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Eindruck bei Nacht: Die Gebäude sollen durchgehend vierstöckig angelegt sein. Brücken verbinden die einzelnen Bereiche auf dem Campus.

Mächtiges Gegenüber

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Prosiebensat1 baut neu in Unterföhring. Der Neubaukomplex nimmt gewaltige Dimensionen an. Er überragt die Gebäude der Ortsmitte.

Unterföhring – Eine massive Erscheinung wird der Neubaukomplex von Prosiebensat1 in Unterföhring erhalten. Wie mächtig dieser „New Campus“ – gemessen an der Umgebung – aussehen wird, wurde in der Juli-Sitzung des Unterföhringer Gemeinderats deutlich, in der der vorhabenbezogene Bebauungsplan einstimmig genehmigt wurde.

Das Baufeld zwischen Medienallee und Gutenbergstraße ist etwa so groß wie die neue Unterföhringer Ortsmitte und spiegelt diese in der Anordnung der Büro- und Studiogebäude. 23 Meter hoch gebaut werden die durchgängig vierstöckigen Riegel am Kreisel und sie werden die kleinteilige Ortsstruktur auf der gegenüberliebenden Seite überragen.

Einerseits sind die Lokalpolitiker heilfroh, dass der Dax-Konzern in Unterföhring bleibt und hier seine 16 verschiedenen Niederlassungen, die im Unterföhringer Gewerbegebiet verteilt sind, auf einem modernen Campus mit Platz für 3500 Mitarbeiter zusammenzieht, zumal auch andere Standorte in und um München im Gespräch gewesen sein sollen. Andererseits fürchten sie, dass der schon bestehende Kontrast zwischen Gewerbe- und Wohngebiet, noch stärker wird.

„Ich habe Bauchschmerzen mit den verschiedenen Dimensionen, die da zusammentreffen“, sagt Grünen-Gemeinderätin Gisela Fischer: „Hinter dem Bahnhof bekommen wir eine Bebauung von 23 Metern und auf der anderen Seite bauen wir die VHS und Musikschule mit zehn Metern. Und daneben stehen die kleinen Häusl.“ Es sei bedauerlich, dass die Gemeinderäte von dem Vorhaben in dieser Größe nicht vorher gewusst hätten, gleichwohl man es nicht hätte verhindern können. „Mit dem Rathaus sollten wir ein gewisses Zeichen setzen, das signalisiert: Hier ist die Gemeinde“, sagte Fischer, „sonst denken Besucher, die nach Unterföhring kommen, sie sind in Prosieben-City“.

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) antwortete: „Es obliegt jedem Bauwerber selbst, wann er seine Pläne publik macht.“ In diesem Fall hätten viele Gremien mitentschieden. „Ich bin froh, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch mit der Planung unseres Rathauses auf den neuen Campus reagieren können.“ Die Teilnehmer des Architektenwettbewerbs sollten den Umgriff einbeziehen, das werde man als Aufgabe in die Auslobung aufnehmen.

Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU) sagte: „Der Entwurf zeigt eine tolle Qualität“, sie lobte, dass die Planer, eine Öffnung zum Ort vorsehen. Denn der Konzern baut seinen Haupteingang in Richtung des Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße. Hier entsteht ein überdachter Platz vor der Empfangshalle, in der ein öffentlich zugängliches Café und ein Shop eingerichtet werden.

Als positiv bewertete Bürgermeister Kemmelmeyer zudem die Fahrradständer, die am S-Bahnhof vorgesehen sind, und die Grünzüge. Geplant sind zehn grüne Innenhöfe und Dachterrassen, wie Viktoria Döderlein von der Prosiebensat1-Pressestelle mitteilt.

Der erste von drei Bauabschnitten beginnt im Herbst: An der Gutenbergstraße 4 werden die Studios abgerissen und im Frühjahr 2018 neu gebaut. Es folgen die Bürogebäude an der Medienallee 7 und 9. Die Mitarbeiter müssen sich auf eine Bauzeit von fünf Jahren einrichten. Im Jahr 2022 soll der Campus in Betrieb gehen. Die Kosten für den „New Campus“, den die Architekten Kohlbecker und Vielmo entworfen haben, liegen im dreistelligen Millionenbereich (wir berichteten).

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