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Der Angeklagte vor Gericht

Aus dem Gerichtsprozess

Mordversuch in Unterföhring Messerstecher weckte Paar vor der Tat

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Der Freund und wohl Lebensretter einer jungen Frau, die in Unterföhring von ihrem Ex fast ermordet worden wäre, hat nun vor Gericht ausgesagt

Unterföhring – Im Prozess um einen versuchten Mord an der Ex-Freundin (20) hat der Bekannte, der die Attacke miterlebte, als Zeuge ausgesagt. Der junge Mann berichtete von der unangenehmen Situation in den Morgenstunden des 23. Dezember 2017, als der Angeklagte (26) über das Küchenfenster in die Wohnung der 20-Jährigen eingestiegen war.

Der Zeuge erzählte vor dem Landgericht München I von unsittlichen Berührungen des Mannes an der Frau, aber auch von einem für einen Einbrecher seltsamen Verhalten, in dem das folgende Drama anklang: Als dieser ins Schlafzimmer gekommen sei, habe er sich in aller Ruhe Jacke und Schuhe ausgezogen, bevor er sich aufs Bett kniete. „Er hatte einen verrückten, aber auch verzweifelten Blick“, erinnerte sich der Zeuge. Bei der Polizei hatte er noch von einem „perversen Grinsen“ gesprochen.

Zum Thema: Sanitäter sagen aus im Prozess wegen Mordversuch

Der Angeklagte kam angeblich rasch zur Sache. Er bedrohte den Mann an der Seite seiner Freundin: Wenn der nicht gehen würde, müsse er ihn auch abstechen. „Ich wollte ihn beruhigen“, erinnerte sich der Bekannte – doch dann wachte die 20-Jährige auf und die Lage eskalierte.

„So eine Aktion bringt doch keiner, der noch bei Sinnen ist“

Die Frau versuchte sofort, die Polizei anzurufen, doch der 26-Jährige Eindringling nahm ihr das Handy aus der Hand. Anschließend wollte er die 20-Jährige umbringen, die sich in die hinterste Ecke des Bettes zurückgezogen hatte. Der Angeklagte holte nach Schilderung des Zeugen zu einem Schlag aus und und durchbohrte mit dem Messer die linke Wange der Frau. Irgendwie gelang es dem Bekannten, dem 26-Jährigen den Arm zurückzuhalten, damit die junge Frau fliehen konnte. Mithilfe ihres Vermieters konnte sich das Opfer in Sicherheit bringen.

Die Verteidiger allerdings bezweifelten massiv die Schilderung des Zeugen. Angeblich hatte dieser sich in seinen verschiedenen Aussagen mehrmals widersprochen. Doch der Tatablauf an sich war von ihm immer wieder gleich beschrieben worden.

Zum selben Fall: Messerattacke auf Unterföhringerin: Opfer schützt Ex-Freund

Aus Sicht des Zeugen war der Angeklagte stark unter Drogen gestanden. „So eine Aktion bringt doch keiner, der noch bei Sinnen ist“, begründete er seine Annahme. Im Übrigen sei der Blick des 26-Jährigen ins Leere gegangen, an dem Händen wäre er schwitzig gewesen, fügte der Zeuge hinzu. Der Prozess dauert an. 

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