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Besitzer von Jahreskarten im Landkreis sollen finanziell entlastet werden. (Symbolfoto)

Ticket soll für alle Bürger einheitlich 522 Euro kosten

Landkreis unterstützt Pendler: Jetzt kommt die MVV-Jahres-Flatrate für alle Zonen

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Ungerechtigkeiten der MVV-Tarifreform will der Landkreis mit 5,7 Millionen Euro ausgleichen. Profitieren sollen Abonnenten von Jahreskarten.

Landkreis –  Pendlern aus den Außenbereichen, speziell den Zonen M1 und M2, erstattet das Landratsamt auf Antrag die Differenz zum Preis einer Jahreskarte für die M-Zone, den Münchner Innenbereich. Darauf verständigte sich jetzt der Kreisausschuss. Der Kreistag entscheidet kommenden Montag endgültig. Seine Zustimmung gilt als sicher.

Flatrate zunächst auf Jahreskarten beschränkt

Die Reform der Reform wird von allen Fraktionen getragen. Landrat Christoph Göbel (CSU) sprach von einer „Quasi-Flatrate“. Die vielfach als 365-Euro-Ticket benannte Flatrate ist das von den Tarifreformern ausgegebene Ziel: Ein preisgünstiges Ticket für den ganzen Landkreis München. In absehbarer Zukunft soll die Bayern-Flatrate kommen. Der Kreisausschuss entschied jedoch, die Reform der Reform zunächst auf Jahreskarten zu beschränken. Der Vorschlag der SPD, auch Inhaber von Monatskarten zu berücksichtigen, setzte sich nicht durch. Die übrigen Fraktionen fürchten einen zu hohen Verwaltungsaufwand, der letztlich auf die mit der Abwicklung der Maßnahme betrauten Städte und Gemeinden zurückfallen würde.

Differenzbetrag wird von den Gemeinden erstattet

522 Euro kostet ein Isarcard-Jahresabo für die M-Zone. Wer aus M1, aus Ismaning oder Unterschleißheim, mit der S-Bahn nach München will zahlt 843 Euro. 1077 Euro gar muss für ein Jahresticket hinlegen, wer etwa in Aying (M2) wohnt und in München arbeitet. Gegen Vorlage der Bescheinigung des Jahres-Abonnements erstattet die jeweiligen Heimatgemeinde Jahreskarten-Inhabern aus M1 und M2 den Differenzbetrag gegenüber den 522 Euro für ein M-Zonen-Ticket. Um Betrug und Missbrauch auszuschließen, werden die Gelder erst zum Jahresende ausgezahlt. Das Landratsamt erstattet den Gemeinden die Zusatzausgaben, könnte sich die Gelder allerdings über die Kreisumlage zurückholen. Die Maßnahme tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft. Ab Januar 2021 also können die Kosten zurückerstattet werden.

Ungerechte Preissprünge ausgleichen

Schon in der Kreistagssitzung vor der Sommerpause hatte Landrat Göbel eine Reform der Reform angekündigt. Ungerechte Preissprünge an den Tarifzonen-Übergängen sollen auf diese Weise ausgeglichen werden. Seinerzeit im Juli ging man im Landratsamt von Kosten in Höhe von 4,7 Millionen Euro aus. Die zusätzliche Million plant der Kreis für den erhofften „Angebots-Effekt“ ein. Göbel ist zuversichtlich, über die Mehrkostenerstattung noch mehr Menschen zu bewegen, vom Auto auf Bus und Bahn zu wechseln.

Zunächst einmal ist die Maßnahme bis Ende 2021 begrenzt. Nach Ablauf von zwei Jahren soll die im Dezember anlaufende Tarifreform mit dem Ziel noch weitreichender Verbesserungen für MVV-Kunden evaluiert werden. Sollte es für die Flaterate noch nicht reichen, könnte man zumindest die Inhaber von Monatskarten in die Maßnahme einbeziehen, warb Kreisrat Michael Sedlmair (FW). Die Reform der Reform sei nur ein erster Schritt.

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