss hat den Betrieb der Turbinen einstimmig abgelehnt. „Das wäre für uns eine starke Verschlechterung. Wir sind durch den Kohleblock im Heizkraftwerk Nord schon belastet genug.“ Eine Klage hält Kemmelmeyer aber derzeit für falsch. Zunächst will er noch Gespräche führen. „Mit dem Quecksilberfilter im Heizkraftwerk Nord hat es ja auch geklappt.“

Zugleich forderte Unterföhrings Bürgermeister beim Heizkraftwerk Nord erneut das Ende der Kohleverbrennung. „Den Kohleblock abbauen und einen Gasblock installieren. Hier wäre der Gasblock das kleinere Übel und im Vergleich zum Kohleblock eine extreme Verbesserung“, betonte Kemmelmeyer.

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