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So könnte die Ortsmitte einmal aussehen.

„Sie wissen nicht, was sie wollen“

Neue Ortsmitte: Eigentümer droht hinzuschmeißen - aus diesem Grund

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Vor wenigen Wochen erst hat Wolfram Vaitl-Gloo seine Pläne für die neue Ortsmitte in Unterföhring vorgestellt. Nun droht er damit, alles hinzuschmeißen. Das ist geschehen.

Unterföhring – Bei der Suche nach der idealen Unterföhringer Ortsmitte ist die Geduld der Familie Vaitl-Gloo erschöpft. Die Eigentümer ziehen ihre Pläne zurück. Jetzt sollen in der künftigen Ortsmitte die alten Hallen stehen bleiben und neu vermietet werden.

Der Grund: Im Bauausschuss fordert eine Mehrheit aus CSU, SPD und Grünen dass die Pläne der Eigentümer mit dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum und dem Büro Hirner & Riehl weiter abgestimmt werden.

Die Stadtplaner Hirner und Riehl hatten 2015 den Realisierungswettbewerb für die neue Ortsmitte gewonnen. Doch den Eigentümern Josefine und Wolfram Vaitl-Gloo hatten deren Ideen nicht gefallen. Sie suchten sich für ihr 15 000 Quadratmeter großes Grundstück einen anderen Architekten, den Oberbiberger Dieter Pöhlmann. Mit ihm hatten sie ihre Ideen entwickelt und neben der möglichen GFZ von 1,2 viel Grün eingeplant: Zwei- bis fünfstöckige Gebäude sollen entstehen für Nutzungen, die die Unterföhringer Infrastruktur sinnvoll ergänzen und mit dem Seniorenbeirat abgestimmt wurden: Betreutes Wohnen, rund 70 Wohnungen, Büros, ein Hotel, eine Palliativklinik und ein Ärztehaus, in dem auch der Kinderarzt einziehen könnte.

So könnte die Ortsmitte aussehen, jetzt wieder umplanen, kommt für die Eigentümerfamilie Vaitl-Gloo nicht in Frage. Sie hat zwei bis fünfstöckige Gebäude (römische Zahlen geben die Zahl der Geschosse an) und viel Grün vorgesehen mit folgenden Nutzungen: Gebäude 1 – Betreutes Wohnen, Bankfiliale, Ärztehaus mit Palliativstation; Gebäude 2 bis 4 – Gewerbe (z.B. Büros) oder Wohnen; Gebäude 5 – Hotel oder Gewerbe.

Diesen Plan anderen Architekten vorzulegen, führe nicht weiter, sagt Wolfram Vaitl-Gloo: „Die Sache wird zerredet.“ Er werde die Hallen, die noch auf dem Grundstück stehen, neu vermieten: „Interessenten rennen mir die Bude ein.“

Für die Gemeinde wäre das problematisch: In der Ortsmitte blieben die Industriehallen stehen – neben dem künftigen Rathaus und dem Kulturzentrum von Volkshochschule und Musikschule. Zudem könnte die Tiefgaragenzufahrt nicht von der Föhringer Allee erschlossen werden, wie bisher geplant.

Neue Ortsmitte Unterföhring: Eigentümer klagt an: Sie wissen nicht was sie wollen“

Vaitl-Gloo beklagt, dass sein Antrag auf die lange Bank geschoben werde. „Obwohl wir unsere Hausaufgaben seit der letzten Sitzung erledigt hatten.“ Nach seinem Verständnis sei der Antrag damit genehmigungsreif geworden. Den Kommunalpolitikern wirft er vor: „Sie wissen nicht, was sie wollen.“

Betina Mäusel (CSU) und Thomas Weingärtner (SPD) plädieren dafür, Gemeindeteil und Privatteil besser aufeinander abzustimmen: Es solle ein großes Ganzes entstehen, auch die Platzgestaltung müsse überdacht werden. Philipp Schwarz (SPD) sagt: „Wir haben bei der Ortsmitte ein Jahrhundertprojekt vor der Brust.“ Beim Thema Grün habe Vaitl-Gloo gute Ideen, die im Gemeindeteil einfließen sollten. Auch die Bevölkerung sollte beteiligt werden.

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Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) und die PWU stehen hinter den Plänen Vaitl-Gloos. „Ich hoffe, dass er die Tür nicht ganz zuschlägt“, sagt Kemmelmeyer. Wenn seine Bauanfrage vor der Sommerpause im Gemeinderat abgestimmt werde, sagt Vaitl-Gloo, werde er das Projekt weiter verfolgen.

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