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Normales Leben ist nach der Schießerei wieder am S-Bahnhof in Unterföhring eingekehrt. 

Die Stimmung in Unterföhring nach der Bluttat

Schießerei am S-Bahnhof Unterföhring: „Ich hatte echt Angst“

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Wie ist die Stimmung in Unterföhring nach der Schießerei am S-Bahnhof? Zwei Menschen, die bei der Bluttat in unmittelbarer Nähe waren, berichten.

Unterföhring /Ismaning – Es ist nicht viel los an diesem Freitag am S-Bahnhof in Unterföhring. Die Blumen sind verschwunden, nichts deutet mehr darauf hin, dass sich hier am Dienstag schreckliche Szenen abgespielt haben. Doch so mancher Fahrgast sucht den Tatort. Die Stelle, an der der 37-Jährige gebürtige Oberbayer erst einem Polizisten (30) die Pistole entriss und dann damit dessen junger Kollegin (26) von der Dienststelle Ismaning in den Kopf schoss. Sie schwebt weiter in Lebensgefahr.

Zum Zeitpunkt der schrecklichen Tragödie war Kosta Angelov (55) ganz in der Nähe. Der gebürtige Bulgare gehört zum Reinigungspersonal am S-Bahnhof und kurvt mit seinem Wagen jeden Tag ab früh morgens im Gebäude herum.Gesehen hat er den brutalen Angriff nicht, die Schüsse aber gehört. „Plötzlich hat es bumm

gemacht, unglaubliche viele Polizisten strömten herein und haben gerufen: ,Alles raus, so schnell wie möglich raus‘“, schildert er die Ereignisse. „Ich hatte echt Angst und bin einfach nur weggerannt.“

Aus der Nähe hat Kosta Angelov (55) die Tat erlebt.

Was genau im Untergeschoss passierte, hat er auf dem Handy erfahren. Gegen 14 Uhr durfte er weiterarbeiten. Aber nur oben. „Unten am Gleis hat eine Spezialfirma sauber gemacht.“

Auch Student Wajid (22) hat die Schießerei aus der Nähe erlebt. Er war am Dienstag um kurz nach 8 Uhr am S-Bahnhof in Unterföhring, wollte die Bahn Richtung München nehmen. Er sah die Polizeiautos schon aus der Ferne, Beamte ließen ihn und viele weitere Menschen gar nicht erst ins Gebäude. Im Internet habe er dann gelesen, was passiert war. „Meine Mutter in Pakistan und viele Freunde haben mich angerufen und wollten wissen, ob bei mir alles ok ist. Ich hatte einfach nur Glück, dass ich noch nicht am Bahnsteig war.“

So bewertet auch Florian (22) seine Situation. Er steigt jeden Tag in Unterföhring in die Arbeit und pendelt zu seiner Arbeitsstelle nach München. Er nutzte am Dienstag die Bahn eine Stunde vor dem Verbrechen. „Ich hatte halt einfach Glück.“ Angst hat er nach dem Angriff nicht. Ähnlich geht es Sabine, 42, die mit ihrer Tochter Linda (4) in Unterföhring am S-Bahnsteig steht und nach München fahren will. Solch ein Angriff sei natürlich furchtbar und könne jeden treffen, „aber dann darf ich ja gar nicht mehr aus dem Haus gehen“, sagt sie.

Etwas unwohler ist Julia, 24, seit der Schießerei. In Unterföhring steigt sie jeden Morgen aus der Bahn, sie kommt täglich aus Hallbergmoos. Sie selbst musste schon in Ismaning aus dem Zug und war nicht am Bahnsteig. „Aber einige meiner Arbeitskollegen waren hier, sie sind ganz schön mitgenommen.“

Natalie (26) hofft und vertraut auf ihr Schicksal. „Klar denke ich dran, aber dass es hier in Unterföhring passiert ist, war Zufall. Dagegen kann man sich nicht schützen.“

Das wissen auch die Beamten der Polizeiinspektion Ismaning. Sie sind in jeder Sekunde in Gedanken bei ihrer Kollegin, die um ihr Leben ringt, weiter im Koma liegt. Offiziell sagen die Beamten der Inspektion Ismaning gar nichts. So viel immerhin: Sie erhalten „unheimlich viel Zuspruch aus der Bevölkerung“. Ob in zahlreichen Mails oder bei persönlichen Begegnungen: Vielen Ismaningern und anderen ist es ein Anliegen, ihr Mitgefühl auszudrücken, ihre Hoffnung, dass die junge Beamtin diese Verletzung übersteht. Es gibt auch zornige Reaktionen. Zorn auf diejenigen, die keinen Respekt mehr haben vor der Polizei, vor Menschenleben; und auch nicht vor Gewalt gegen diejenigen zurückschrecken, die die Sicherheit unserer Gesellschaft verteidigen.

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