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Herzhafter Biss für Deutschland: Das WM-Orakel „Amtsschimmel“, hier mit Tobias Kleinert vom Landratsamt, hat bereits entschieden. Am Apfel vor der Südkorea-Flagge ist das Pferd nicht interessiert.

Fußball und Job

Von Amtsschimmel bis Enten-Orakel: Am Arbeitsplatz tierisch im WM-Fieber

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Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Südkorea antritt, haben arbeitende Fußballfans neben der Sorge um den Sieg ein weiteres Problem: Anstoß ist bereits um 16 Uhr. Wer Glück hat, darf trotzdem schauen, denn einige Arbeitgeber im Landkreis machen’s möglich – und haben sogar eigene WM-Orakel.

Landkreis – Im Landratsamt am Mariahilfplatz in München ist ein Public Viewing geplant. Für den Parteienverkehr ist das Gebäude am Mittwoch ohnehin ab 12 Uhr geschlossen, die Mitarbeiter müssen vor Spielbeginn „ausstempeln“. Da es Gleitzeit und somit flexible Arbeitszeiten gibt – Mitarbeiter können bereits um 6 Uhr mit der Arbeit beginnen – ist zur Anpfiff-Zeit für viele schon Feierabend. „Der Dienstverkehr darf natürlich nicht leiden“, betont Sprecherin Franziska Herr und verweist darauf, dass ja auch längst nicht alle Mitarbeiter fußballbegeistert seien.

Amtsschimmel und Enten-Orakel tippen auf Deutschland

Je nach Wetter sollen Beamer und Leinwand im Innenhof oder in der Kantine aufgebaut werden. Das Landratsamt hat sogar ein eigenes WM-Maskottchen namens „Amtsschimmel“. Das Pferd heißt eigentlich „Pearl Royal“ und lebt auf einem Gestüt in Jettenhausen. Vor jedem Spiel der Deutschen entscheidet es per Biss in Möhre oder Apfel, die vor der jeweiligen Flagge liegen, wer gewinnt. „Amtsschimmel“ hat bisher richtig orakelt – nachzuschauen auf der Facebook-Seite des Landratsamts.

Das „Entenorakel“ auf dem Allianz-Campus tippt auf Deutschland.

Tierische Vorhersagen hat auch die Allianz in Unterföhring zu bieten. Das „Entenorakel“ setze auf einen Sieg der Deutschen, erzählt Timo Scheil, Sprecher des Versicherungskonzerns. Dank flexibler Arbeitszeit-Regelung ist auf dem Campus eine Live-Übertragung auf Leinwand geplant. „Auch Mitarbeiterkinder können beim Public Viewing dabei sein. Auf sie wartet ein buntes Rahmenprogramm mit Torwandschießen, Hüpfburg und Kinderschminken“, sagt Scheil. Der Erlös aus dem Verkauf von Essen und Getränken werde einem guten Zweck gespendet. „Ähnliche Veranstaltungen gab es schon bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren. Damals kamen rund 500 ,Allianzer’ zum Public Viewing auf dem Campus in Unterföhring zusammen“, so Scheil.

Gemeinsam schauen als teambildende Maßnahme

Gemeinsames Schauen bietet auch der Nahrungsmittelkonzern Mars Wrigley in Unterhaching an. „Entweder als Live-Übertragung in der Kantine oder aber auch als Übertragung in ausgewählten Konferenzräumen in unserem Haus. Das war in der Vergangenheit bei großen Fußball-Turnieren ebenfalls so“, berichtet Sprecherin Manuela Proske.

Beim Bergsportausrüster Ortovox in Taufkirchen gab es am Montag noch keine offizielle Regelung. Allerdings sei der Chef Christian Schneidermeier „passionierter Fußfallfan“, sagt Sprecher Hendrik Reschke. Das Spiel mit Kollegen zu verfolgen, sei darüber hinaus auch eine Art „Teambildungsmaßnahme“.

Bei Infineon in Neubiberg gibt es wohl kein gemeinsames Schauen, dennoch spielt Fußball in dem Technologie-Unternehmen eine Rolle. Intern gebe es ein Infineon-weites, Intranet-basiertes WM-Tippspiel, an dem sich die weltweit etwa 37 500 Infineon-Beschäftigten individuell oder in Gruppen beteiligen können, berichtet Sprecherin Diana Kaaserer. Zudem habe man einen internen Fotowettbewerb, bei dem die Mitarbeiter ihre persönlichen Fan-Fotos hochladen und ihre Kollegen abstimmen lassen. Die besten 50 Tipper des Gewinnspiels und die beliebtesten drei Bilder werden mit kleinen Preisen ausgezeichnet.

Bei Metallbau Kick in Garching haben die Mitarbeiter am Mittwoch Gelegenheit, Überstunden abzufeiern. „Wir machen rechtzeitig zu“, sagt Chef Manfred Kick. Noch handle es sich um ein Vorrundenspiel, gibt er zu bedenken. Er sei fußballinteressiert, das Fan-Sein allerdings „steigert sich, je weiter die deutsche Mannschaft kommt“.

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