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Überzeugender Entwurf: Mit seinem Vorschlag für den Eingang zum Unterföhringer Sportpark samt Hallenbad und Vereinsheim hat das Büro „Kplan“ die Juroren überzeugt.

Die Stars gehen leer aus

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So kann‘s gehen: Bei einem Architekturwettbewerb für den Sportpark Unterföhring setzt sich ein kleines Büro aus Niederbayern durch. Global Player dagegen kommen nicht zum Zug.

Unterföhring – Bei anonymen Wettbewerben erleben die Preisrichter mitunter große Überraschungen. So geschehen in Unterföhring, wo der neue Sportpark fast ein Magnet für Kunstinteressierte und Architekturstudenten aus aller Welt hätte werden können. Fast. Denn der Name der verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid hätte sicher seine Wirkkraft entfaltet und die Architekturwelt angelockt.

Wie eine Walfischflosse: Der futuristische Entwurf, den das Londoner Büro von Stararchitektin Zaha Hadid vorgelegt hat, wird nicht umgesetzt.

Aber das Renommee dieses Namens kam im Unterföhringer Fall nicht zur Geltung. Der Wettbewerb war anonym. Die völlig unvoreingenommene Jury, die nicht wusste, mit wem sie es zu tun hatte, setzt auf ein kleines Büro: „Kplan“ aus Abensberg in Niederbayern machte das Rennen. Ein Büro, das gerade den Anbau für das Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim fertig gestellt hat. Die Mitarbeiter ließen die Korken knallen, erst recht, als sie erfuhren, dass sie sich gegen das Londoner Büro von Zaha Hadid durchgesetzt hatten

Die für ihre futuristischen Entwürfe weltberühmte Architektin baute in Rom das Nationalmuseum für moderne Kunst Maxxi, das olympische Schwimmstadion in London und das Erlebnismuseum „Phaeno“ in Wolfsburg, ihr größtes Projekt in Deutschland, um nur drei Projekte zu nennen. Auch in Unterföhring hätte das Büro mit fließenden Formen Akzente gesetzt mit einem gigantischen Tribünendach im Fußballstadion, das auf einer einzigen Säule ruht, oder dem nach unten wie ein Krater geöffnetem Dach des Hallenbads.

Aber noch etliche andere Büros mit klingenden Namen hatten sich in Unterföhring beworben: „Auer und Weber“, „Allmann-Sattler-Wappner“ und auch „Krieger-Architekten“ hatten im europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb ihre Entwürfe eingereicht für den 100 000 Quadratmeter großen Sportpark, mit Fußballstadion und Hallenbad an der Mitterfeldallee. Acht Büros schafften es anonymisiert in die engere Auswahl. „Das Preisgericht hat die Entwürfe danach beurteilt, wie gut sie die Aufgabenstellung erfüllen“, erklärt Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger, „so wurden der erste, zweite und dritte Preis vergeben.“ Der schlicht-elegante Entwurf der Bietergemeinschaft „Kplan“ mit dem Münchner Landschaftsarchitekten „Mahl-Gebhard-Konzepte“ setzte nach der einstimmigen Entscheidung der Jury am besten um, was sich die örtlichen Vereine wünschen.

Bereut habe das Preisgericht übrigens „definitiv nicht“, erzählt Kapfenberger: „Wir waren schon überrascht, als wir erfuhren, wer teilgenommen hatte. Aber es ist absolut richtig, dass man nicht auf Namen schaut. Die Juroren sind freier.“

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