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Leiche mitten im Bürgerhaus: Kommissarin Lallinger (Katharina Weingärtner) und Polizist Geißberger (Thomas Weingärtner) ermitteln.

Im Bürgerhaus

Krimikomödie der Kulturbixn Unterföhring

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Unterföhring - Mitten beim Festmenü fällt eine Frau tot vom Stuhl. Giftmord im Bürgerhaus. Kommissarin Lallinger ermittelt. 

Die Bühne blieb schwarz und war an diesem Abend der langweiligste Teil des Bürgerhauses Unterföhring. Das Theaterstück „Lallinger ermittelt“ spielt sich mitten im Publikum ab. Die „Kulturbixn“ aus Unterföhring, vor wenigen Monaten gegründet, sind ihrem Versprechen gerecht geworden, den Menschen Kultur zum Anfassen zu bieten.

Die Besucher des Theaterstückes bekamen im Bürgerhaus ein „Mords-3-Gänge-Menü“ serviert, bei dem zwischen Vorspeise und Hauptgang eine Frau (Christina Zacherl) tot vom Stuhl fiel. Kommissarin Lallinger (Katharina Weingärtner) und Polizeimeister Geißberger (Thomas Weingärtner) ermittelten im Saal, wer die Frau vergiftet haben könnte. 

Rolle auf den Leib geschrieben

Katharina Weingärtner ist die Rolle der konsequenten Kommissarin wie auf den Leib geschneidert. Witzigerweise kommandiert da die Tochter Weingärtner ihren Vater durch den Saal. Der darf als Polizeimeister immer wieder zusätzliche Darsteller holen, wie die Bedienung (Sabrina Chirco) oder den Hausmeister (Debütant Holger Hain). Später kommt noch die Reporterin (Jessica Seidenschwarz) dazu.

Zum Klo nur in Polizeibegleitung

Das besondere am Stück: Das Publikum wird in die Ermittlungen einbezogen. So nimmt der Polizeimeister von den Gästen Personalien auf, ein junger Mann wird auf sein Täterpotenzial gemustert. Die Ermittlungen haben Witz. „Sie alle sind Zeugen eines Mordfalls und damit mitverdächtig“, sagt die Kommissarin streng. Deshalb müsse jeder Gast zur Toilette begleitet werden. Der Polizeimeister hat dazu einen nicht ganz uneigennützigen Vorschlag: „Für die Männer hier lege ich meine Hand ins Feuer, und bei den Frauen schlage ich Leibesvisitationen vor.“

Die Damen blieben unberührt. Und die Schauspieler sorgten für jede Menge Situationskomik. Gerade Thomas Weingärtner brillierte in der Rolle des kleinen Polizisten, der gedanklich manchmal etwas langsam und dauergenervt ist. Schließlich muss er Botengänge erledigen und den Schnaps auf Giftstoffe probieren. Weingärtner, SPD-Bürgermeisterkandidat von 2014, sucht sich listig Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) mit aus als einen von vier Helfern, die das Mordopfer aus dem Saal tragen müssen.

„Die Leute können eigentlich gar nicht anders als mitzuarbeiten“, sagte Vereinsvorsitzende und Regisseurin Claudia Fiedler nach der Vorstellung. Sie war voll des Lobes über Vater und Tochter Weingärtner, die den Unterföhringern ein unterhaltsames Menü boten. „So etwas hatte Unterföhring noch nie“, sagte sie, und jeder der Gäste wird das bestätigen.

Nächste Vorstellung

Für die zweite Aufführung von „Lallinger ermittelt“ am Donnerstag, 28. April, um 19 Uhr gibt es noch wenige Restkarten. Diese sind im Kulturamt der Gemeinde erhältlich. Der Eintritt kostet 49 Euro, inklusive Menü und Begrüßungs-Prosecco.


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