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Die Zeitkapsel versiegeln Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (l.) und Conrad Albert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat1.

Neuer Campus

Neuer Campus von ProSiebenSat1: Der Grundstein fürs neue Herzstück ist gelegt

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ProSiebenSat1 wächst in Unterföhring. Und wie. Der neue Campus nimmt Form an. Nun wurde der Grundstein gelegt. In der Zeitkapsel enthalten ist ein Brief von einem alten Bekannten.

Unterföhring – Exakt ein Jahr nach dem ersten Spatenstich ist in Unterföhring der Grundstein für den ProSiebenSat1-Campus gelegt worden. Auf 26 000 Quadratmetern entstehen Studios mit neuester Sendetechnik, Büros, ein Rechenzentrum – insgesamt 1700 Arbeitsplätze.

Die fünfstöckige Zentrale wird das neue Herzstück des größten deutschen TV-Unternehmens. Bisher verteilen sich die 3500 Mitarbeiter auf 16 Standorte im Unterföhringer Gewerbegebiet, nach der Fertigstellung werden es elf Standorte sein. Auf dem Campus entstehen bis 2023 grüne Innenhöfe, Dachterrassen, eine große Cafeteria mit Terrasse und eine breite Treppe als Treffpunkt für die Mitarbeiter. Ein Empfangsgebäude mit hohem Vordach in Richtung S-Bahnhof wird öffentlich zugänglich sein. ProSiebenSat1 wird das Gebäude von der Deutschen-Anlagen-Leasing leasen. Diese investiert einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

ProSiebenSat1: „Wir bleiben bayrisch“

In der riesigen Baugrube an der Gutenbergstraße versammelten sich gestern die Festgäste. „Wir werden immer internationaler und globaler, aber wir bleiben bayrisch“, sagt Conrad Albert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Er dankte für die gute Partnerschaft mit Gemeinde und Landkreis. Mehr Unterstützung wünsche sich die Medienbranche allerdings von der großen Politik. Deutsche und europäische Regularien stellten für die Medien hierzulande mitunter „ein enges Korsett“ dar

Dass ProSiebenSat1 seine Expansionspläne in Unterföhring realisiert, freut Bürgermeister Andreas Kemmelmeyler (PWU) sehr. Dank des neuen Campus würden Gewerbe- und Wohngebiet stärker zusammenwachsen.

Neben der Baugenehmigung und den Tageszeitungen wurde in den Grundstein unter anderem ein Ausdruck der letzten E-Mail von Leo Kirch gelegt, in der er seinen Sendern ProSieben und Sat1 alles Gute und Gottes Segen wünschte. „Ohne das Fundament, das Leo Kirch gelegt hat, gäbe es diesen ProSiebenSat1-Campus nicht“, betonte Günter Müllern von Schönbach, Leiter des Playout-Managements. Anschließend schwebte der Grundstein am Baukran hängend direkt zu seinem Bestimmungsort: Er wird unter der künftigen Schaltzentrale, des Senders, dem sogenannten Playout-Center, eingesetzt.

Ein Gemeindeblatt wanderte in die Zeitkapsel.

ProSiebenSat1 manövriert in schwierigen Zeiten und musste aus dem Dax aussteigen. Konzerne wie Google und Facebook und Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime entwickeln globale Geschäftsmodelle im Internet, ohne an europäische oder deutsche Gesetze gebunden zu sein und sind starke Konkurrenten im Wettbewerb um die jüngeren Zuschauer. Zudem ist der italienische Medienkonzern Mediaset, der von Silvio Berlusconi kontrolliert wird, in das Unterföhringer Unternehmen eingestiegen.

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