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Die besten Bilder, die stärksten Emotionen: In der Regie von MTI Telesport wird ausgewählt, was auf den Bildschirm kommt.

MTI Teleport Unterföhring überträgt 

Olympia kommt aus der Betastraße

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Olympia findet in Unterföhring statt. Zumindest medial. Hier, an der Betastraße, laufen die Bilder von allen Wettbewerben und Trainings zusammen. 200 Mitarbeiter bei MTI Teleport zeigen quasi jede Minute der Spiele live.

Unterföhring – Olympische Begeisterung macht sich auf den Fluren breit, wenn Kommentatoren vor Freude aus den Stühlen springen. Anni Friesinger kommentiert im Unterföhringer Medienzentrum ebenso wie Felix Neureuther. Auf der Studiocouch hat jetzt aber Silke Kraushaar-Pilar Platz genommen: Drei Kameras sind auf sie gerichtet. Denn vor drei Minuten hat Rennrodlerin Natalie Geisenberger in Pyeogchang Gold geholt. Wie sie die „Kurve neun“ gemeistert hat, analysiert Expertin Kraushaar-Pilar im Gespräch mit Sportmoderatorin Birgit Nössing.

Als Frau vom Fach moderiert die dreifache Olympia-Siegerin im Eisschnelllauf, Anni Friesinger. Hier mit Sportreporter Matthias Stach.

Unterföhring ist der Standort für die europaweite Berichterstattung von den Olympischen Spielen. So viele bewegte Bilder von Olympischen Spielen gab es noch nie. „Man hatte bisher nicht die Möglichkeit, so viel TV- und Online-Inhalte live zu sehen“, erläutert David Müller von der MTI Teleport München. Rund 4000 Stunden werden von Unterföhring aus nach ganz Europa ausgespielt. Dafür sorgt die Firma MTI Teleport an der Betastraße 1. Sie betreut als technischer Dienstleister für ihren Kunden Eurosport/Discovery die Produktion der Olympischen Spiele.

Das IOC hat die europäischen TV-Rechte für die Olympischen Spiele an Eurosport-Discovery vergeben. ARD und ZDF gingen zunächst leer aus, konnten sich dann aber doch bei Eurosport einkaufen.

„Bei uns läuft jeder Curling-Wettbewerb, jedes Training“, sagt Eurosport-Pressesprecher Timo Ditschkowski. Das Live-Angebot umfasst 2000 Ereignisse, die die Zuschauer – ganz nach Belieben – im Fernsehen in den Sendern Eurosport und TLC sehen oder am Computer, Tablet oder Smartphone verfolgen können.

Um dafür die technische Infrastruktur zu schaffen, hat die MTI Teleport zahlreiche Räume für das Studio und die Redaktionen von Eurosport eingerichtet. Rund um die Uhr wird in drei Schichten gearbeitet, die erste beginnt um 23.15 Uhr und dauert bis 8 Uhr. „Wir sind alle im koreanischen Modus“, sagt Timo Ditschkowski.

Während 120 Eurosport-Mitarbeiter in Unterföhring das deutsche Flair der Spiele transportieren, sind rund 800 Eurosport-Mitarbeiter in Pyeogchang vor Ort, darunter Kommentatoren wie die ehemaligen Skispringer Martin Schmitt und Sven Hannawald. „Hannawald ist bei Gold für Andreas Wellinger komplett ausgerastet“, sagt Timo Ditschkowski: „Unsere Kommentatoren bringen so viel Herzblut mit.“

Die Eurosport-Reporter sind nach den Wettkämpfen ganz nah dran an den Sportlern: „Nach dem koreanischen Fernsehen und dem US-amerikanischen Sender NBC dürfen wir die Sportler an dritter Stelle interviewen“, erläutert Timo Ditschkowski. Zum Vergleich: Die ARD kommt an Position 15. „Da können wir natürlich noch viel mehr Emotionen von den Sportlern erleben und einfangen.“

Und wie ist das Zuschauerinteresse an Eurosport? Im Rennen um die Einschaltquoten liegen die öffentlich-rechtlichen Sender noch klar vorne, räumt Ditschkowski ein. „Aber wir denken langfristig. Wir wollen den Fans eine neue Art der Berichterstattung anbieten.“. Mit seinem „Digital-First-Ansatz“ will Eurosport neue junge Zielgruppen für Olympia erreichen. „Die Reaktionen auf unsere Berichterstattung ist durchgehend sehr gut, sowohl online als auch für das Fernsehen“, sagt Ditschkowski. Und vielleicht kreieren Eurosport und MTI Teleport in zwei Jahren auch die ersten digitalen Sommerspiele aus Unterföhring.

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