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Authentisch muss es sein: Harald Krassnitzer bringt die „Salzburger Weihnacht“ ins Unterföhringer Bürgerhaus und setzt zude m auf unverfälschte Volksmusik.

TV-Star Harald Krassnitzer erzählt von seiner Kindheit

Leise Geschichten aus der Weihnachtszeit

Unterföhring – TV-Star Harald Krassnitzer erzählt vom Weihnachten seiner Kindheit - von verschneiten Wäldern, dem Vater, der den Weihnachtsschmuck vom Dachboden holt und der Mutter, die alle Hände voll zu tun hat. 

Die „Salzburger Weihnacht“ hat Harald Krassnitzer (56) nach Unterföhring gebracht. Dabei liegt sie ihm gar nicht so sehr, die staade Zeit. Dennoch gelingt es dem österreichischen Schauspieler, das Publikum im Bürgerhaus für eineinhalb Stunden zu entführen an einen heimeligen Ort, wo für jedermann das Weihnachtsfest der Kindheit fortlebt. In der Erinnerung ist Heiligabend für immer und ewig als das Fest der Feste abgespeichert.

Glocken erklingen und auf den Vorhang in dem – mit annähernd 600 Zuschauern nahezu ausverkauften – Bürgersaal sind auf dunkelblauem Untergrund goldene Sterne projiziert. Krassnitzer und seine Musiker betreten die als Bauernstube hergerichtete Bühne. In Tracht ruft der Schauspieler dem Publikum zwei, drei Sätze zu. Doch der weite Raum scheint die Worte zu verschlucken. Ein Techniker eilt rasch auf die Bühne und verkabelt Krassnitzer mit dem Mikro.

Niemand stört sich an der Panne. Der kleine Fauxpas lässt Krassnitzer und seine Show viel mehr authentisch wirken. Vor ein paar Tagen noch hatte er gegenüber dem Münchner Merkur gesagt, skeptisch zu sein gegenüber einer Zeit, in der es nur darum zu gehen scheine, von einem Weihnachtsmarkt zum nächsten zu eilen, hektisch die leidige Pflicht des Beschenkens abzuarbeiten.

Das mag ihn noch sympathischer gemacht haben, den Krassnitzer, authentischer womöglich. Denn ob in Serien wie „Der Bergdoktor“ oder als „Tatort“-Kommissar – Harald Krassnitzer ist ein Sympathieträger, dem man jederzeit abnimmt, wenn er sagt, dass es ihm Spaß macht, anderen eine weihnachtliche Freude zu bereiten, so etwas wie Atmosphäre zu schaffen.

In Unterföhring greift er dafür auf heimatliche, aus Kindheitstagen bekannte Traditionen zurück. Durch die „Salzburger Weihnacht“ lässt Krassnitzer sein Publikum am Weihnachtsfest seiner Erinnerungen teilhaben, lässt die Zuschauer einen „unspektakulären, ruhigen, besinnlichen“ Abend genießen. Wenn Krassnitzer aus Geschichten seiner Salzburger Heimat liest, wenn er alte Mythen aus dem österreichisch-bayerischen Grenzland belebt, wird schauspielerisches Format offenbar. Mit flüsternder Stimme kündet er von verschneiten Wäldern, liest von Hasen und Rehen in rieselndem Schnee, erzählt von dem Moment, da der Vater den Weihnachtsschmuck vom Dachboden geholt hat. Spricht er von dem Lausbub, der dem hölzernen Jesuskind Locken mit der Brennschere verpasst hat, rührt sich der Schelm in ihm. Und wild gestikulierend erinnert er an vorweihnachtliche, gar nicht so staade Adventstage, da die Mutter mit hochrotem Kopf geschäftig durchs Haus gelaufen und die Luft in der Küche Ohrfeigen-geschwängert ist.

Krassnitzers Programm funktioniert auch deshalb, weil der Schauspieler so viel Sorgfalt in die Auswahl seiner Musiker gelegt hat. „Echtes, gelebtes Brauchtum und unverfälschte Volksmusik“, hat es in der Vorankündigung geheißen. Die Musiker lösen sich mit Krassnitzer ab, wobei der Schauspieler ihnen genügend Raum zur Entfaltung lässt.

Das Zitherduo „Jutta und Steffi“ untermalt die Stimmung mit traditioneller Stubnmusi. Das Duo „grubeRich“, Thomas Gruber, aufstrebender Virtuose am Hackbrett und Maria Friedrich am Cello, sorgen für musikalische Akzente; begleitet von so feinen Klängen, wie sie nur einer Harfe zu entlocken sind. Die Kammermusikerin Sabine Gruber-Heberlein unterrichtet an der Musikschule Murnau, unter anderem das Harfespiel.

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