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Der Entwurf des Büros „kplan“ für den Sportpark Unterföhring.  

CSU und SPD stoppen Pläne

Schock: Sportpark soll 125 statt 60 Millionen kosten

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Zu groß, „nicht durchdacht“ und doppelt so teuer wie geplant: CSU und SPD haben die Pläne für den Sportpark erstmal auf Eis gelegt. Und nun?

Unterföhring – Der Entwurf für den Sportpark muss überarbeitet werden. „Nicht durchdacht“, „zu groß“ und „viel zu teuer“ lautet die Kritik der Gemeinderäte von SPD und CSU. Sie haben am Donnerstag mit 12:9 gegen die Stimmen der PWU eine Vollbremsung vollzogen. In einer aufgeheizten Debatte, die in ihrer Schärfe den Start des Wahlkampfs nahe legt, griff vor allem die SPD den Bürgermeister an. Jetzt soll ein Workshop weiterhelfen und die Planung korrigieren.

Im Juli 2017 hatte der Entwurf das Preisgericht und den Gemeinderat zunächst rundum überzeugt: Einstimmig hatten sich die Unterföhringer für die Pläne des Architekturbüros „kplan“ aus Abensberg entschieden. Inzwischen ist die Begeisterung bei vielen Kommunalpolitikern verflogen. Die Baukosten sind explosionsartig von 60 auf 125 Millionen Euro gestiegen, was schon seit Februar bekannt ist. Das halten alle Fraktionen und auch Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) für untragbar. Jedoch will er Architekten und Fachplanern die Chance geben, nachzubessern und Kosten zu reduzieren.

SPD will von vorne anfangen

Bei SPD und CSU hat aber auch die bisherige Arbeit der Architekten nur noch wenig Rückhalt. „Wir schrecken auch vor einem neuen Wettbewerb nicht zurück“, sagte Thomas Weingärtner (SPD). Er kritisierte lange Gänge, den Zuschnitt der Räume und die Erschließung der Trainingsplätze. Das Vereinsheim der Stockschützen für 2,4 Millionen Euro sei viel zu teuer und die Tribüne des Fußballstadions mit 2500 Sitzplätzen zu groß. Dem stimmte die PWU zu: „400 Sitzplätze würden reichen“, sagte Fraktionssprecher Manuel Prieler.

Die SPD würde am liebsten die bisherige Planung fallen lassen und sich von den Architekten trennen: „Bevor wir die Kosten weiterlaufen lassen, würden wir lieber in den sauren Apfel beißen“, sagte Fraktionssprecher Philipp Schwarz. In ihrem Dringlichkeitsantrag forderte die SPD den kompletten Planungsstopp. „Baukosten in dieser Höhe stehen in unseren Augen in keiner Relation mehr“, so Schwarz.

„Wir wollten zuviel“

 „Unterföhring soll und wird einen Sportpark bekommen. Aber nicht für 125 Millionen Euro.“ In dem lang gezogenen Gebäude sei Raumqualität schwer möglich, sagte Albert Kirnberger (SPD). Die Planung sei überfrachtet worden. Selbstkritisch räumte er ein: „Vielleicht wollten wir zuviel.“ Zu kleine Duschen und zu wenige Umkleidekabinen im Hallenbad – vieles sei „schlecht konzipiert“. Dem entgegnete Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger: „In dieser Planungsschärfe sind wir noch gar nicht.“ Er bat das Gremium, die Planer umplanen zu lassen. 

Schadensersatz vermeiden

Auch der Bürgermeister möchte die Entwurfsplanung weiterführen. Verträge seien geschlossen, „eine ganze Armada an Fachplanern“ beauftragt: Ein radikaler Ausstieg, warnte Kemmelmeyer verärgert, würde hohe Schadensersatzansprüche zur Folge haben. „Zurück auf Start ist das falsche Signal, wo wir schon so viel Geld investiert haben.“

„Wir müssen nicht zurück auf Los, aber es muss umgeplant werden“, sagte Manfred Axenbeck, CSU-Fraktionssprecher. Diese Meinung vertritt auch Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU): „Wir müssen inhaltlich reden“, vieles sei nicht funktional. „Wir müssen mit den Planern, die wir haben, die Planung neu aufs Gleis setzen und den Zug fahren lassen.“

Gemeinde und Planer machen es zusammen

Ein Workshop soll nun aus der Sackgasse führen: Am Sonntag, 24. Juni, werden Planer und Gemeinderäte das Konzept überarbeiten. Der Sportpark soll an der Mitterfeldallee realisiert und möglichst im Herbst 2020 zeitgleich mit dem Schulcampus eröffnet werden. In einem 300 Meter langen Gebäude mit Glas- und Holzfassade wird das öffentliche Hallenbad integriert.

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