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Markantes Markenzeichen: Das Dach ragt noch immer über das Gebäude – und die Baugrenze – hinaus.   

Nach Ärger um Dach

Prosiebensat.1 kriegt grünes Licht für Neubau

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Im dritten Anlauf hat‘s geklappt. Nun gefallen den Unterföhringern die Pläne für den Neubau der neuen Zentrale von Prosiebensat.1.  Krux war das Dach.

Unterföhring – Am S-Bahnhof will der Medienkonzern Prosiebensat.1 mit einem mächtigen Neubau kundtun, wer da in Unterföhring seine Unternehmenszentrale hat. Ihren ersten Entwurf mussten die Architekten jedoch korrigieren. Vier Meter ragte das Vordach über die Baugrenze auf Gemeindegrund und blitzte im Unterföhringer Bauausschuss ab.

Der Sender kürzte das Dach und kam auf eine Grundstücksüberschreitung von 2,5 Metern, mit der er aber im Dezember ebenfalls im Gremium durchfiel. „Gleiches Recht für alle“, hieß es da, man wolle keinen Präzedenzfall schaffen. Der Sender, so der Tenor, solle in seinen Grundstücksgrenzen bleiben. Das „zu wuchtige“ Dach sei den Anwohnern im Wohngebiet gegenüber nicht zuzumuten.

Im dritten Anlauf haben der Berliner Architekt Julian Vielmo und Claus Hahne als Vertreter von Prosiebensat.1 dem Bauausschuss jetzt einen neuen Entwurf vorgelegt. Diesmal ließen die Unterföhringer ihn gelten – obwohl das Dach noch immer auf öffentlichen Grund ragt.

Man habe die Bedenken sehr ernst genommen, betonte Architekt Vielmo. Hahne warb für das „markante Dach“ als wichtiges Element des Projekts. Vielmo beschrieb dieses als „schlanker und eleganter, aber kürzer“. Den Nachbarn in der Bahnhofstraße werde es „nicht monumental“ vorkommen, wenn sie in ihrem Garten sitzen und rüberschauten.

Für die kritischen 1,5 Meter, die das Bauteil noch immer auf öffentlichen Grund ragt, bemühte Vielmo die Bayerische Bauordnung. Sie würde Überstände dieser Länge erlauben. Dem widersprach Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) kurz angebunden: „Das gilt nur bei untergeordneten Gebäuden“, was für diese Baukörper ja wohl nicht zutreffe.

Der Kompromissvorschlag traf im Bauausschuss aber auch bei ihm auf offene Ohren: „Ich könnte dem zustimmen“, sagte Kemmelmeyer. Johann Zehetmair war „angenehm überrascht“, und Manfred Axenbeck (CSU) fand: „Es hat sich gelohnt, dass wir zweimal dagegen waren.“

Für den Medienkonzern eine gute Nachricht: Der Sender muss kein zweites Windgutachten in Auftrag geben. Die kostspielige Studie, die für den ersten Dachentwurf gemacht wurde, gilt auch für die kurze Variante

Der Raum unter dem 20 Meter hohen Überstand ist öffentlich zugänglich, ebenso wie das Café, das im Erdgeschoss eingerichtet werden soll. Beide Bereiche sind das Entrée zum „New Campus“, den der Dax-Konzern an der Medienallee 7 mit Studios, Rechenzentrum und Digitalfernsehzentrale plant. In dem fünfstöckigen Neubau will der Sender bis zum Jahr 2022 die Mitarbeiter von 16 verschiedenen Standorten im Unterföhringer Gewerbegebiet zusammenziehen.   

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