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Möglicher Drogeneinfluss

Sanitäter sagen aus im Prozess wegen Mordversuch

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Im Prozess um den Mordversuch in Unterföhring an der Ex-Freundin haben am zweiten Prozesstag zwei Rettungssanitäter ausgesagt. Die beiden Männer hatten an jenem Dezembermorgen 2017 die blutende Frau (19) in Empfang genommen, nachdem deren neuer Freund das Schlimmste verhindert hatte.

Unterföhring –  „Er hat’s jetztgetan“, rief die 19-Jährige den Sanitätern entgegen, als sie in ihrem Blut verschmierten Bademantel aus der Tür trat. Sie hatte eine klaffende Stichwunde in der linken Backe.

Auf die Frage der Männer, was denn passiert sei, berichtete sie, dass ihr Ex-Freund in die Wohnung eingebrochen sei. Viel mehr bekamen die Sanitäter nicht aus ihr heraus. „Sie war völlig aufgelöst“, berichtete einer von ihnen. Rasch realisierte er, dass der Täter mit dem Messer möglicherweise noch herumlief. Er alarmierte die Polizei, packte die Frau und ihren neuen Freund in den Rettungswagen. Dann fuhr die Besatzung auf den Rathausplatz.

Genaue Untersuchung verweigert die junge Frau

Der Versuch die Frau eingehend zu untersuchen, lief ziemlich schief. Sie bat darum, eine Zigarette rauchen zu dürfen. Doch das erlaubten die Sanitäter nicht. Ihnen gelang lediglich ein knapper Check. Dabei bemerkten sie die Schnittwunde und eine Vielzahl von Hämotomen am Körper, die aber aufgrund der Färbung nicht von der Attacke stammen konnten. Die 19-Jährige konnte den Männern noch den Namen des Täters nennen und dass der Angriff beendet und sie geflüchtet sei. „Da läuft einer mit dem Messer rum“, soll sie zu den Männern gesagt haben. Aus Sicht eines Sanitäters stand sie unter Drogen, behauptete aber Gegenteiliges. Sie räumte lediglich ein, in der Vergangenheit etwas genommen zu haben, jetzt aber davon abgekommen zu sein. „Mein Ex-Freund war bestimmt auf Drogen“, vermutete die junge Frau.

Richter hakt nach

„Warum wollte sie sich nicht behandeln lassen“, fragte der Vorsitzende Richter Michael Höhne nach. Die Helfer konnten keinen Grund nennen. Die Verletzte habe nur abgewehrt und gesagt: „Nein, nein, lasst mich!“ Ihrer Schilderung nach hatte der neue Freund den Ex davon abgehalten, mehrfach zuzustechen. Am Mittwoch soll das Opfer als Zeugin aussagen.

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