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Einiges zu meckern hatte das Erdinger Veterinäramt an der Haltung von Ziegen und Pferden auf einem Hof in Moosinning. Zwei Frauen aus Unterföhring wehren sich dagegen, bis auf Weiteres diese Tiere nicht mehr halten zu dürfen.

Unfassbarer Vorfall

Schlimmer Fall von Tierquälerei: Ziegen hängen tot im Weidezaun - Gerechtes Urteil!

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Tote Ziegen im Weidezaun, Pferde in schlimmem Zustand. Ein grausamer Fall von Tierquälerei zweier Frauen hat nun das Gericht erneut beschäftigt. Sie blieben uneinsichtig.

Update vom 5. Juli, 13.27 Uhr: Das Verwaltungsgericht München untersagt der Mutter und ihrer Tochter aus Unterföhring die Haltung von Pferden und Paarhufern. Damit hat es die Klage der beiden gegen das Landratsamt Erding abgewiesen. Das hatte den Münchnerinnen ein Tierhalteverbot auferlegt. Wie berichtet hatten Amtsveterinäre bei den auf einem Hof in Moosinning gehaltenen Pferden und Ziegen etliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Einige waren teils qualvoll verendet. Die Münchnerinnen hatten argumentiert, nicht sie seien schuld, sondern der Landwirt. Das Verbot betrifft nur Pferde und Paarhufer.

Erstmeldung vom 4. Juli, 18.30 Uhr

Moosinning/Unterföhring/München – Verdreckte, unterernährte und kranke Tiere in Moosinning – schon länger hat das Erdinger Veterinäramt eine Mutter und ihre Tochter aus Unterföhring wegen diverser Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Visier. Im Januar 2019 mussten die beiden auf Geheiß der Behörde neun Pferde abgeben, im April eine Herde Ziegen.

Schlimmer Fall von Tierquälerei: Klage gegen Tierhalteverbot

Dagegen wehren sich die Frauen. Sie klagen vor dem Verwaltungsgericht München gegen das vom Erdinger Landratsamt verhängte Tierhalteverbot. Nicht sie seien verantwortlich, sondern der Landwirt, auf dessen Hof in der Gemeinde Moosinning sie die Tiere untergestellt hatten. Nicht nur Stall und Weiden seien teils in einem miserablen Zustand gewesen. Zudem habe er alles unternommen, um ihnen das Leben schwer zu machen – zum Leid der Tiere. Sie selbst hätten alles zum Wohl der Tiere getan. Die 23. Kammer unter Vorsitz von Dietmar Wolff deutete einen Kompromiss an.

Tierquälerei gegen Ziegen und Pferde: Tiere verendeten qualvoll

Zu dem Tierhalteverbot sah sich das Landratsamt nach einigen gravierenden Vorfällen im Herbst vergangenen Jahres veranlasst. Der schwerste Vorwurf: Vier Ziegen seien qualvoll verendet, nachdem sie sich in einem falsch aufgestellten Weidezaun verfangen hatten. Zudem waren mehrere mit Parasiten befallene und abgemagerte Ziegen entdeckt worden.

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Die Anwältin der Unterföhringerinnen versicherte, die Tiere seien bis 2018 gut versorgt und entwurmt gewesen. Der Landwirt hingegen habe verschimmeltes Heu ausgelegt. „Daraufhin wurden die Tiere krank. Als die Halterinnen das bemerkt haben, holten sie den Tierarzt.“ Auch für den tödlichen Weidezaun machte sie den Hofbesitzer verantwortlich.

Die Veterinärin sagte, es gebe keine tierärztlichen Nachweise. Die Pathologie habe ergeben, dass die Ziegen länger von Parasiten befallen und abgemagert gewesen seien.

Pferde waren eingekotet und dreckig: Tierquälerinnen ohne Einsicht

Auch bei der Pferdehaltung hatte die Behörde einiges zu beanstanden. Richter Wolff zitierte aus den Akten: „Sie waren nass, verdreckt und eingekotet. Der Stall wurde zu selten ausgemistet. Außerdem wurden sie auf zu engem Raum gehalten.“

Auch dafür machten die Halter, die seit 16 Jahren Pferde besitzen, den Hofbesitzer, aber auch das Veterinäramt verantwortlich. Sie erklärten, ein Sturm habe das Dach des Stalles abgedeckt. „Daraufhin hat das Landratsamt die Aufstallung in einem viel zu kleinen Teil der dafür völlig ungeeigneten Reithalle veranlasst.“ Zudem habe der Verpächter den Zugang zur Weide immer wieder blockiert und den Container mit Pflegemitteln und Reitausstattung verschlossen.

Die Tierärztin erwiderte, die Anordnung für die Reithalle habe nur für wenige Tage gegolten. Die Pferde hätten rasch wieder auf die Weide gebracht werden müssen.

Klage von Tierquälerinnen: Dürfen sie wieder Pferde halten?

Wolff schlug eine gütliche Einigung vor: „Die Kammer kann sich vorstellen, dass jeder von ihnen wohnortnah in einem geeigneten Stall ein Pferd halten darf.“ Die Überforderung mit den Herden sei offensichtlich. Das lehnte das Landratsamt ab. Dafür sei zu viel vorgefallen. Der Richter erklärte auch, das Halteverbot wäre nicht auf Lebenszeit sowie auf Pferde und Paarhufer beschränkt. Am heutigen Freitag wird er seine Entscheidung verkünden.

Ausgestanden ist der Fall damit nicht. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt auch strafrechtlich gegen die Frauen – wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

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