Viele Großprojekte

Neubau in Rot für VHS und Musikschule Unterföhring

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Unterföhring – Mit einem Ausblick auf die anstehenden Projekte beschließt Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) das arbeitsintensive Jahr 2016.

In 13 langen und teilweise durchaus kontroversen Sitzungen hat der Gemeinderat viele Veränderungen auf den Weg gebracht, berichtet der Bürgermeister im Pressegespräch zum Jahresende.

Die Planungen für den Neubau von Volkshochschule und Musikschule sind weit fortgeschritten. Im Frühjahr wird Spatenstich sein für das Gebäude mit einer Klinkerfassade in verschiedenen Rottönen. „Ich freue mich, dass wir zu Schuss kommen und die Nutzer mit den Planungen zufrieden sind“, sagt Andreas Kemmelmeyer.

16 Millionen Euro für Tiefgarage und Parkhaus

16 Millionen Euro werden die kostenpflichtige öffentliche Tiefgarage und das Parkhaus im Gewerbegebiet kosten. Sie sollen die Lösung für die andauernde Parkplatznot im Gewerbegebiet bringen, wo 20 000 Menschen arbeiten. Zunächst wird die Tiefgarage am Bürgerfestplatz in Angriff genommen: „Direkt nach dem Bürgerfest, wenn das Zelt weg ist, kommen die Bagger.“

Damit der Verkehr zum und aus dem Gewerbegebiet besser fließt, hat der Gemeinderat Verkehrsertüchtigungen in Höhe von fünf Millionen Euro beschlossen. Die Dieselstraße vor der Allguth-Tankstelle sollte eigentlich mit einer Zusatzspur versehen werden. Ärgerlich ist aus der Sicht des Bürgermeisters, dass plötzlich mitten in der Auftragsvergabe „eine Parallelplanung der CSU auf das Tablett gekommen ist“. Das sei „eine ungute Sache und kein Aushängeschild den Firmen gegenüber“. „Wir untersuchen die Variante der CSU, gehen aber davon aus, dass die Variante, die wir beschlossen haben, die Beste ist“, sagt Andreas Kemmelmeyer.

Gebaut wird die Unterführung für Fußgänger und Radler, die auf dem Etzweg unterwegs sind. Sie macht das gefährliche Überqueren der viel befahrenen Dieselstraße überflüssig.

ProSiebenSat1 plant Neubau am Standort

„Sehr großen Spaß macht der rege Austausch mit den Betrieben und das sehr gute Verhältnis zu den Konzernen“, sagt Kemmelmeyer. Wirtschaftspolitik ist in Unterföhring Chefsache „und wird aktiv betrieben“, betont er. Stolz ist der Bürgermeister darauf, dass sich die beiden Dax-Konzerne, Allianz AG Deutschland und ProSiebenSat1, klar zu „Unterföhring als Standort der Zukunft“ bekennen. Die Allianz hat 2015 ihren Neubau eröffnet. Der Sender ProSiebenSat1 plant einen Neubau mit Büros und Studios auf seinem Gelände an der Medienallee.

Damit die Kläranlage mit der Einwohnerentwicklung mithält, wird die Kapazität vergrößert. Entlang der A 99 wird der Klärschlamm solar getrocknet und dadurch entwässert. Die Abfuhr der so stark reduzierten Klärschlammmenge wird dadurch kostengünstiger. Bis Ende 2018 soll die Erweiterung der Kläranlage mit Kosten von 11,3 Millionen Euro abgeschlossen sein.

Sehr lange vorbereitet wurde die Sanierung des Sportzentrums für rund 11,5 Millionen Euro. Die Rathausverwaltung stimmte sich eng mit den Nutzern ab, um Ausweichmöglichkeiten zu finden. Deshalb sind mittlerweile zwei Traglufthallen an der Jahnstraße aufgestellt worden. Saniert werden die Dreifachturnhalle, zwei kleinere Hallen für den Breitensport und die Tennishalle.

Schulcampus soll 2020 fertig werden

Im Jahr 2016 standen weitreichende Planungen im Vordergrund, sagt Kemmelmeyer rückblickend. Der Unterföhringer Schulcampus, der 2020 fertig werden soll, sei „das weitreichendste Projekt“ gewesen, „das wir Schritt für Schritt vorangebracht haben“. Das neue Verfahren des Architektenwettbewerbs, bei dem sechs Planungsbüros für ihre Entwürfe je 100 000 Euro erhielten, habe sich bewährt. Und auch, dass sich der Gemeinderat diesmal ausdrücklich gegen Sichtbeton ausgesprochen habe. „Wir haben einen tollen Entwurf bekommen, der sehr gefällig ist“, sagt Kemmelmeyer.

Parallel zum Schulcampus wurde der Sportpark auf den Weg gebracht, ein ebenfalls umfangreiches Projekt, in dem es neben den Sportstätten für die Vereine auch öffentlich zugängliche Angebote geben wird. Neben dem viel diskutierten öffentlichen Hallenbad entstehen zum Beispiel ein großer Kunstrasenplatz für Freizeit- und Firmenmannschaften, kleine Mehrzweckplätze und ein Abenteuerspielplatz.

Vierspuriger Ausbau des Föhringer Rings

Im Januar wird der Münchner Stadtrat auf Antrag der CSU über ein Unterföhringer Herzensanliegen entscheiden: den vierspurigen Ausbau des Föhringer Rings. Der beinah tägliche Stau bis nach Unterföhring hinein sei untragbar, sagt Kemmelmeyer. Die großen Unterföhringer Medienunternehmen haben sich inzwischen mit der Gemeinde zu einer Initiative zusammen geschlossen und einen Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter vorbereitet. Dessen Stellvertreter Josef Schmid ist im Vorfeld der Stadtratsentscheidung zu einem Treffen der Unternehmens-Vertreter in Unterföhring eingeladen.

„Seit 2004 liegt ein Planfeststellungsbeschluss zum vierspurigen Ausbau in der Schublade der Stadt München“, grollt Kemmelmeyer, der das Thema bei jeder passenden Gelegenheit anbringt, zuletzt als Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Bayerischen Verfassungstag in Unterföhring besuchte. „Wenn die Herzog-Heinrich-Brücke nicht marode wäre, würde die Frist des Planfeststellungsbeschlusses auslaufen, ohne dass es jemand bemerkt hätte.“ Das Bohren dicker Bretter geht weiter, darauf hat sich Kemmelmeyer eingestellt: „Ich fühle mich jung und fit, und es macht trotz des etwas üppigen Terminkalenders Spaß.“

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf/Archiv

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