Ermittlungen laufen

Leichenfund am Feringasee: Kommt der Mörder aus der Gegend?

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  • Charlotte Borst
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Auch am Tag nach dem Fund der verkohlten Frauenleiche am Feringasee gibt der Fall den Ermittlern Rätsel auf. Anwohner und Spaziergänger reagieren bedrückt.

Unterföhring - Aus der Entfernung hätte man denken können, es handele sich um ein Stück verbranntes Holz. Aus der Nähe war es offensichtlich, dass da ein verbrannter Mensch liegt. Die Tote lag auf dem Bauch. Man sah menschliche Knochen.“ So schildert Andreas Schwinghammer die beängstigende Situation, als er und seine Feuerwehrkameraden zu der Leiche der erdrosselten, bislang unbekannten Frau am Feringasee gerufen wurden. Schwinghammer ist der zweite Kommandant der Feuerwehr Unterföhring (Kreis München). Am Montag um 14.30 Uhr ging der Alarm dort ein – kurz zuvor hatten zwei Landschaftsgärtner bei Mäharbeiten den verkohlten Leichnam in der hinteren Ecke des Behelfsparkplatzes am See entdeckt. Die Fläche ist abgelegen und wird nur im Sommer genutzt, wenn besonders viele Badegäste parken wollen. Das nächste bewohnte Haus – der Gasthof Feringasee – liegt 300 Meter entfernt. Dazwischen stehen Bäume und dichtes Gebüsch, das die Sicht auf den Fundort verdeckt. Ein starker Hinweis darauf, dass der oder die Täter sich hier offensichtlich gut ausgekannt haben müssen.

Bis Dienstag wusste die Mordkommission nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Baumann noch nicht, wer die Tote ist. Unklar ist auch, ob der Fundort gleichzeitig der Tatort des Verbrechens ist. Fachleute des Landeskriminalamtes waren vor Ort, alle geparkten Autos in der Umgebung werden überprüft, ob eines davon einen Bezug zu dem Mord haben könnte.

Polizeipressesprecher Thomas Baumann am Fundort der Leiche.

Die Leiche wurde offenbar mit einem Brandbeschleuniger (etwa Benzin) getränkt und muss für kurze Zeit lichterloh in Flammen gestanden sein. Es wurden keine persönlichen Gegenstände gefunden, die Aufschluss auf die Identität zuließen. So ist die Polizei nun auf die Arbeit der Rechtsmedizin angewiesen. DNA, Zahnschema, eventuell auch Fingerabdrücke werden mit vorhandenen Datensätzen verglichen. Auch die Handy-Funkzellen in der Umgebung werden ausgewertet. Und: Die Polizei gleicht Vermisstenfälle aus München bzw. Bayern ab. Eine schwere Zeit für Angehörige, die den Fall mit bangen Herzen verfolgen.

„Darüber klagen unsere Gäste schon lange“

Anrainer und Spaziergänger reagierten bedrückt: „Es ist schrecklich. Was muss im Kopf eines solchen Menschen vorgehen?“, fragte sich ein Passant. 

An dieser Stelle Nahe des Sees wurde die Leiche gefunden.

Und eine Bedienung des Gasthofs Ferin­gasee hofft, dass die Parkplätze nun beleuchtet werden: „Darüber klagen unsere Gäste schon lange.“ Die Polizei rückte gestern mit Fährtenhunden an. Ein Versuch, den letzten Weg der Frau zurückzuverfolgen oder doch noch persönliche Gegenstände von Opfer oder Täter zu finden… 

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