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Diese Menschen sorgen für Weihnachtsstimmung: Die Krippen-Kundige

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Von: Doris Richter

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Weihnachtsstimmung zaubert Ortschronistin Birgit Kullmann ins Foyer des Museums (auch wenn es geschlossen bleibt). Hier ist die Krippe der Partnerstadt Tarcento zu sehen. Die Figuren sind aus Maisblätter gefertigt.
Weihnachtsstimmung zaubert Ortschronistin Birgit Kullmann ins Foyer des Museums (auch wenn es geschlossen bleibt). Hier ist die Krippe der Partnerstadt Tarcento zu sehen. Die Figuren sind aus Maisblätter gefertigt. © Gerald Förtsch

Viele Menschen im Landkreis sorgen jedes Jahr mit viel Herz und Liebe für Adventsstimmung und Weihnachtszauber. Einige davon stellen wir bis zum 24. Dezember vor. Heute: Birgit Kullmann vom Verein „Feringer Sach“, die das Heimatmuseum mit Krippen bestückt.

Unterföhring – Liebevoll rückt Birgit Kullmann die Figuren zurecht, glättet da eine Falte und stellt dort noch einen kleinen Krug dazu. Zwar ist das Heimatmuseum in Unterföhring nach wie vor geschlossen, dennoch will die Vorsitzende des Heimatvereins „Feringer Sach“ für etwas Weihnachtsstimmung sorgen und hat dafür das Foyer des Museums weihnachtlich mit passenden Exponaten gestaltet. Neben einer typischen abendländischen Krippe – ein Stück aus der umfangreichen Sammlung des Museums – gibt es auch ein ganz besonders Exemplar zu sehen: Eine Krippe, dessen Figuren aus Maisblättern geformt sind. Ein Geschenk der italienischen Partnergemeinde Tarcento. „Das ist eine besondere Tradition und ein besonders Handwerk dort, das nicht mehr viele beherrschen“, erklärt Kullmann. Die Maisblätter wurden für die Krippe eingefärbt und dann geformt.

Die Krippen, die haben es Birgit Kullmann angetan. Viel kann sie erzählen über die lange Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, als die Jesuiten die erste Klosterkrippe in Altötting aufstellten. Überhaupt gab es die Krippen anfangs nur in Klöstern und Schlössern. Erst im 18. Jahrhundert erlebten die Krippen ihre Blütezeit. „Mit der Säkularisierung hielten die Krippen Einzug in den Privathäusern“, sagt Birgit Kullmann. Im Lauf der Zeit hat sie vieles gelesen über die Entwicklung der Krippen.

Eine Puppenstube im Stil Mitte des 19. Jahrhunderts.
Eine Puppenstube im Stil Mitte des 19. Jahrhunderts. © Gerald Förtsch

Geschichte überhaupt hat sie schon immer interessiert. So war sie auch einst bei einem Ortsspaziergang mit Ortschronist Heinrich Frey ins Gespräch gekommen, der schon lange von einem Heimatmuseum geträumt hatte. Etliche Stücke dafür lagerten bereits in einem Stadl. Als Birgit Kullmann sie zu sehen bekam, war sie begeistert und packte gleich mit an, um eine erste Ausstellung im Stadl zu organisieren. Seit 2000 gibt es nun das „Museum „Feringer Sach“ in den Räumen des alten Gandl-Kinos, um das sich Birgit Kullmann und weitere Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins ehrenamtlich kümmern, „weil es so wichtig ist, unsere Geschichte zu erhalten.“ Während das Museum geschlossen ist, sind in den Schaufenstern im Foyer immer wieder einzelne besondere Stücke ausgestellt.

Zur Weihnachtszeit hat Birgit neben den Krippen auch eine weihnachtlich geschmückte Puppenstube ausgewählt. Einiges gibt es da zu entdecken – von dem kleinen Teeservice am Tisch bis zum Miniaturgemälde an der Wand. „Auch die Puppenhäuser haben eine lange Tradition“, erzählt Birgit Kullmann. So ließen die Adeligen früher Puppenstuben für ihre Töchter anfertigen. „Sie waren aber mehr ein Anschauungs- und Kunstobjekt“, weiß Birgit Kullmann. Es ging um eine Demonstration des Reichtums. „Später dienten dann die Puppenhäuser dazu, Mädchen spielerisch auf ihre Aufgaben im Haushalt vorzubereiten.“

Ein handgefertigter bäuerlicher Stadl.
Ein handgefertigter bäuerlicher Stadl. © Gerald Förtsch

Auch Birgit Kullmann hat bei sich zuhause ein schönes Exemplar eines Puppenhauses stehen, das während der Weihnachtszeit passend umdekoriert wird. Und nicht nur das. „Weihnachtsdeko ist mir schon immer sehr wichtig“, sagt sie. Vielleicht liegt das daran, dass sie selbst ein Weihnachtskind ist und am 25. Dezember Geburtstag feiert.

Wünschen würde sie sich, dass das Heimatmuseum bald wieder öffnen kann. Derzeit ist das zu heikel. „Es ist ein Museum zum Anfassen, das geht im Moment einfach nicht.“ Schon seit dem Frühjahr 2020 ist geschlossen. Das 20-jährige Bestehen im letzten Jahr konnte nicht gefeiert werden. „Jetzt hoffen wir auf den 22. Geburtstag - das ist ja auch eine schöne Zahl.“

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