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Bei der Schießerei am S-Bahnhof Unterföhring wurde eine 26-jährige Beamtin schwerst verletzt.

Bluttat in Unterföhring

Schüsse auf Polizistin: Wie sicher ist die S-Bahn?

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Nach der Schießerei am S-Bahnhof in Unterföhring, bei der eine 26-jährige Polizistin lebensgefährlich verletzt wurde, fühlen sich viele Fahrgäste verunsichert. Wie sicher ist die S-Bahn?

Unterföhring - Wegen einer Körperverletzung unter Fahrgästen ging am Dienstag gegen 8.20 Uhr ein Notruf aus einer S 8 bei der Polizei ein. Die „Routinekontrolle“, wie Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä den Einsatz bezeichnete, eskalierte: Ein 37-Jähriger konnte einem Polizisten die Dienstwaffe entreißen und schoss auf dessen junge Kollegin (alles zur Tat lesen Sie in unserem News-Ticker zu Unterföhring).

Gewalt und Kriminalität an bayerischen Bahnhöfen und in Zügen sind nach Angaben eines Bahnsprechers weiter zurückgegangen. In ganz Bayern sei die Zahl der Gewalttaten gegen Fahrgäste im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf etwa 1900 Fälle gesunken.

Gewalttaten vor allem bei Fußballspiele und beim Oktoberfest

„In den allermeisten Fällen geraten nicht unbeteiligte Fahrgäste aneinander, sondern Menschen, die sich im Vorfeld bereits kannten“, erklärt der Sprecher. Immer wieder würden Straftaten unter Jugendlichen registriert, die sich am Wochenende verstärkt in Bahnhöfen aufhalten. Zudem seien Gewalttaten im Reiseverkehr im Umfeld von Fußballspielen und des Oktoberfestes zu beobachten. „Unsere Strategie, konsequent gegen die vorzugehen, die Sicherheit und Ordnung in den Bahnhöfen stören, zahlt sich aus. Wer die Bahn nutzt, ist sicherer als im öffentlichen Raum“, sagt auch Torsten Malt, Sicherheitschef der Deutschen Bahn im Freistaat.

Während Gewalttaten gegen Fahrgäste abnehmen, steigt die Zahl der Übergriffe auf Bahnmitarbeiter und Bundespolizisten. Opfer sind meistens Mitarbeiter der DB Sicherheit, die unter anderem Fußballfans begleiten und in Oktoberfestzügen für Sicherheit sorgen. Auch die Angriffe auf Fahrkartenkontrolleure haben zugenommen. Die Bundespolizei betont, dass sich Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr generell sicher fühlen können.

Videoüberwachung schützt nicht vor Einzelfällen

Nach gewalttätigen Übergriffen an Bahnhöfen und in S-Bahnen wird immer wieder der Ruf nach mehr Videoüberwachung laut. Derzeit sind alle 253 S-Bahn-Fahrzeuge videoüberwacht. Insgesamt nehmen 3988 Kameras auf, was in den S-Bahnen passiert. Von den 150 Bahnhöfen und S-Bahn-Stationen im Streckennetz sind im Moment 58 mit 582 Kameras ausgestattet. Wie alle Tunnelstationen ist auch der Bahnhof Unterföhring videoüberwacht. Bei allen Stationen entlang der Stammstrecke können sich Mitarbeiter per Kamera live zuschalten, wenn Fahrgäste oder Mitarbeiter einen Übergriff oder Randale melden. Wie der Bahnsprecher betonte, ließen sich allerdings Täter, die im Affekt handeln, in der Regel von einer Kameraüberwachung nicht abschrecken. Die Aufnahmen helfen häufig aber bei der Identifizierung flüchtiger Gewalttäter. Erfolgreich ist die Videoüberwachung im Kampf gegen Vandalismus: Kaputte Sitze, beschädigte Scheiben und zerstörte Aufzüge gab es im Vorjahr fünf Prozent weniger.

Andrä: „Vorfall hat nichts mit der S-Bahn an sich zu tun“

Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte: „Der schreckliche Vorfall hat mit der S-Bahn an sich nichts zu tun“. Es sei eine Einsatzsituation gewesen, die es hunderte Male gebe. Die Gewerkschaft der Polizei ist bestürzt. Es zeige sich wieder einmal, wie gefährlich der Polizeiberuf sei. „Es ist immer wieder diese völlig sinnlose Gewalt, die einen ratlos zurücklässt. Letztlich ging es nur um eine Personalienfeststellung wegen einer körperlichen Auseinandersetzung.“ Jetzt gehe es um ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes.

Vor etwas mehr als einem Jahr schockte eine Bluttat am Bahnhof Grafing die Fahrgäste. Ein arbeitsloser Schreiner tötete mit einem Fahrtenmesser einen Familienvater und verletzte drei weitere Männer schwer. Eine Tat, die vielen noch in Erinnerung ist, ist der Tod Dominik Brunners. 2009 schlugen und traten zwei Jugendliche den Manager am S-Bahnhof Solln, nachdem er zuvor vier Schüler vor den beiden geschützt hatte. Brunner starb im Krankenhaus.

Schießerei in Unterföhring: Bilder

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